Vorschau funktioniert nicht: Update für Windows-11-Explorer verärgert Nutzer

Seit dem Oktober-Patchday häufen sich im Netz Beschwerden von Windows-11-Nutzern, bei denen die Dateivorschau im Windows-Explorer nicht mehr wie erwartet funktioniert und stattdessen vor einer möglichen Bedrohung durch die ausgewählte Datei warnt. Dass Microsoft dafür eine Korrektur liefert, ist jedoch nicht zu erwarten: Wie der Konzern in einem neuen Supportartikel(öffnet im neuen Fenster) klarstellt, ist das Verhalten beabsichtigt.
Ausgiebige Diskussionen zu dem Thema sind unter anderem auf Reddit zu finden(öffnet im neuen Fenster) . Dort erklärte ein Betroffener unmittelbar nach dem Patchday, er nutze die Vorschau regelmäßig, um Daten aus PDF-Dokumenten in ein Rechnungssystem zu kopieren. Das sei jedoch nach Installation des Updates KB5066835(öffnet im neuen Fenster) vom 14. Oktober nicht mehr möglich.
Anstelle des ausgewählten Dokumentes zeige der Explorer lediglich eine Warnmeldung. Diese lautet etwa wie folgt: "Durch die Datei, für die Sie die Vorschau anzeigen möchten, wird ihr Computer möglicherweise beschädigt. Wenn Sie die Datei und die Quelle, von der Sie die Datei erhalten haben, als vertrauenswürdig einstufen, öffnen Sie sie, um den Inhalt anzuzeigen."
Schutz für NTLM-Hashes
Wie an den zahlreichen Kommentaren auf Reddit sowie in weiteren Foren mit IT-Bezug(öffnet im neuen Fenster) zu sehen ist, gibt es noch viele weitere Nutzer, bei denen die Dateivorschau im Windows-11-Explorer entsprechend reagiert. Auch Excel- und Word-Dokumente seien davon betroffen.
Laut Microsoft betrifft das beschriebene Verhalten ausschließlich aus dem Internet heruntergeladene Dateien. Der Konzern habe die Vorschaufunktion für diese deaktiviert, um die Sicherheit des Systems zu verbessern. Damit begegne man einer Schwachstelle in Verbindung mit NTLM-Hashes, die bei der Vorschau potenziell unsicherer Dateien offengelegt werden könnten.
Einem Bericht von Windows Latest(öffnet im neuen Fenster) zufolge wird nicht nur die Vorschau von Dokumenten blockiert, die per Webbrowser heruntergeladen wurden. Auch Dateien von Netzwerkfreigaben sowie aus Cloudspeicherdiensten wie Onedrive oder Google Drive sollen davon betroffen sein. Erkennungsmerkmal der potenziell unsicheren Dokumente ist das sogenannte Mark of the Web (MotW).
Dokumente für Vorschau freigeben
Wer ausgewählte Dateien wieder für die Vorschau freigeben will, kann das über den via Rechtsklick erreichbaren Eigenschaften-Dialog tun. Dort heißt es auf dem Reiter "Allgemein" im unteren Bereich: "Die Datei stammt von einem anderen Computer. Der Zugriff wurde aus Sicherheitsgründen eventuell blockiert." Wird daneben die Checkbox mit dem Label "Zulassen" aktiviert, sollte die Vorschau wieder funktionieren.
Auf Reddit(öffnet im neuen Fenster) kursiert zudem eine Anleitung, mit der sich die Vorschau für alle heruntergeladenen Dokumente wieder aktivieren lässt. Dabei gilt allerdings zu beachten, dass die von Microsoft vorgesehenen Sicherheitsmechanismen damit effektiv umgangen werden, so dass die NTLM-Hashes der Nutzer potenziell wieder gefährdet sind.



