Nur noch Wochenende: Taz stellt ihre Printausgabe wohl bis 2022 ein
Die Berliner Tageszeitung (taz) denkt darüber nach, bis 2022 ihre tägliche Printausgabe einzustellen und bis auf das Wochenende nur noch online zu erscheinen. Das gab das Unternehmen in einer Mitgliederinfo an die Genossenschafter bekannt (PDF)(öffnet im neuen Fenster) . Der Geschäftsführer der taz, Karl-Heinz Ruch, erklärte: "Das Zeitalter der gedruckten Zeitung ist zu Ende, der Journalismus lebt im Netz weiter."
Das Smartphone habe aus dem Zeitungsvertrieb eine "aufwändige Art von Papier-Recycling gemacht. Die Zeitungen werden am frühen Morgen an die Kioske ausgeliefert, um am Abend zu neunzig Prozent wieder als Altpapier dort eingesammelt zu werden" , schrieb Ruch.
Schöne Nach-Print-Zeit der taz – doch wie?
Die Nach-Print-Zeit könne so aussehen: Man komme morgens zur Arbeit und habe auf dem Smartphone oder Tablet schon alles erfahren, was einem wichtig ist. "Sie haben dieses digitale Angebot vielleicht kombiniert mit der taz am Wochenende auf Papier, die sich noch mehr von der Werktags-taz unterscheiden wird als jetzt schon. Wir sparen gemeinsam Papier und können alle die Zusteller der Wochenendausgabe anständig bezahlen."
Doch das Problem liegt weitaus tiefer. Bereits im taz-Innovationsreport 2021(öffnet im neuen Fenster) wurde erklärt: "Noch bringt die gedruckte Tageszeitung der taz mit Abstand das meiste Geld ein. Aber die Auflage sinkt und der Verkauf von Wochenendabos, ePaper, Kaffee und Fahrrädern kann das nicht ausgleichen. Wir müssen im Netz Geld verdienen und haben mit dem freiwilligen Bezahlen auch ein Modell dafür." Die Bezahl-Kampagne "taz zahl ich" könne nur funktionieren, wenn mehr Menschen die taz im Netz lesen. Aber die Zahl sinke sogar, entgegen dem Branchentrend.
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