Nur mit Elektronenmikroskop lesbar: TU Wien zeigt kleinsten QR-Code der Welt
Lediglich 49 nm Kantenlänge haben die Pixel, aus denen der mit einer Kantenlänge von etwa 1,4 μm kleinste QR-Code der Welt besteht. Hergestellt haben ihn Forscher der TU Wien(öffnet im neuen Fenster) zusammen mit dem Start-up Cerabyte(öffnet im neuen Fenster) . Letzteres entwickelte ein Speichersystem, das Pixelmatrizen auf dünnen Glasscheiben mit wenige Nanometer dünner Keramikbeschichtung als Langzeitspeicher nutzt.
Normalerweise verwendet Cerabyte Laser, um die Pixel ins Material zu gravieren. Für den kleinsten QR-Code der Welt – der einen Eintrag im Guiness Buch der Rekorde bekommt – war allerdings aufwendigere Technik erforderlich: Geschrieben wurde der Code mit einem fokussierten Ionenstrahl (Focussed Ion Beam, FIB), gelesen wird er mit einem Elektronenmikroskop. Mit sichtbarem Licht ist der Code aufgrund der geringen Pixelgröße hingegen nicht erkennbar.
Es ging den Forschern aber nicht allein darum, einen Rekord aufzustellen. Vielmehr will Cerabyte die Speicherdichte seiner Archivmedien erhöhen. Dazu sieht die im Whitepaper (PDF)(öffnet im neuen Fenster) gezeigte Roadmap einen Umstieg von Lasern und zunächst FIB, später Elektronenstrahlen vor. Da die Medien nur einmal beschrieben werden können, sind sie zur Langzeitarchivierung von Daten gedacht – die Keramikbeschichtung soll Jahrtausende stabil sein.
Andere Archivspeicher erreichen höhere Datendichte
Im Vergleich zu ähnlichen Ansätzen zur Langzeitarchivierung von Daten ist die Speicherdichte des QR-Codes allerdings vergleichsweise niedrig. Sie soll bei 2 TByte auf der Fläche eines A4-Blatts liegen – das sind rund 3,3 GByte/cm 2 .
Das von Microsoft finanzierte Project Silica kommt auf bis zu rund 83,7 GByte/cm 2 , das Start-up Sphotonix will sogar einmal 2,2 TByte/cm 2 erreichen. Beide nutzen Voxel statt Pixel, die in drei statt nur zwei Dimensionen angeordnet werden. Sphotonix will zudem noch Polarisation und Einfallsrichtung des zum Auslesen genutzten Laserlichts nutzen, um mehr als ein Bit pro Voxel speichern zu können.
Der Ansatz von Cerabyte hingegen ist grundsätzlich einfacher, da die Datendarstellung weniger komplex ist. Ob das Start-up allerdings die komplexe Schreib- und Lesetechnik für einen kommerziellen Einsatz ausreichend vereinfachen kann, muss sich noch zeigen.



