Nur Einstieg in den Kohleausstieg: Was auf der Weltklimakonferenz beschlossen wurde

Die Ergebnisse der Weltklimakonferenz in Glasgow gehen Klimaschützern nicht weit genug. Der Beschluss zum Kohleausstieg wurde am Ende abgeschwächt.

Ein Bericht von Christiane Schulzki-Haddouti veröffentlicht am
Über den Erfolg der Weltklimakonferenz sind sich Aktivisten und Politiker uneins.
Über den Erfolg der Weltklimakonferenz sind sich Aktivisten und Politiker uneins. (Bild: Yves Herman/Reuters)

Am Ende wurde es knapp: Am Freitag, dem offiziell letzten Konferenztag, sollte die Beschlussvorlage fertig sein - doch der Brite Alok Sharma, der dem Verhandlungsprozess auf der 26. Weltklimakonferenz in Glasgow vorstand, sah die Staatengemeinschaft aus 197 Ländern "gerade bei den wichtigsten Fragen noch nicht am Ziel". Die Delegierten verhandelten und feilten noch den ganzen Freitag und Samstag am Text. Samstagabend war es schließlich so weit: Die Abschlusserklärung (PDF), der Glasgower Klimapakt, wurde einstimmig verabschiedet.

Inhalt:
  1. Nur Einstieg in den Kohleausstieg: Was auf der Weltklimakonferenz beschlossen wurde
  2. Auslaufen der Kohleverstromung beschleunigen
  3. Geldtopf für Klimafolgeschäden
  4. Bündnisse, Koalitionen, Deals und Erklärungen

Für UN-Generalsekreätr António Guterres ist das Ergebnis "ein Kompromiss, der die Interessen, Widersprüche und den politischen Willen der heutigen Welt widerspiegelt." Es sei ein wichtiger Schritt, aber "er reicht nicht", betonte er. Guterres appelliert an die Staaten: "Es ist Zeit, in den Notfallmodus zu wechseln: Die Klimaschlacht ist der Kampf unseres Lebens und dieser Kampf muss gewonnen werden."

Damit unterscheidet sich Guterres nur wenig von den Aktivisten von Fridays for Future, die den Konferenzteilnehmern Versagen vorwerfen. Luisa Neubauer begründete dies gegenüber der Funke Mediengruppe damit, dass die Regierungen es "nur in Ansätzen gewagt" hätten, "das fossile System anzugehen."

Vor der Konferenz hatten die Vereinten Nationen eindringlich gewarnt: Die aktuellen nationalen Selbstverpflichtungen reichen nur aus, um die Erderwärmung auf 2,7 Grad zu begrenzen. In Glasgow mussten daher noch mal alle Länder nachlegen. Alle bekennen sich jetzt zum Ziel von 1,5 Grad. War bisher von 2050 die Rede, wurden nun mehrere Ziele bis 2030 genannt. Bereits Ende 2022 sollen die nationalen Klimaziele erneut überprüft werden.

Raus aus der Kohle, weg mit "ineffizienten" Subventionen

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Zentrales Thema der Konferenz: Die Emissionsreduktionen schneller und konkreter zu vereinbaren. Noch in diesem Jahrzehnt, so die Abschlusserklärung, muss der Ausstoß der Treibhausgase um 45 Prozent sinken.

Erstmals wird in einem Abschlussdokument der Weltklimakonferenz der weltweite Kohleausstieg thematisiert. Bundesumweltministerin Svenja Schulze sieht darin einen "Paradigmenwechsel". EU-Klimakommissar Frans Timmermann hält diese Forderung für "historisch".

Doch wie schnell und umfassend er umgesetzt werden soll, darum rangen die Delegierten bis zur letzten Minute. Noch unterscheiden sich die Länderinteressen zu stark, als dass eine starke Botschaft möglich gewesen wäre. Die Leistungsfähigkeit von Volkswirtschaften wie Australien, Russland und Saudi-Arabien hängt noch zu stark von fossilen Energien ab. Auch China und Indien tun sich schwer mit dem Ausstieg aus der Kohle. Aus einem Ausstieg (engl. "phase-out") wurde am Ende ein Auslaufen ("phasedown").

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Auslaufen der Kohleverstromung beschleunigen 
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x2k 21. Nov 2021

Wie konnte ich nur...

demon driver 15. Nov 2021

Unfug. Die vorhandenen sind immer noch genug, um den Planeten an die Wand zu fahren. Und...

demon driver 15. Nov 2021

Oh, ich denke, da sind durchaus einige dabei, denen das bewusst ist. Es kommt jetzt aber...

bofhl 15. Nov 2021

Na dann versuch es mal mit "ich habe kein Auto" oder "Wärmepumpen sind auch nur e-Heizungen"



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