Nur die bedrohlichen: Russland will wohl nicht alle VPN-Dienste sperren
Nachdem Anfang Oktober angekündigt wurde, dass die russische Kommunikationsaufsichtsbehörde Roskomnadsor VPN-Dienste in Russland umfassend sperren will, soll die Blockade offenbar nicht alle Anbieter treffen. Nur bestimmte VPN-Dienste, die eine Bedrohung darstellen, sollen gesperrt werden, heißt es in einem neuen Bericht der Nachrichtenagentur RIA Novosti(öffnet im neuen Fenster).
Die Information stamme vom russischen Digitalministerium, das auf eine entsprechende Anfrage von Anton Tkatschow von der russischen Partei Neues Volk reagiert habe. Konkret heißt es in der Antwort des Ministeriums, es könnten "bestimmte VPN-Dienste und VPN-Protokolle im Netz für den ausländischen Verkehr gefiltert werden, die als Bedrohung identifiziert werden".
Tkatschow habe zuvor gegenüber der russischen Regierung betont, dass ein generelles VPN-Verbot den Sanktionsdruck auf Russland erhöhen würde. So seien VPN-Dienste teilweise für den ununterbrochenen Betrieb einiger im Ausland produzierter Geräte erforderlich. Die Schaffung inländischer Dienste könne dieses Problem nicht lösen.
VPN-Dienste sind offiziell ab März 2024 verboten
Ab dem 1. März 2024 soll in Russland eine Verordnung in Kraft treten, nach der VPN-Dienste, die Zugang zu in Russland verbotenen Plattformen bieten, gesperrt werden. Damit will die russische Regierung vor allem den Zugriff auf Produkte des US-amerikanischen Social-Media-Konzerns Meta unterbinden, der in Russland als extremistische Organisation eingestuft wird. Dienste wie Whatsapp, Facebook und Instagram sind dort folglich verboten.
Erst vor rund zwei Wochen wiesen Daten des russischen Zentrums für die Überwachung und Kontrolle des öffentlichen Kommunikationsnetzes darauf hin, dass Russland bereits 167 VPN- und über 200 E-Mail-Dienste blockiert hat. Die VPN-Dienste sperrt Russland aber wohl nicht nur auf Basis von IP-Adressen. Die zuständige Behörde ordne vollständige Sperrungen gängiger VPN-Protokolle wie OpenVPN, IKEv2 und Wireguard an, hieß es Ende Oktober.
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