Versuch der Marktdominanz der Atomkraft gescheitert
Dabei wurde auf die Hoffnung gesetzt, dass sich Atomkraft mit Blick auf den schnellen Fortschritt der Technik und das Ende fossiler Energieträger zur dominierenden Form der Stromerzeugung entwickeln würde. In diesem Umfeld hätten die beiden Unternehmen dann eine führende Rolle eingenommen.
Das Vorgehen erinnert nicht ganz zufällig an jüngere Beispiele aus dem Bereich der sozialen Medien, der digitalen Werbung oder des Onlinehandels. Im Fall der Atomkraft hat sich laut der Studie jedoch schon in den Siebzigerjahren gezeigt, dass sich die Preise anderer Energieformen nicht unterbieten lassen.
Wobei dies nie das Ziel war. Die Prämisse der damaligen Energieprognosen für die Zukunft war, dass insbesondere Strom aus Kohle oder Öl bald unbezahlbar hätte sein sollen. Im Vergleich hätte sich der Bau von Atomkraftwerken natürlich gelohnt.
Gegenargumente häuften sich
Das führt laut der Studie dazu, dass in Ländern mit konkurrierenden Energieunternehmen, also explizit nicht China, kaum neuere Atomkraftwerke zu finden sind. Das endgültige Umdenken fand mit der Reaktorkatastrophe von Tschernobyl 1986 statt, aber bereits im Jahrzehnt davor war der Zubau vom Atomkraftwerken weltweit zum Erliegen gekommen.
Seit 1990 hat sich die Gesamtleistung aller weltweiten Kernreaktoren nicht mehr nennenswert erhöht, obwohl ein moderater Ausbau in Ländern wie China, Indien oder vereinzelt in Europa und den USA stattfindet. Das lässt sich auch, aber nicht nur durch einen Knick erklären, der 2011 durch die zweite große Reaktorkatastrophe in Fukushima, Japan, ausgelöst wurde.
In der nahen Zukunft wird wegen der insgesamt stark gealterten Reaktorflotte, in der viele Kraftwerke bereits seit über 40 Jahren laufen, global gesehen am ehesten mit einem Leistungsrückgang gerechnet.
Die Studie zeigt, dass trotz weiter bestehender Prognosen zu einem rasanten Ausbau der Atomkraft, der unter anderem für die Reduzierung des CO 2 -Ausstoßes eingeplant ist, ein solcher Ausbau nicht zu erwarten ist. In einem ökonomisch kompetitiven System sei Atomkraft nicht konkurrenzfähig. Dieser Widerspruch zwischen immer wieder diskutiertem Ausbau und der realen Entwicklung wird als nukleares Energieparadox bezeichnet.
Bei diesem Text handelt es sich um den zweiten Teil der Analyse der Studie zur Ökonmie der Atomkraft der TU Berlin. Hier geht es zum ersten Teil .
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