Linux, Verfügbarkeit und Fazit

Beim Test des Hades-Canyon-NUC vor einem Jahr hatten wir reichlich Probleme, das Gerät mit Linux zu betreiben. Das lag primär an den damals noch fehlenden Anpassungen und Treibern für das GPU-Design, welches AMDs Polaris und Vega kombiniert. Für den Crimson-Canyon-NUC sind die Voraussetzungen deutlich besser: Immerhin nutzt der NUC8 mit der Radeon RX 540 einen Polaris-Chip, der seit rund zwei Jahren an OEMs verteilt wird und eine gute Linux-Treiber-Unterstützung haben sollte.

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Nachdem wir unsere vorbereitete SSD mit dem aktuellen Ubuntu 18.04 LTS in das Gerät verbaut haben, startet das System wie gewünscht: Wir bekommen direkt einen 3D-beschleunigten Desktop angezeigt, und ein Blick in die Systemdetails zeigt, dass der Linux-Grafiktreiber von AMD ordnungsgemäß geladen wurde und funktioniert.

Unsere Freude über den guten Linux-Support des Minirechners ist jedoch nur von kurzer Dauer: Der Desktop friert ein und der Rest des Systems nimmt keinerlei Eingaben mehr an - ein Totalabsturz. Die tatsächliche Ursache dafür konnten wir nicht finden, vermuten aber einen Bug irgendwo in den vielen verschiedenen Teilen des Linux-Grafik-Stacks. Nach einem Neustart lief das System wieder wie gewünscht. Abseits von CPU und GPU lassen sich die Peripherie des NUC, also LAN und Wi-Fi sowie USB, und der Sound unter Linux nutzen.

Verfügbarkeit

Intel verkauft den Crimson Canyon in zwei Varianten für 430 Euro und 460 Euro: Die NUC8i3CYSM hat 4 GByte verlöteten Arbeitsspeicher und die kaum teurere NUC8i3CYSN ist mit 8 GByte bestückt. Beide Modelle nutzen einen Dualcore-Prozessor mit deaktivierter iGPU, daher verlötet Intel eine Radeon RX 540. In den zwei NUC8 steckt jeweils eine 1-TByte-Festplatte mit Windows 10 Home. Ein Steckplatz für eine SSD im M.2-Format ist vorhanden. Bluetooth 5 und schnelles WLAN sind als Chip installiert.

Fazit

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Wer nur die Eckdaten des NUC8 kennt, könnte diesen für einen guten Mini-PC halten: Das Gehäuse ist kompakt verfügt über zahlreiche Anschlüsse - so gibt es neben USB und Gigabit-Ethernet noch gleich zwei HDMI-Ports und einen SD-Kartenleser. Auch die Ausstattung mit Core-i3-Dualcore-Prozessor, 8 GByte Arbeitsspeicher und Radeon-Grafikeinheit klingt erst einmal anständig.

Im Betrieb allerdings nervt die vorinstallierte Festplatte durch ihr durchweg hörbares Betriebsgeräusch, vor allem aber ist das Ansprechverhalten des Mini-PCs sehr träge. Intel hätte besser daran getan, die HDD wegzulassen und das System für 50 Euro weniger als Barebone anzubieten, statt Nutzern mit solch antiker Technik den Spaß am Crimson Canyon zu nehmen. Wir empfehlen, eine günstige NVMe- oder Sata-SSD im M.2-Kärtchenformat zu kaufen und nachzurüsten. Brauchbare 128-GByte-Modelle gibt es für unter 50 Euro.

Bei einem genaueren Blick ist der kleine Rechner zudem ein anschauliches Beispiel, dass Intels 10-nm-Fertigung bisher ein Reinfall ist: Der Cannon-Lake-Prozessor taktet langsamer als seine 14-nm-Pendants und die theoretisch vorhandene Grafikeinheit (iGPU) wurde notgedrungen abgeschaltet, weshalb Intel eine zusätzliche Radeon RX 540 von AMD verlöten musste. Die reicht für wenig fordernde Spiele in 1080p-Auflösung mit mittleren bis hohen Details - das würde die Intel-iGPU sowieso nicht schaffen.

Neben der Festplatte statt einer SSD empfinden wir auch die Lüfterlautstärke im Leerlauf als zu hoch, das lässt sich aber mit dem Silent- statt dem Balanced-Profil ohne nennenswerte Leistungseinbußen korrigieren. Mit ein bisschen zusätzlichem Budget und ein paar Optimierungen ist der NUC8 somit ein technisch spannender Mini-PC mit relativ viel Performance für seine Größe. Drastisch schnellere Modelle wie der Hades Canyon sind zwar nicht deutlich größer, kosten aber fast das Doppelte.

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 Cannon Lake trifft RX 540
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werpu 13. Nov 2019

Mini Formfaktor und Lüfterkühlung schließen sich gegenseitig aus, wenns leise sein soll...

werpu 13. Nov 2019

Es gibt teilweise sogar vereinzelte ähnliche Modelle, Asus hatte da glaub ich was im...

werpu 13. Nov 2019

Bei vielen dieser Anwendungen ist wohl ein ernsthafter GPU Einsatz oft von mehr Vorteil...

werpu 13. Nov 2019

ordentlicher Mini ITX Rechner, nur ein bischen größer und man kann etwas gescheiteres...

Esquilax 21. Mär 2019

Ne, ist halt Deutsch?! Manche Leute haben Probleme...



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