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Cannon Lake trifft RX 540

Für normale Nutzer reicht es, die in den vier gummierten Füßchen des Crimson Canyon sitzenden Schrauben herauszudrehen - aber Vorsicht: Unter dem Deckel ist die 2,5-Zoll-Festplatte montiert, welche nur mit einem dünnen Flachbandkabel mit dem Mainboard verbunden ist. Wer möchte, kann die vorhandene Hard Disk Drive (HDD) gegen ein viel flotter reagierendes Solid State Drive (SSD) tauschen oder aber den M.2-Slot auf der Platine verwenden. Der nimmt 2280- oder 2242-Modelle mit Sata- oder NVMe/PCIe-Interface auf; wir haben daher eine Samsung PM981 eingesteckt.

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Um an die restliche Hardware des NUC8 heranzukommen, muss die Platine demontiert werden, was aber im regulären Betrieb unnötig ist. Intel verwendet ein ac-ac-9560-Modul für Bluetooth 5 und 2x2-WiFi (1.733 MBit/s brutto), welches verlötet wurde. Gleiches gilt für den Prozessor samt dem LPDDR4-2400-Arbeitspeicher und die ebenfalls fest verbaute, zusätzliche Grafikeinheit - eine Radeon RX 540 von AMD samt eigenem GDDR5-Videospeicher. Die CPU und die GPU treten durch Wärmeleitpaste mit dem Kühler in Kontakt, dessen zwei Heatpipes leiten die Hitze an einen winzigen Block aus Aluminium-Lamellen ab, durch den ein radialer Lüfter nach hinten pustet.

  • NUC8 alias Crimson Canyon (Bild: Marc Sauter/Golem.de)
  • Viele Anschlüsse an der Front ... (Bild: Marc Sauter/Golem.de)
  • ... und an der Rückseite des Mini-PCs. (Bild: Marc Sauter/Golem.de)
  • Links befinden sich der Kartenleser und Kensington-Öse. (Bild: Marc Sauter/Golem.de)
  • Der SD-Reader überträgt rund 90 MByte/s. (Bild: Marc Sauter/Golem.de)
  • Unter dem Deckel installiert Intel eine Festplatte vor. (Bild: Marc Sauter/Golem.de)
  • Das Kabel ist sehr dünn, also Vorsicht beim Öffnen. (Bild: Marc Sauter/Golem.de)
  • Der Käfig ist für 2,5-Zoll-Sata-Laufwerke ausgelegt. (Bild: Marc Sauter/Golem.de)
  • Im NUC8 steckt eine 1-TByte-HDD von Seagate. (Bild: Marc Sauter/Golem.de)
  • Der kleine Radiallüfter ist uns zu laut. (Bild: Marc Sauter/Golem.de)
  • CPU und GPU befinden sich unter den beiden Heatpipes. (Bild: Marc Sauter/Golem.de)
  • Auf der Platine gibt es einen M.2-Slot für SSDs. (Bild: Marc Sauter/Golem.de)
  • Das WLAN-Modul ist von Intel. (Bild: Marc Sauter/Golem.de)
  • Die Hauptplatine des NUC8 (Bild: Marc Sauter/Golem.de)
  • Links der Cannon-Lake-Prozessor, rechts der Chipsatz (Bild: Marc Sauter/Golem.de)
  • Zusätzlich ist eine Radeon RX 540 verlötet. (Bild: Marc Sauter/Golem.de)
  • GDDR5-Videospeicher für die Grafikeinheit (Bild: Marc Sauter/Golem.de)
  • LPDDR4-Arbeitsspeicher für die CPU (Bild: Marc Sauter/Golem.de)
Die Hauptplatine des NUC8 (Bild: Marc Sauter/Golem.de)

Beim Prozessor handelt es sich um einen Core i3-8121U, intern als Cannon Lake U bezeichnet. Der fast quadratische Chip wird von Intel in 10 nm gefertigt, er hat zwei Palm-Cove-Kerne, Hyperthreading sowie 4 MByte L3-Cache. Mit 2,2 GHz bis 3,2 GHz bei 15 Watt thermischer Verlustleistung (TDP) taktet er niedriger als ähnliche 14-nm-Modelle wie der Core i3-8130U (Kaby Lake U) und rechnet im Durchschnitt auch etwas langsamer: 333 Punkte sowie 136 Punkte im Cinebench R15 sind angesichts von Quadcore-Ultrabooks schwach. Der Core i3-8121U beherrscht als erster 15-Watt-Chip den AVX-512-Befehlssatz. Da nur eine Pipeline verbaut ist, steigt der Durchsatz verglichen zu AVX2 aber nicht. Echte Consumer-Software für AVX-512 gibt es ohnehin keine, diese ist selbst im Server-Segment noch vergleichsweise selten.

Doch der 10-nm-Prozess hat abseits der mäßigen Taktbarkeit noch ein Problem: Die Chip-Ausbeute (Yield) ist offenbar so schlecht, dass Intel die prinzipiell vorhandene integrierte Grafikeinheit des Core i3-8121U aufgrund von Fehlern deaktivieren muss. Folgerichtig fehlt die iGPU, weshalb im Crimson Canyon eine zusätzliche Radeon RX 540 verlötet ist, die per PCIe Gen3 x4 mit der CPU kommuniziert. Diese nutzt die Polaris-Architektur mit 512 Shader-Kernen und einem 128-Bit-Interface, an welchem 2 GByte GDDR5-Videospeicher angebunden sind. Ältere oder anspruchslose Spielen laufen auf der AMD-Grafikeinheit flüssig, beispielsweise Rocket League in 1080p mit hohen Details bei über 40 fps.

Im Leerlauf benötigt unser Muster des NUC8 überraschend hohe 20 Watt, wir konnten weder im UEFI noch unter Windows 10 eine Option finden, diesen Wert zu verringern. Wird rein der Prozessor belastet, steigt die Leistungsaufnahme auf 47 Watt in Blender. Dafür, dass der Cannon Lake auf 15 Watt eingestellt ist, erscheint uns das Delta zum Idle-Betrieb ebenfalls hoch. In Spielen wie Rocket League gibt sich der Mini-PC kurioserweise mit rund 30 Watt zufrieden, anscheinend darf die Radeon RX 540 nicht sonderlich viel Energie aufnehmen.

Unter Linux läuft der Crimson Canyon erfreulich rund, was angesichts der üblichen guten Software-Unterstützung von AMD und Intel allerdings wenig verwundert.

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 NUC8 (Crimson Canyon) im Test: AMD rettet Intels 10-nm-MinirechnerLinux, Verfügbarkeit und Fazit 
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werpu 13. Nov 2019

Mini Formfaktor und Lüfterkühlung schließen sich gegenseitig aus, wenns leise sein soll...

werpu 13. Nov 2019

Es gibt teilweise sogar vereinzelte ähnliche Modelle, Asus hatte da glaub ich was im...

werpu 13. Nov 2019

Bei vielen dieser Anwendungen ist wohl ein ernsthafter GPU Einsatz oft von mehr Vorteil...

werpu 13. Nov 2019

ordentlicher Mini ITX Rechner, nur ein bischen größer und man kann etwas gescheiteres...

Esquilax 21. Mär 2019

Ne, ist halt Deutsch?! Manche Leute haben Probleme...


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