Amnesty veröffentlicht die Domains, mit denen Journalisten gehackt wurden

Laut Amnesty International wurde Radi zwischen Januar 2019 und Januar 2020 mehrfach auf diese Weise angegriffen. Dabei wurde bis Oktober 2019 auf die Domain free247downloads[.]com umgeleitet. Nachdem Amnesty International den Trojaner-Hersteller am 2. Oktober 2019 mit einem detaillierten Bericht über seine Recherche konfrontierte, wurde die Infrastruktur mitsamt der Domain binnen weniger Tage abgeschaltet. Damit hörten die Angriffe jedoch nicht auf, sondern wurden mit einer neuen Domain, urlpush[.]net, weitergeführt.

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Journalisten und Menschenrechtsaktivisten aus Marokko oder andere möglicherweise betroffene Personen können in der Browserhistorie ihres iPhones überprüfen, ob die entsprechenden Seiten aufgerufen wurden. Ist dies der Fall, wurden sie höchstwahrscheinlich mit der Schadsoftware angegriffen. Sind die Domains nicht vorhanden, ist dies allerdings kein Beweis, dass kein Angriff durchgeführt wurde.

Die auf die beschriebene Weise installierte Schadsoftware Pegasus ermöglicht den Angreifern einen weitgehenden Zugriff auf die Informationen auf dem iPhone. Beispielsweise können Anrufe mitgehört, SMS, Messengernachrichten und E-Mails mitgelesen, Passwörter ausgelesen oder das Smartphone als Wanze missbraucht werden. Neben Radi wurden auch etliche weitere Journalisten und Menschenrechtsaktivisten in Marokko und vielen anderen Staaten der Welt mit Software der NSO überwacht.

Die Überwachung von Journalisten und Menschenrechtsaktivisten geht weiter

Die NSO wollte den Vorfall gegenüber Amnesty International weder bestätigen noch dementieren. Das Unternehmen betont jedoch, dass es seine Verantwortung für die Achtung der Menschenrechte ernst nehme und sich nachdrücklich dafür einsetze, Auswirkungen auf die Menschenrechte zu vermeiden. So hatte das Unternehmen erst im September in Reaktion auf den anhaltenden Druck einen Menschenrechtskodex verabschiedet.

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Dort heißt es unter anderem, dass die "Produkte nur an geprüfte und legitime Regierungsbehörden lizenziert" würden und "ausschließlich zur Verhütung und Untersuchung schwerer Verbrechen, einschließlich Terrorismus" verwendet werden dürften. Doch Kriminalität definiert sich über die jeweiligen Gesetze des Landes - und Überwachung wird oft im Verdachtsfall eingesetzt. Entsprechend wirkungslos ist die immer wieder von der NSO aufgestellte Behauptung. Erst Anfang 2019 hatte der NSO-CEO argumentiert, warum es okay sei, Journalisten zu überwachen.

Derweil wird eine Klage von Facebook gegen die NSO vor US-Gerichten verhandelt. Der Vorwurf: Mindestens 1.400 Whatsapp-Nutzer, darunter neben Journalisten und Menschenrechtsaktivisten auch hochrangige Regierungsbeamte aus mindestens 20 Staaten, sollen von der NSO zwischen April und Mai 2019 gehackt worden sein. Im Laufe des Verfahrens wurde bekannt, dass sich auch Facebook bereits für die Funktionen der Software Pegasus interessiert hatte. Auch im Umfeld des ermordeten Journalisten Jamal Khashoggi kam die Überwachungssoftware der NSO zum Einsatz.

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 NSO: Journalisten in Marokko per Mobilfunk gehackt
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Zinthos 24. Jun 2020

Geräte von Apple mit iOS sind doch 100% sicher, unknackbar und sowieso das "Beste wo...

Codemonkey 22. Jun 2020

"Nach eigenen Angaben erhält Google seit 2009 jedes Jahr NSLs, die über 1000 und unter...

mtr (golem.de) 22. Jun 2020

Hallo, Danke für den Hinweis. Wir haben das entsprechend abgeändert. Viele Grüße Moritz

herc 22. Jun 2020

für konformisten sind aluhüte streng verboten. bitte immer schön in die...



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