NSO Group: Spanien setzt offenbar Staatstrojaner gegen Katalanen ein

Laut Medienberichten ist der Vorgang in Spanien Teil des großangelegten Whatsapp-Hacks durch die NSO Group. Es ist der erste Fall in Europa.

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Auf einer Pressekonferenz bestätigt Roger Torrent den Hack seines Telefons.
Auf einer Pressekonferenz bestätigt Roger Torrent den Hack seines Telefons. (Bild: PAU BARRENA/AFP via Getty Images)

Der Präsident des Parlaments von Katalonien, Roger Torrent, ist offenbar mit einem Staatstrojaner ausspioniert worden. Das berichten die Zeitungen El País und der Guardian in einer gemeinsamen Recherche. Neben Torrent seien demnach noch mindestens zwei weitere Personen über einen Trojaner ausspioniert worden. Alle drei setzen sich für eine Unabhängigkeit Kataloniens ein.

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Die Betroffenen sind offenbar unter jenen rund 1.400 Personen weltweit, die durch Trojaner des israelischen Trojaner-Herstellers NSO per Whatsapp gehackt worden sein sollen. Diesen großen Hack wirft Whatsapp zumindest NSO in einer Klage vor, die der Messenger-Betreiber im vergangenen Herbst eingereicht hat. Dem Bericht zufolge sind die nun veröffentlichten Hacks in Spanien damit die ersten bekannten Fälle in diesem Zusammenhang in Europa.

Der Politiker Torrent wird damit zitiert, dass es den Anschein habe, der "spanische Staat" stecke hinter diesen Angriffen. Dieser geht seit Jahrzehnten auch mit juristisch fragwürdigen Methoden gegen Personen im Baskenland und in Katalonien, die sich für eine Unabhängigkeit dieser Landesteile einsetzen, vor. Dazu gehört unter anderem auch der Einsatz von Trojanern und ähnlicher Malware. So war der spanische Geheimdienst CNI etwa Kunde des italienischen Trojaner-Herstellers Hacking Team, was geleakte Dokumente nach dem Angriff auf Hacking Team belegen sollen. Darauf weist das US-Magazin Motherboard hin. Darüber hinaus bestätigte ein ehemaliger Mitarbeiter von NSO dem Magazin, dass Spanien seit 2015 dort Kunde sei.

Motherboard soll außerdem sowohl von der Forschungsgruppe Citizen Lab sowie von einem Facebook-Angestellten, der den Whatsapp-Hack untersucht, eine Bestätigung darüber erhalten haben, dass auf den Telefonen der genannten Betroffenen tatsächlich NSO-Trojaner installiert worden seien. Durch wen diese Angriffe aber tatsächlich durchgeführt worden sind, lässt sich nur schwer mit Gewissheit sagen. Dem Guardian sagte das Amt des spanischen Ministerpräsidenten, dass es über keine Beweise für die genannten Hacks verfüge.

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