Abo
  • Services:

NSO Group: Pegasus-Staatstrojaner für Android entdeckt

Nach der iOS-Version des Staatstrojaners Pegasus haben Sicherheitsforscher auch eine Version für Android gefunden. Diese nutzt keine Zero-Day-Exploits und kann auch ohne vollständige Infektion Daten übertragen.

Artikel veröffentlicht am ,
Pegasus auf einer Münze
Pegasus auf einer Münze (Bild: Marie-Lan Nguyen/CC-BY 2.5)

Die Sicherheitsfirma Lookout hat in Kooperation mit Google eine Android-Version der Pegasus-Spionagesoftware gefunden. Im vergangenen Jahr hatte das Unternehmen in Kooperation mit dem Citizen Lab der Universität Toronto die iOS-Version der Schadsoftware gefunden, die vor allem gegen Aktivisten und Dissidenten eingesetzt wird. Anders als die iOS-Version nutzt Pegasus für Android für eine erfolgreiche Infektion der Smartphones keine Zero-Day-Exploits, sondern nutzt bekannte Sicherheitslücken aus.

Stellenmarkt
  1. Universitätsklinikum Frankfurt, Frankfurt am Main
  2. Zweckverband Landeswasserversorgung, Stuttgart

Die Malware soll vom Unternehmen NSO Group aus Israel stammen. Dieses verkauft die Spionagesoftware an Staaten weltweit, im aktuellen Fall sollen Infektionen aus Israel, Georgien, Mexiko, der Türkei, Kenia, Nigeria, den Vereinigten Arabischen Emiraten und weiteren Staaten kommen. Insgesamt soll es "weniger als drei Dutzend" aktive Installationen weltweit geben.

Die Daten über die Infektionen stammen von Google und sollen mit Hilfe des Verify-Apps-Programms erhoben worden sein, mit dem Google Samples von Malware auf Smartphones und anderen Android-Geräten finden kann. Google hat die Malware im Unterschied zu Lookout Chrysaor genannt, den Bruder von Pegasus.

Die Software ist in der Anschaffung nicht ganz billig: Zehn Lizenzen für den Trojaner für iOS kosten inklusive Einrichtung und Support rund 1,2 Millionen US-Dollar. Die Android-Version soll ausweislich der bekanntgewordenen Preisliste ungefähr das Gleiche kosten.

Der Bruder von Pegasus

Pegasus für Android nutzt Framaroot, um Root-Rechte auf dem Gerät zu erlangen. Ist dies nicht möglich, kann die Software trotzdem nach bestimmten Rechten fragen und so möglicherweise Daten an die Command-and-Control-Server (C2-Server) weiterleiten, ohne einen vollen Exploit des Geräts durchzuführen. Dies ist bei der iOS-Version nicht möglich. Nach Angaben von Lookout werden insbesondere die Apps von Whatsapp, Skype, Facebook, Viber, Gmail, Twitter und einige native Android-Apps nach verwertbaren Informationen abgesucht.

Lookout hat die Software nach eigenen Angaben entdeckt, indem Forscher des Unternehmens in den eigenen Datensätzen nach verschiedenen Komponenten der iOS-Malware gesucht haben. Die Software kann aus der Ferne auch über SMS gesteuert werden. Befehler können auch über HTTP-Requests und über Message Queue Telemetry Transport (MQTT), einem Protokoll für die Übertragung von Telemetriedaten, empfangen werden.

Software wie Pegasus wird gerade auf mobilen Geräten meist per Social-Engineering verbreitet. Viele Aktivisten haben in der Vergangenheit berichtet, dass sie Mails und SMS mit Hinweisen auf Dokumentationen angeblicher Menschenrechtsverletzungen bekommen haben. Hinter dem Link verbirgt sich dann die Malware.



Anzeige
Blu-ray-Angebote
  1. 5€ inkl. FSK-18-Versand
  2. 5€ inkl. FSK-18-Versand
  3. (u. a. 3 Blu-rays für 15€, 2 Neuheiten für 15€)

ve2000 04. Apr 2017

Ich kann mich erinnern, damit mal ein Gerät gerootet zu habe. Muss wohl so um 2013 und...

v2nc 04. Apr 2017

Naja, wenn die APP sich über n exploit root rechte sichert glaube ich nicht dass supersu...

ElMario 04. Apr 2017

...das Israel wieder auferstanden ist, bei den Großen technisch mitmischt und den...


Folgen Sie uns
       


Asus Zephyrus M vs Alienware m15 - Test

Das Zephyrus M von Asus und das m15 von Alienware sind sehr unterschiedliche Produkte. Beide richten sich an anspruchsvolle Gamer, doch nur eines bewahrt auch unter Last einen kühlen Kopf.

Asus Zephyrus M vs Alienware m15 - Test Video aufrufen
Asana-Gründer im Gespräch: Die Konkurrenz wird es schwer haben, zu uns aufzuschließen
Asana-Gründer im Gespräch
"Die Konkurrenz wird es schwer haben, zu uns aufzuschließen"

Asana ist aktuell recht erfolgreich im Bereich Business-Software - zahlreiche große Unternehmen arbeiten mit der Organisationssuite. Für Mitgründer Justin Rosenstein geht es aber nicht nur ums Geld, sondern auch um die Unternehmenskultur - nicht nur bei Asana selbst.
Ein Interview von Tobias Költzsch


    Karma-Spyware: Wie US-Auftragsspione beliebige iPhones hackten
    Karma-Spyware
    Wie US-Auftragsspione beliebige iPhones hackten

    Eine Spionageabteilung im Auftrag der Vereinigten Arabischen Emirate soll die iPhones von Aktivisten, Diplomaten und ausländischen Regierungschefs gehackt haben. Das Tool sei wie Weihnachten gewesen, sagte eine frühere NSA-Mitarbeiterin und Ex-Kollegin von Edward Snowden.
    Ein Bericht von Friedhelm Greis

    1. Update O2-Nutzer berichten über eSIM-Ausfälle beim iPhone
    2. Apple iPhone 11 soll Trio-Kamerasystem erhalten
    3. iPhone mit eSIM im Test Endlich Dual-SIM auf dem iPhone

    Mac Mini mit eGPU im Test: Externe Grafik macht den Mini zum Pro
    Mac Mini mit eGPU im Test
    Externe Grafik macht den Mini zum Pro

    Der Mac Mini mit Hexacore-CPU eignet sich zwar gut für Xcode. Wer eine GPU-Beschleunigung braucht, muss aber zum iMac (Pro) greifen - oder eine externe Grafikkarte anschließen. Per eGPU ausgerüstet wird der Mac Mini viel schneller und auch preislich kann sich das lohnen.
    Ein Test von Marc Sauter

    1. Apple Mac Mini (Late 2018) im Test Tolles teures Teil - aber für wen?
    2. Apple Mac Mini wird grau und schnell
    3. Neue Produkte Apple will Mac Mini und Macbook Air neu auflegen

      •  /