NSA-Untersuchungsausschuss: Wikileaks-Akten könnten aus Bundestagshack stammen

Die von der Enthüllungsplattform Wikileaks veröffentlichten geheimen Akten aus dem NSA-Untersuchungsausschuss wurden möglicherweise beim Cyberangriff auf den Bundestag 2015 gestohlen. Die Opposition widerspricht dieser Darstellung.

Artikel veröffentlicht am , /dpa
Wikileaks hat Daten aus dem NSA-Untersuchungsausschuss veröffentlicht.
Wikileaks hat Daten aus dem NSA-Untersuchungsausschuss veröffentlicht. (Bild: Adam Berry/Getty Images)

Hierfür gebe es eine "hohe Plausibilität", sagte ein hoher Sicherheitsbeamter der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung. Für den Angriff machen Sicherheitskreise russische Hacker verantwortlich. Damals flossen nach Erkenntnissen der Sicherheitsbehörden große Datenmengen ab.

90 GByte an Daten

Stellenmarkt
  1. Software Developer - Web und Cloud (m/w/d)
    Hays AG, Stuttgart
  2. (Junior) IT - Projektmanager (m/w/d)
    e-hoi GmbH, Frankfurt am Main
Detailsuche

Wikileaks hatte Anfang Dezember 2016 geheime Informationen aus dem NSA-Untersuchungsausschuss des Bundestages veröffentlicht. Die insgesamt 2.420 Dokumente kämen aus verschiedenen Bundesbehörden, darunter Bundesnachrichtendienst (BND), Bundesamt für Verfassungsschutz (BfV) und Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI), teilte Wikileaks damals mit. Der Aktenbestand fasst 90 GByte.

Die von Wikileaks veröffentlichten Akten stammen aus der Zeit vom Frühjahr 2014 bis zum Januar 2015, neuere Akten sind nicht dabei. Das spricht dem Zeitungsbericht zufolge nach Ansicht der Sicherheitskreise dafür, dass die Unterlagen aus dem Cyberangriff auf den Bundestag im Frühjahr 2015 stammen. Dafür wird Russland verantwortlich gemacht.

Mögliche Belege

Demnach gelte es als unwahrscheinlich, dass die Akten aus einem Abgeordnetenbüro im Bundestag weitergegeben worden sind. Denn dann wäre versucht worden, auch möglichst "frische" Akten zu veröffentlichen, berichtet die Zeitung mit Bezug auf Sicherheitskreise.

Golem Akademie
  1. Advanced Python – Fortgeschrittene Programmierthemen: virtueller Drei-Tage-Workshop
    23.-25.01.2023, Virtuell
  2. Go für Einsteiger: virtueller Zwei-Tages-Workshop
    25./26.07.2022, Virtuell
Weitere IT-Trainings

Ebenfalls dafür spreche, dass die veröffentlichten Akten der geringsten Geheimhaltungsstufe unterlegen haben, also mit "Verschlusssache - Nur für den Dienstgebrauch" versehen waren. Auf dem Server des Bundestages sollen sich keine Akten befunden haben, die unter den drei höheren Geheimhaltungsgraden eingestuft wurden. Diese konnten nur in der Geheimschutzstelle des Parlaments in Papierform eingesehen werden.

Opposition widerspricht

Der Grünen-Politiker Konstantin von Notz zeigte sich skeptisch, ob im Fall der NSA-Akten tatsächlich Russland verantwortlich sei. "Als der Hackerangriff 2015 untersucht wurde, hieß es ausdrücklich, der Untersuchungsausschuss sei nicht betroffen", sagte Notz, Obmann seiner Partei im NSA-Ausschuss, dem Tagesspiegel.

André Hahn, Vertreter der Linkspartei im NSA-Ausschuss, sagte dem Tagesspiegel, es gebe diverse Möglichkeiten, wie die Akten an Wikileaks gelangt sein könnten. Eine russische Einflussnahme auf den Bundestagswahlkampf hält er aber für "absurd". "Ich sehe hier eher den Versuch, damit von innenpolitischen Problemen abzulenken."

Bitte aktivieren Sie Javascript.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
  • ohne Werbung
  • mit ausgeschaltetem Javascript
  • mit RSS-Volltext-Feed


captainluke 23. Dez 2016

Eine Datei ist im Durchschnitt 38MB groß. Ich bin auch neugierig, dies zu lesen.

foho 13. Dez 2016

ihm wahrscheinlich schon, nur seinen kollegen nicht. ich werde hier auch regelmäßig...

ffx2010 12. Dez 2016

An Seriosität nicht mehr zu überbieten.

Seismoid 12. Dez 2016

ich war da ja schon immer für weltenzerstörende meteoriten und kinderfressende au...



Aktuell auf der Startseite von Golem.de
Sicherheitslücke
Die Schadsoftware, die auf ausgeschalteten iPhones aktiv ist

Forschern ist es gelungen, eine Schadsoftware auf ausgeschalteten iPhones mit vermeintlich leerem Akku auszuführen. Denn ganz aus sind diese nicht.

Sicherheitslücke: Die Schadsoftware, die auf ausgeschalteten iPhones aktiv ist
Artikel
  1. Bundeswehr: Das Heer will sich nicht abhören lassen
    Bundeswehr
    Das Heer will sich nicht abhören lassen

    Um sicher zu kommunizieren, halten die Landstreitkräfte in NATO-Missionen angeblich ihre Panzer an und verabreden sich "von Turm zu Turm".
    Ein Bericht von Matthias Monroy

  2. Einstieg in Linux mit drei Online-Workshops
     
    Einstieg in Linux mit drei Online-Workshops

    Linux-Systeme verstehen und härten sowie die Linux-Shell programmieren - das bieten drei praxisnahe Online-Workshops der Golem Akademie.
    Sponsored Post von Golem Akademie

  3. Milliarden-Übernahme: Musk spricht von günstigerem Übernahmeangebot für Twitter
    Milliarden-Übernahme  
    Musk spricht von günstigerem Übernahmeangebot für Twitter

    Mit Blick auf die Zählung von Spam-Konten bei Twitter hat Elon Musk gefragt, ob die mehr als 200 Millionen Twitter-Nutzer angerufen worden seien.

Du willst dich mit Golem.de beruflich verändern oder weiterbilden?
Zum Stellenmarkt
Zur Akademie
Zum Coaching
  • Schnäppchen, Rabatte und Top-Angebote
    Die besten Deals des Tages
    Daily Deals • Cyber Week: Bis zu 400€ Rabatt auf Gaming-Stühle • AOC G3 Gaming-Monitor 34" UWQHD 165 Hz günstig wie nie: 404€ • Xbox Series X bestellbar • MindStar (u.a. Gigabyte RTX 3090 24GB 1.699€) • LG OLED TV (2021) 65" 120 Hz 1.499€ statt 2.799€ [Werbung]
    •  /