NSA-Technikchef: Spitzenspion jobbt in Firma von Ex-Direktor Alexander

Dass die US-Geheimdienste eng mit der Privatwirtschaft verflochten sind, ist kein Geheimnis. Das nebenberufliche Engagement eines hochrangigen Beamten bei seinem Ex-Chef Alexander geht nun aber selbst der NSA zu weit.

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Ex-NSA-Chef Keith Alexander will sein geheimes Wissen zu viel Geld machen.
Ex-NSA-Chef Keith Alexander will sein geheimes Wissen zu viel Geld machen. (Bild: Michael Kovac/Getty Images for Vanity Fai)

Der US-Auslandsgeheimdienst NSA prüft die Mitarbeit eines hohen Beamten für die private Sicherheitsfirma von Ex-NSA-Direktor Keith Alexander. Wie die Nachrichtenagentur Reuters berichtet, arbeitet NSA-Cheftechniker Patrick Dowd bis zu 20 Stunden in der Woche für Alexanders Firma Ironnet Cybersecurity. Alexander war im März als NSA-Direktor ausgeschieden und soll bis zu eine Million Dollar im Monat verlangen, um Banken in Sicherheitsfragen zu beraten. Obwohl die Mitarbeit Dowds von der NSA-Spitze gebilligt worden sei, will der Geheimdienst den Fall nun prüfen.

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In den USA gibt es eine enge Verflechtung zwischen Privatwirtschaft und Geheimdienst, die bisweilen als militärisch-digitaler Komplex bezeichnet wird. Während die CIA beispielsweise viele junge High-Tech-Firmen unterstützt, verlassen etliche Ex-NSA-Mitarbeiter den Dienst und gründen auf Basis ihrer Expertise eigene Sicherheitsunternehmen. Der Fall Dowd ist laut Reuters hingegen ungewöhnlich. Frühere und derzeitige US-Geheimdienstmitarbeiter könnten sich nicht daran erinnern, dass einem hochrangigen Geheimdienstler jemals die gleichzeitige Mitarbeit in einem privaten Unternehmen erlaubt worden sei. NSA-Sprecherin Vanee Vines sagte dazu: "Dieser Fall wird intern untersucht. Die NSA kommentiert zwar keine Fragen zu einzelnen Mitarbeitern, nimmt die ethischen Richtlinien und Vorschriften auf allen Ebenen der Organisation aber ernst."

Alexander hat seinen goldenen Wechsel in die Privatwirtschaft in den vergangenen Monaten mehrfach verteidigt. "Ich bin ein Cyber Guy. Kann ich nicht arbeiten gehen und was mit dem Internet machen?", hatte er Anfang August in einem Interview mit AP gefragt. Die Mitarbeit Dowds beschrieb er nun als etwas "heikle" Möglichkeit, dessen Expertise für die NSA zu erhalten. "Ich hatte das Gefühl, dass es schlecht für die NSA und unser Land ist, wenn er die Regierung verlässt", sagte Alexander. Dowd habe jedoch unbedingt in seiner Firma mitmachen sollen. Beide sollen in ihrer Zeit bei der NSA gemeinsame Patente beantragt haben. Alexander hatte bereits angekündigt, für Ironnet eigene Patente anmelden zu wollen. Diese sollen jedoch nicht auf den früheren Patenten beruhen.

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