Abo
  • Services:

NSA-Spähprogramme: D64 fordert No-Spy-Siegel für Netzwerktechnik

Die NSA fängt offenbar Router US-amerikanischer Hersteller auf dem Weg zum Kunden ab und baut Spähprogramme ein. Ein Gütesiegel soll nun europäischen Käufern die Sicherheit geben, abhörsichere Geräte zu kaufen.

Artikel veröffentlicht am ,
NSA-Mitarbeiter packen vorsichtig ein Cisco-Gerät aus.
NSA-Mitarbeiter packen vorsichtig ein Cisco-Gerät aus. (Bild: Glenn Greenwald/No place to hide)

Neue Enthüllungen zur NSA zeigen detailliert, wie Netzwerktechnik aus den USA mit Spähsoftware ausgestattet wird. Ein europäisches Gütesiegel solle daher abhörfreie Technik garantieren, fordert der SPD-nahe Verein D64 - Zentrum für digitalen Fortschritt. Das Siegel solle Verbrauchern die Sicherheit geben, abhörfreie Hardware und Netzwerktechnik zu erwerben, heißt es in einer Pressemitteilung des Vereins. Zudem machten die Enthüllungen deutlich, "dass eine europäische Technologie-Industrie sowie offene Standards stärker gefördert werden müssen".

  • Die NSA-Mitarbeiter packen die Geräte vorsichtig aus und implantieren einen "beacon". (Quelle: Glenn Greenwald/No place to hide)
  • Das Dokument beschreibt das Vorgehen der NSA beim Abfangen von Geräten.
  • In diesem Dokument wird von einem Problem mit Cisco-Multiplexern berichtet.
Die NSA-Mitarbeiter packen die Geräte vorsichtig aus und implantieren einen "beacon". (Quelle: Glenn Greenwald/No place to hide)
Stellenmarkt
  1. CSL Behring GmbH, Marburg, Hattersheim am Main
  2. Robert Bosch GmbH, Stuttgart

In seinem Buch Die globale Überwachung (Original: No place to hide) beschreibt der Journalist und Aktivist Glenn Greenwald, wie der US-Geheimdienst NSA Netzwerktechnik US-amerikanischer Hersteller wie Cisco auf dem Weg zu den Kunden abfängt und präpariert. Greenwald veröffentlichte parallel zu seinem Buch mehr als 100 Dokumente aus dem Fundus von Whistleblower Edward Snowden. Darunter sind auch Fotos, die zeigen, wie die NSA-Spezialisten der Abteilung TAO ein Paket mit Cisco-Routern auspacken. Der Spiegel hatte bereits Anfang des Jahres detailliert darüber berichtet, wie NSA-Spezialisten per Internet oder Direktzugriff Computer und Netzwerktechnik manipulieren.

Umsetzung bleibt offen

Solche Geräte sollen nach dem Vorschlag von D64 in Zukunft nicht mehr bei europäischen Kunden ankommen. "Wenn ein Auto europäische Sicherheitsstandards nicht erfüllt, darf es nicht eingeführt werden. Das gleiche Schutzniveau sollte mindestens für den Import von Netzwerktechnik und Hardware aus den USA und anderen Ländern gelten", sagte Gesche Joost, Beiratsvorsitzende von D64 und EU-Internetbotschafterin der Bundesregierung.

Der Verein lässt allerdings völlig offen, welche Einrichtung die Zertifizierung übernehmen soll. Zudem scheint es höchst unrealistisch, sämtliche importierte Geräte auf Spähprogramme zu untersuchen. Schließlich weisen die Geräte nicht serienmäßig die Spähprogramme auf, sondern werden individuell manipuliert. Zudem kann wohl nicht ausgeschlossen werden, dass die NSA auch unbekannte Sicherheitslücken ausnutzt, die die Geräte serienmäßig aufweisen. Sämtliche Sicherheitslücken zu finden, ist selbst den Herstellern fast unmöglich.

Nachtrag vom 14. Mai 2014, 15:20 Uhr

Der Verein wies auf Anfrage von Golem.de den Vorwurf zurück, die mögliche Umsetzung des Vorschlags völlig offen gelassen zu haben. "Wir haben bewusst kein Konzept herausgeschickt, sondern eine Forderung aufgestellt, die nun entwickelt werden muss", sagte D64-Sprecher Nico Lumma. Es sei "natürlich nicht trivial", solche Spähprogramme oder Backdoors in Computer-Hardware zu finden, räumte er ein. D64 wolle aber Denkanstöße liefern, um solche Probleme angehen zu können. Sollte sich solch ein Siegel durchsetzen, wird nach Ansicht Lummas Druck auf die Hersteller ausgeübt. Auch könnten offene Standards dazu beitragen, die Sicherheit der Hardwaretechnik zu erhöhen. Lumma hält eine europäische Lösung für denkbar, bei der beispielsweise ein Firmenkonsortium gemeinsame Sicherheitsstandards erlässt, die von einer neutralen Stelle überprüft werden könnten.



Anzeige
Top-Angebote
  1. 79,99€
  2. ab 369€ (inkl. Battlefield V oder Anthem als Gratis-Spiel)
  3. (aktuell u. a. Monopoly Game of Thrones 31,99€, Logitech Z906 Soundsystem 199,90€, Logitech...
  4. 14,29€

Atalanttore 24. Mai 2014

Bei einem US-amerikanischen Hersteller wird das funktionieren, aber bei einem...

TraxMAX 15. Mai 2014

NIX wird diese Spionage je stoppen, weil es unmöglich ist alles zu kontrollieren...

Impergator 15. Mai 2014

Als wenn sich die NSA, die extra ein Paket abfängt, das aufmacht, das Gerät aufmacht...

pandarino 14. Mai 2014

Hm. Was wäre die Alternative, die änlich gut und ähnlich komfortabel einzurichten ist...

Ork 14. Mai 2014

+1 besser kann man's wohl leider nicht ausdrücken :/


Folgen Sie uns
       


Audi Holoride ausprobiert (CES 2019)

Dirk Kunde probiert für Golem.de den Holoride von Audi aus. Gemeinsam mit Marvel-Figuren wie Rocket aus Guardians of the Galaxy sitzt er dafür auf der Rückbank, während es um eine Rennstrecke geht.

Audi Holoride ausprobiert (CES 2019) Video aufrufen
Vivy & Co.: Gesundheitsapps kranken an der Sicherheit
Vivy & Co.
Gesundheitsapps kranken an der Sicherheit

35C3 Mit Sicherheitsversprechen geizen die Hersteller von Gesundheitsapps wahrlich nicht. Sie halten sie jedoch oft nicht.
Von Moritz Tremmel

  1. Krankenkassen Vivy-App gibt Daten preis
  2. Krankenversicherung Der Papierkrieg geht weiter
  3. Imagen Tech KI-System Osteodetect erkennt Knochenbrüche

Privatsphäre: Kaum wird die App geöffnet, landen Daten bei Facebook
Privatsphäre
"Kaum wird die App geöffnet, landen Daten bei Facebook"

Viele Apps schicken ohne Zustimmung Daten an das soziale Netzwerk Facebook. Frederike Kaltheuner von der Organisation Privacy International erklärt, wie Nutzer sich wehren können.
Ein Interview von Hakan Tanriverdi

  1. Facebook 15.000 Moderatoren und ein lückenhaftes Regelwerk
  2. Facebook Netflix und Spotify bekamen Zugriff auf private Nachrichten
  3. Datenschutz Löschen des Tracking-Verlaufs auf Facebook macht Probleme

Alternative Antriebe: Saubere Schiffe am Horizont
Alternative Antriebe
Saubere Schiffe am Horizont

Wie viel Dreck Schiffe in die Luft blasen, bleibt den meisten Menschen verborgen, denn sie tun es auf hoher See. Fast 100 Jahre wurde deshalb nichts dagegen unternommen - doch die Zeiten ändern sich endlich.
Ein Bericht von Werner Pluta

  1. Autonome Schiffe Und abends geht der Kapitän nach Hause
  2. Elektromobilität San Francisco soll ein Brennstoffzellenschiff bekommen
  3. Yara Birkeland Autonome Schiffe sind eine neue Art von Transportsystem

    •  /