NSA-Skandal: Wie der DE-CIX abgehört wird

Das ZDF berichtet, wie die NSA an die Daten am deutschen Internetknoten DE-CIX kommt. Level 3 erklärte: "Der Bericht ist falsch."

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DE-CIX-Switch-Kabelanschlüsse
DE-CIX-Switch-Kabelanschlüsse (Bild: DE-CIX)

Das ZDF berichtet, wie die NSA an die Daten am deutschen Internetknoten DE-CIX kommt.

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Auf die Frage, wie US-Geheimdienste an den Leitungen und Rechenzentren dieses Knotens Daten abgriffen, sagte Klaus Landefeld vom DE-CIX Management: "Es ist machbar, oder es ist zumindest denkbar, dass in Frankfurt auch Betreiber sagen: Wir schalten das an unseren Gerätschaften ein. Zum Beispiel weil man eben eine Rechtsanordnung hat, aus USA oder so. Wenn man amerikanischer Betreiber wäre, dann müsste man dem Folge leisten, das müssten aber auch chinesische Betreiber oder so was."

"Wir können ausschließen, dass ausländische Geheimdienste an unsere Infrastruktur angeschlossen sind und Daten abzapfen", sagte DE-CIX-Chef Harald Summa noch am 1. Juli 2013 der Leipziger Volkszeitung. "Den Zugang zu unserer Infrastruktur stellen nur wir her, und da kann sich auch niemand einhacken." Summa schloss aber nicht aus, dass der US-Geheimdienst NSA Frankfurt als lohnendes Ziel betrachte: "500 bis 600 Netze sind hier vertreten, 35 Rechenzentren. Irgendwo hier wird vermutlich auch die NSA zugreifen, denn die Attraktivität für den Dienst liegt auf der Hand."

Summa betonte: "Es ist schon erschreckend, in welcher Form Geheimdienste - vor allem ausländische - die Verbindungsdaten abschöpfen. Ich hätte es selbst nicht für möglich gehalten."

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Level 3 erklärte am 1. August 2013: "Der Bericht ist falsch. Level 3 gestattet keiner, und hat in der Vergangenheit keiner fremden Regierung den Zugang zu ihrem Telekommunikationsnetz oder ihren Einrichtungen in Deutschland gestattet, um Überwachungen jeglicher Art durchzuführen." Diese Formulierung könnte ein Trick sein, denn die US-Regierung ist keine fremde Regierung für den Konzern.

Level 3 sei in mehr als 55 Ländern in Nordamerika, Europa, dem Nahen Osten, Asien und Lateinamerika vertreten. "Alle Länder, in denen wir unsere Dienste erbringen, haben eigene Rechtsvorschriften in den Bereichen Strafverfolgung und öffentliche Sicherheit. Wir sind danach in Einzelfällen auf Anordnung verpflichtet, die jeweiligen nationalen Behörden bei ihren Ermittlungen zu unterstützen. Unsere Richtlinien sind dabei überall gleich. Wir halten uns an die lokalen Gesetze, und das schließt auch die Gesetze in Deutschland ein. Wir treffen gleichwohl alle gebührenden Vorkehrungen, um die Privatsphäre unserer Kunden zu schützen. In der Regel untersagen lokale Rechtsordnungen, die Unterstützung bei Maßnahmen der Strafverfolgung oder der öffentlichen Sicherheit vorsehen, die Offenlegung der jeweils geleisteten Unterstützung."

Nachtrag vom 7. Mai 2014, 14:09 Uhr

Das ZDF hat Textpassagen aus seinem Bericht entfernen müssen. Wir mussten den Bericht entsprechend anpassen.

Level 3, Verizon, BT, Vodafone, Global Crossing, Viatel und Interoute helfen dem britischen Geheimdienst beim Ausspähen ihrer Kunden, berichtete die Süddeutsche Zeitung im August 2013 unter Berufung auf Folien des NSA-Whistleblowers Snowden. Einige der Firmen haben sich demnach für die Entwicklung von Software zum Ausspähen sogar bezahlen lassen.

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TTank1942 04. Aug 2013

@MEE genau. treffender hätte man es kaum ausdrücken können. in der erpressbarkeit liegt...

TTank1942 04. Aug 2013

kann man nicht auf basis der gesammelten informationen eine einstweilige verfügung...

Winchester 04. Aug 2013

Kein Mensch bräuchte ein Antivirenprogramm. Und selbst die helfen nur bedingt. Kann ich...

phade 02. Aug 2013

Aber viele Backbone-Leitungen (z.B. vom Housingcenters eines Mitglieds zum DECIX hin...



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