NSA-Skandal: SPD-Chef will Telekomkonzerne zu Verschlüsselung zwingen

SPD-Parteichef Sigmar Gabriel will in Deutschland Verschlüsselung per Gesetz durchsetzen. Microsoft, Google oder Facebook hätten "sich willfährig von der NSA für deren Zwecke einspannen lassen."

Artikel veröffentlicht am ,
Sigmar Gabriel im April 2013
Sigmar Gabriel im April 2013 (Bild: Kai Pfaffenbach/Reuters)

SPD-Parteichef Sigmar Gabriel will wegen der NSA-Überwachung die Firmen zur Verschlüsselung zwingen. "Ich bin dafür, alle Telekommunikationsunternehmen, die auf deutschem Boden Daten verarbeiten, gesetzlich zu verpflichten, diese Daten zu verschlüsseln", sagte Gabriel der Westdeutschen Allgemeinen Zeitung. "Das würde das flächendeckende Ausspionieren der deutschen Wirtschaft und unserer Bürger viel, viel schwerer machen. Wir müssen Datensicherheit zum deutschen Exportschlager machen", so Gabriel.

Stellenmarkt
  1. Leiter Escalation- und Incident-Management (m/w/d)
    ENTEGA Medianet GmbH über KEPPLER.Personalberatung, Darmstadt
  2. Testingenieur (w/m/d) in der Automobilindustrie
    Vdynamics GmbH, München
Detailsuche

Der SPD-Vorsitzende kritisierte "die Kooperation von Geheimdiensten mit privaten Konzernen". Gabriel: "Unternehmen wie Microsoft, Google oder Facebook haben sich willfährig von der NSA für deren Zwecke einspannen lassen." Dienste, die von vielen Millionen Menschen für private Zwecke genutzt würden, hätten den Geheimdiensten Zugang zu privaten Daten verschafft. "Der Schutz der Privatsphäre ist dadurch faktisch abgeschafft."

Der Bundesregierung warf Gabriel Tatenlosigkeit bei der Aufklärung der NSA-Affäre vor.

Der Bundesdatenschutzbeauftragte Peter Schaar hatte sich Ende Juni 2013 für eine staatliche Förderung von Verschlüsselung ausgesprochen. Diese Form der "technischen Absicherung" von Kommunikation müsse politisch gefördert werden. Außerdem solle "die Möglichkeit geprüft werden, bestimmte Informationen so zu leiten, dass sie gar nicht über das Ausland fließen und damit nicht in den Zugriff von Nachrichtendiensten kommen können."

Golem Akademie
  1. Kotlin für Java-Entwickler: virtueller Zwei-Tage-Workshop
    14.–15. Oktober 2021, Virtuell
  2. Java EE 8 Komplettkurs: virtueller Fünf-Tage-Workshop
    29. November–3. Dezember 2021, virtuell
Weitere IT-Trainings

Hartmut Pohl von der Gesellschaft für Informatik empfiehlt angesichts der Bedrohungslage Unternehmen und Privatpersonen, Maßnahmen wie Datensparsamkeit zu ergreifen. Nur unverzichtbar notwendige Daten sollen überhaupt erfasst, gespeichert und übertragen werden. Ausschließlich gut abgesicherte Computer und Netze dürften an andere interne und externe Netze oder an das Internet angeschlossen werden. Sicherheitsmaßnahmen wie Grundschutz und Umsetzung der ISO-27000-Familie inklusive Verschlüsselung stellten nur absolute Mindeststandards dar. Die wichtigsten Programme, insbesondere die Sicherheitssoftware, müssten auf Sicherheitslücken überprüft und gepatcht werden.

Bitte aktivieren Sie Javascript.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
  • ohne Werbung
  • mit ausgeschaltetem Javascript
  • mit RSS-Volltext-Feed


Dhakra 25. Jul 2013

Bitte was? Das liest sich ja bald schon wie propaganda :) :). Natürlich hast du recht...

Jenz 25. Jul 2013

Wow, vielen Dank, jetzt wird freie Meinung auch noch durch einen Blablameter geschickt...

posix 25. Jul 2013

Rüstet auf 14,4er Modems auf, dann zapfen wir direkt die Telefondrähte an und gehen mit...

posix 25. Jul 2013

Vertrauen ist immer beidseitig, wer von Bürgern soetwas verlangt muss ebenso bereit sein...

IrgendeinNutzer 24. Jul 2013

Lieber von Teletubbies regiert werden, als von Heuchlern und Volksverrätern. Ich finde...



Aktuell auf der Startseite von Golem.de
Giga Factory Berlin
Warum Tesla auf über eine Milliarde Euro verzichten musste

Tesla kann die Milliarde Euro Förderung für die Akkufabrik Grünheide nicht beantragen - weil es sonst zu Verzögerungen beim Einsatz neuer Technik käme.

Giga Factory Berlin: Warum Tesla auf über eine Milliarde Euro verzichten musste
Artikel
  1. Nachhaltigkeit: Kawasaki plant E-Motorräder und Wasserstoff-Verbrenner
    Nachhaltigkeit
    Kawasaki plant E-Motorräder und Wasserstoff-Verbrenner

    Kawasaki will elektrische Antriebe für seine Fahrzeuge entwickeln, 2022 sollen drei Elektromotorräder erscheinen.

  2. Doppelbildschirm: Kickstarterprojekt Slide brauchte 6 Jahre bis zum Erfolg
    Doppelbildschirm
    Kickstarterprojekt Slide brauchte 6 Jahre bis zum Erfolg

    Das Kickstarter-Projekt Slidenjoy kann nach 6 Jahren seinen Doppelbildschirm Slide für Notebooks ausliefern.

  3. Elektroauto: Tesla stellt Model Y in China auf AMD-Ryzen um
    Elektroauto
    Tesla stellt Model Y in China auf AMD-Ryzen um

    Tesla hat in China damit begonnen, den Ryzen von AMD in das Model Y zu verbauen. Käufer berichten von einem viel flüssigerem Scrolling.

Du willst dich mit Golem.de beruflich verändern oder weiterbilden?
Zum Stellenmarkt
Zur Akademie
Zum Coaching
  • Schnäppchen, Rabatte und Top-Angebote
    Die besten Deals des Tages
    Daily Deals • Black Friday Wochenende • WD Blue SN550 2 TB ab 149€ • LG UltraGear 34GP950G-B 999€ • SanDisk Ultra 3D 500 GB M.2 44€ • Boxsets (u. a. Game of Thrones Blu-ray 79,97€) • Samsung Galaxy S21 128GB 777€ • Premium-Laptops • Cooler Master V850 Platinum 189,90€ • Astro Gaming Headsets [Werbung]
    •  /