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NSA-Skandal: Rohrpostsystem in Berlin wird reaktiviert

Das alte Rohrpostsystem in Berlin wird wieder in Betrieb genommen und modernisiert. Künftig sollen darüber besonders sensible Dokumente im Regierungsviertel verschickt werden. Damit soll die Spionage durch ausländische Geheimdienste erschwert werden.

Artikel veröffentlicht am , /
Im Zuge der NSA-Affäre wird das alte Rohrpostsystem in Berlin modernisiert und wieder in Betrieb genommen.
Im Zuge der NSA-Affäre wird das alte Rohrpostsystem in Berlin modernisiert und wieder in Betrieb genommen. (Bild: Prof. Dr. Nemo Klein/GNU-Lizenz)

Nach Bekanntwerden der NSA-Affäre hat die Bundesregierung beschlossen, das alte Rohrpostsystem in Berlin wieder in Gang zu setzen. Es soll modernisiert und ausgebaut werden. Erste Teilstrecken sollen bereits Ende 2014 in Betrieb genommen werden. Die Kosten sind mit etwa 500 Millionen Euro veranschlagt. Rat holten sich die Ingenieure auch bei den Initiatoren des Kunstprojekts Seidenstraße.

Inhalt:
  1. NSA-Skandal: Rohrpostsystem in Berlin wird reaktiviert
  2. Stauvermeidung durch Kapselweichen

Die Bundesregierung habe beschlossen, das Rohrpostsystem wieder instand zu setzen, "weil unsere Behörden nur noch so in der Lage sind, eine abhörsichere interne Kommunikation für unsere Politiker und andere Personen in wichtigen Ämtern in Deutschland zu gewährleisten", sagte der verantwortliche Ministerialrat Volker Hartelt zu Golem.de. Im Zuge des NSA-Skandals habe sich die Bundesregierung nach weitgehend sicheren Kommunikationswegen umgesehen. Das Rohrpostsystem sei sowohl preisgünstig als auch fast vollkommen abhörsicher, verspricht Hartelt.

Neubau auf der alten Infrastruktur

Zunächst soll das Rohrpostsystem zwischen Bundeskanzleramt und den wichtigsten Ministerien gebaut werden, etwa dem Finanzministerium, dem Auswärtigen Amt oder dem Innenministerium. Um Kosten zu sparen, wird das alte und noch weitgehend vorhandene Netz des Berliner Rohrpostsystems verwendet. Obwohl es seit Jahrzehnten stillsteht, wurden die Strecken nie entwidmet. Das Kanzleramt ist als Neubau noch nicht an das alte Rohrpostsystem angeschlossen.

Der Ausbau der Trassen des Rohrpostsystems wird durch den Neubau der U55 vom Hauptbahnhof zum Alexanderplatz über das Bundeskanzleramt begünstigt. Soweit möglich, werden die Rohre in das bestehende U-Bahn-System integriert. Das bedeutet allerdings auch, dass einige Laufwege erst 2019 fertig werden. Dank Redundanzen können die meisten Strecken aber bereits vorher über Umwege realisiert werden. Darüber hinaus müssen zu den einzelnen Ministerien Aushebungen vorgenommen werden. Dennoch sei aus wirtschaftlicher Sicht eine solch sichere Infrastruktur noch am kostengünstigsten umzusetzen, sagte der für den Ausbau des Netzes verantwortliche Ingenieur Frank Mahdorn.

Trasse zum BER

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Bis Ende 2014 sollen die Systeme zwischen den wichtigsten Ministerien und dem Bundeskanzleramt bereits in Betrieb gehen. Nach und nach sollen dann alle Bundesministerien in Berlin sowohl mit dem Bundeskanzleramt als auch mit dem Reichstag an das Rohrpostsystem angeschlossen werden. Mahdorn glaubt, dass das Projekt bis Ende 2016 weitgehend abgeschlossen sein wird. Allerdings sollen später weitere Standpunkte in das System eingebunden werden, etwa der Bundesrat oder der neue Berliner Standort des Bundesnachrichtendienstes. Selbst zum noch nicht fertigen Berliner Flughafen (BER) wird es in absehbarer Zeit eine Trasse geben. Von dort sollen die Kapseln mit besonders schützenswerten Daten versiegelt zu Standorten außerhalb Berlins geflogen werden.

Das Netzwerk wird als Mehrliniensystem betrieben, etwa für Nachrichten oder Versendungen mit hoher Priorität. Dazu haben Experten bereits eine Klassifizierung ersonnen. Depeschen mit der Priorität A0 werden durch ein eigenes Rohrsystem geschickt. Dokumente mit der Priorität A1 bis A3 bekommen ebenfalls ein eigenes Rohrsystem, dürfen im Bedarfsfall aber auch Rohre des A0-Systems verwenden. Alle anderen Kapseln, deren Inhalte mit A4 bis AF klassifiziert sind, werden durch ein drittes Rohrsystem geschickt. Die Rohre werden jeweils doppelt angelegt und damit jeder Endpunkt zum Sender und zum Empfänger. Durch automatische Weichenstellungen werden dann die Kapseln in die entsprechenden Rohrleitungen geschickt.

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Stauvermeidung durch Kapselweichen 
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Kasabian 11. Apr 2014

So eben eine Meldung der Nachrichten Agentur Deuters. Der Vorteil bestehe darin, so der...

Seradest 02. Apr 2014

In 3 Wochen kommt die Bundesregierung wahrscheinlich mit genau dieser Idee ... :D

DeeZiD 02. Apr 2014

wohl schon spät...

marvin.brieger 01. Apr 2014

Das ganze würde ja bedeuten die Bundesregierung hat aus dem NSA-Skandal was gelernt...

mathaeus 01. Apr 2014

April,April!???? Ps: Ich will mit grillen!! ^^


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