Abo
  • Services:

Stauvermeidung durch Kapselweichen

Damit es keinen Stau in den vielgenutzten Rohren gibt, wurde zudem ein System entwickelt, das beim Gleisnetz der Bahn abgeguckt wurde. Kapseln mit niedrigerer Priorität werden vorübergehend geparkt, um Kapseln mit höherer Priorität mit Hilfe von Überholrohren vorbeizulassen.

Stellenmarkt
  1. BIM Berliner Immobilienmanagement GmbH, Berlin
  2. OHB System AG, Bremen, Oberpfaffenhofen

Jede Kapsel ist mit einem Bluetooth-Smart-Sender ausgestattet, über den die Klassifizierung des Inhalts an das System geschickt wird. Bei der Überwachung wird Bluetooth Low Energy verwendet, eine Option des Bluetooth-4.0-Standards. Die Technik erlaubt eine lange Akkulaufzeit, sichere Kommunikation und eine ausreichende Reichweite, damit die schnellen Kapseln auch von den Lesegeräten ausgelesen werden können, wenn sie daran vorbeirasen. An den Endstellen erfolgt die Verwaltung mit normalen Notebooks.

Ideen von der Seidenstraße

Eine erste Versuchsstrecke im Innenministerium gebe es bereits, sagte Mahdorn. Dort werde nicht nur der Kapselversand getestet, sondern auch mögliche Schwachstellen im System ausfindig gemacht. Dazu wurde als Expertin auch Mey Lean Kronemann hinzugezogen, die ihre Erfahrung mit der eigentlich als Kunstprojekt gedachten Seidenstraße einbringen konnte.

Um etwa Sabotage oder sogenannte Man-in-the-Middle-Angriffe auf das Rohrpostsystem zu verhindern, wurden mehrere Möglichkeiten in Betracht gezogen. Die bislang weitgehend akzeptierte Variante sind regelmäßig verteilte Sensoren, die eine plötzliche Unterbrechung der Rohre registrieren sollen. Damit seien unbemerkte Angriffe fast unmöglich, sagte Kronemann. Außerdem wird das System durch den Einsatz von Verdichtern mit niedrigerem Luftdruck betrieben. Einerseits wird dadurch der Kapselversand auf 6 bis 8 Meter pro Sekunde beschleunigt, zum anderen können Veränderungen des Drucks auf eine Manipulation des Systems hindeuten.

Blickdichte, versiegelte Kapseln

Von dem Seidenstraßenprojekt haben die Rohrpostbauer auch das Debugging-System übernommen. Die Rohre werden aus durchsichtigem Kunststoff gefertigt. Die Kapseln hingegen bleiben blickdicht, werden aber mit einer LED ausgestattet, damit sie im Tunnelsystem leicht zu finden sind, falls das System ausfällt oder eine Kapsel einfach stecken bleibt.

Die Rohre messen 100 Millimeter im Durchmesser, die Kapseln werden 85 Millimeter im Durchmesser und maximal 180 Millimeter lang sein. An den Enden gibt es Gummireifen, die an den Durchmesser der Rohre angepasst sind. Insgesamt darf das Gewicht der Kapseln 300 Gramm nicht überschreiten. Damit erreichen die Kapseln die optimale Geschwindigkeit. Die Verdichter müssen nur alle 500 Meter bei waagerechter Wegstrecke platziert werden. Das spare zusätzlich Kosten, sagte Mahdorn.

Protokollierter Versand

Zusätzlich wird eine Referenzzeit jeder Verbindung in einem Buch festgehalten. Kommt eine Kapsel nicht in der vorgegebenen Zeit an, wird die Rohrpostleitstelle sofort benachrichtigt. Um die Sicherheit zu erhöhen, wird der Empfänger kritischer Daten nur noch über eine verschlüsselte Festnetzleitung über den bevorstehenden Versand informiert. Viel Wert wird bei dem System auch auf Erfahrung gesetzt. Wird eine Strecke häufig genug bedient, wissen die Mitarbeiter nach einiger Zeit, wie lange eine Kapsel von einem Endpunkt zum anderen braucht.

Jeder Sendevorgang wird protokolliert und dokumentiert, damit sind auch interne Manipulationen weitgehend ausgeschlossen. Durch den Einsatz der blickdichten Kapseln kann der Inhalt nur vom Versender und dem Empfänger eingesehen werden. Zusätzlich können Kapseln mit einem Siegel verschlossen werden.

Mehr Kapazität als Glasfaser

In den Kapseln sollen vor allem Speichermedien verschickt werden, deren Inhalte zusätzlich verschlüsselt wurden. Kurioserweise liegt der Datendurchsatz des Rohrpostsystems so bei aktuellen Speichermedien bei mehreren Gigabyte pro Sekunde und kann kostengünstig gesteigert werden. Glasfasernetze können damit nicht mithalten, da hier früher oder später ein Austausch notwendig wird. Beim Rohrpostsystem genügt ein Austausch der Speichermedien oder die Verwendung kompakterer Speichermedien, um den Datendurchsatz zu erhöhen. Später sollen verstärkt wieder gedruckte Dokumente in dem Rohrpostsystem versendet werden. Damit wolle die Bundesregierung auch dem zunehmenden Problem der unterschiedlichen elektronischen Dokumentenformate zuvorkommen. In gedruckter Form erledige sich das Problem von selbst, sagte Hartelt.

Die Wiedereinführung des Rohrpostsystems soll nicht nur in Berlin umgesetzt werden. Von den Erfahrungen, die in der Hauptstadt gemacht werden, sollen später auch andere Kommunen mit kritischer Informationsinfrastruktur profitieren. Doch zunächst werde Berlin damit Vorreiter im Bereich der abhörsicheren Kommunikation, so Hartelts Resümee.

 NSA-Skandal: Rohrpostsystem in Berlin wird reaktiviert
  1.  
  2. 1
  3. 2


Anzeige
Blu-ray-Angebote
  1. (u. a. Logan, John Wick, Alien Covenant, Planet der Affen Survival)
  2. (u. a. 3 Blu-rays für 15€, 2 Neuheiten für 15€)

Kasabian 11. Apr 2014

So eben eine Meldung der Nachrichten Agentur Deuters. Der Vorteil bestehe darin, so der...

Seradest 02. Apr 2014

In 3 Wochen kommt die Bundesregierung wahrscheinlich mit genau dieser Idee ... :D

DeeZiD 02. Apr 2014

wohl schon spät...

marvin.brieger 01. Apr 2014

Das ganze würde ja bedeuten die Bundesregierung hat aus dem NSA-Skandal was gelernt...

mathaeus 01. Apr 2014

April,April!???? Ps: Ich will mit grillen!! ^^


Folgen Sie uns
       


Dell Ultrasharp 49 (U4919DW) - Fazit

Dells neuer Super-Ultrawide-Monitor begeistert uns im Test als sehr guter Allrounder. Einzig einige Gaming-Features fehlen ihm.

Dell Ultrasharp 49 (U4919DW) - Fazit Video aufrufen
Resident Evil 2 angespielt: Neuer Horror mit altbekannten Helden
Resident Evil 2 angespielt
Neuer Horror mit altbekannten Helden

Eigentlich ein Remake - tatsächlich aber fühlt sich Resident Evil 2 an wie ein neues Spiel: Golem.de hat mit Leon und Claire gegen Zombies und andere Schrecken von Raccoon City gekämpft.
Von Peter Steinlechner

  1. Resident Evil Monster und Mafia werden neu aufgelegt

Machine Learning: Wie Technik jede Stimme stehlen kann
Machine Learning
Wie Technik jede Stimme stehlen kann

Ein Unternehmen aus Südkorea arbeitet daran, Stimmen reproduzierbar und neu generierbar zu machen. Was für viele Branchen enorme Kosteneinsparungen bedeutet, könnte auch eine neue Dimension von Fake News werden.
Ein Bericht von Felix Lill

  1. AWS Amazon bietet seine Machine-Learning-Tutorials kostenlos an
  2. Random Forest, k-Means, Genetik Machine Learning anhand von drei Algorithmen erklärt
  3. Machine Learning Amazon verwirft sexistisches KI-Tool für Bewerber

Drahtlos-Headsets im Test: Ohne Kabel spielt sich's angenehmer
Drahtlos-Headsets im Test
Ohne Kabel spielt sich's angenehmer

Sie nerven und verdrehen sich in den Rollen unseres Stuhls: Kabel sind gerade bei Headsets eine Plage. Doch gibt es so viele Produkte, die darauf verzichten können. Wir testen das Alienware AW988, das Audeze Mobius, das Hyperx Cloud Flight und das Razer Nari Ultimate - und haben einen Favoriten.
Ein Test von Oliver Nickel

  1. Sieben Bluetooth-Ohrstöpsel im Test Jabra zeigt Apple, was den Airpods fehlt
  2. Ticpods Free Airpods-Konkurrenten mit Touchbedienung kosten 80 Euro
  3. Bluetooth-Ohrstöpsel im Vergleichstest Apples Airpods lassen hören und staunen

    •  /