Abo
  • Services:

NSA-Skandal: Mathematiker ruft zum Geheimdienst-Boykott auf

Die NSA ist der größte Arbeitgeber für Mathematiker in den USA. Ein Brite will nun seine Fachkollegen überreden, nicht mehr für Geheimdienste zu arbeiten.

Artikel veröffentlicht am , Patrick Beuth/Zeit Online
Banksy-Kunstwerk in der Nähe des GCHQ-Hauptquartiers in Cheltenham, England
Banksy-Kunstwerk in der Nähe des GCHQ-Hauptquartiers in Cheltenham, England (Bild: Eddie Keogh/Reuters)

Was kann man tun, um der NSA die Überwachung der Welt zu erschweren? Alles verschlüsseln, sagen die Techniker. Neue Gesetze und Abkommen beschließen, sagen Politiker. Der NSA das Wasser abdrehen, sagt Marc Roberts.

Stellenmarkt
  1. über duerenhoff GmbH, Raum Köln
  2. M-net Telekommunikations GmbH, München

Ohne Wasser kann die NSA ihr riesiges neues Rechenzentrum bei Bluffdale im US-Bundesstaat Utah nicht betreiben. Bis zu 1,7 Millionen Gallonen braucht der Geheimdienst täglich. Marc Roberts, ein Abgeordneter im Unterhaus von Utah, hat eine Idee von Aktivisten aufgegriffen und einen Gesetzentwurf eingebracht, der es jedem untersagen würde, die NSA materiell zu unterstützen - Wasserversorgung eingeschlossen. Dass sein Entwurf zum Gesetz wird, ist allerdings unwahrscheinlich.

Der Mathematiker Tom Leinster hat einen anderen Vorschlag, der NSA eine wichtige Ressource zu nehmen: die Mitarbeiter. Neben Geld, Technik, Strom und Wasser braucht der Geheimdienst das geeignete Personal. Die NSA ist nach eigenen Angaben der größte Arbeitgeber für Mathematiker in den USA.

Leinster, Mathematiker an der Universität von Edinburgh in Schottland, ruft seine Kollegen im Magazin NewScientist dazu auf, nicht für die NSA oder den britischen Geheimdienst GCHQ zu arbeiten. Universitäten könnten ihren Mitarbeitern untersagen, dort tätig zu werden. Die Mathematik-Gesellschaften könnten aufhören, Stellenanzeigen der Dienste zu veröffentlichen, deren Geld zurückweisen oder sogar ihre eigenen Mitglieder rauswerfen, sollten sie für die NSA oder den GCHQ arbeiten.

"Mathematiker werden selten mit ethischen Fragen konfrontiert", schreibt Leinster. "Wir genießen das Gefühl, dass alles, was wir tun, von der realen Welt entkoppelt ist." Doch die NSA-Enthüllungen hätten gezeigt, dass Geheimdienste die Internet-Verschlüsselung unterminiert haben. Und dazu brauchten sie Mathematiker.

Ohnehin sei sein Berufsstand unpopulär, schreibt Leinster, seit man den Mathematikern eine Mitschuld an der Finanzkrise gebe. Nun sei es an der Zeit, zumindest darüber zu reden, welche Wahl man habe: "Wir sind zunächst einmal Menschen und dann erst Mathematiker. Und wenn wir nicht mögen, was Geheimdienste tun, sollten wir nicht mit ihnen kooperieren."



Anzeige
Blu-ray-Angebote
  1. (u. a. Logan, John Wick, Alien Covenant, Planet der Affen Survival)
  2. (u. a. 3 Blu-rays für 15€, 2 Neuheiten für 15€)

GodsBoss 30. Apr 2014

Das weiß ich, da aber nunmal in der Regel von Diskutanten auf den real existierenden...

Plany 29. Apr 2014

der troll erinnert mich grade daran. ;) https://www.youtube.com/watch?v=1VWsRWxcnws

Bankai 29. Apr 2014

Dem kann ich nicht zustimmen. Im Gegensatz zum Seil, ist der Sicherungshebel nur ein...


Folgen Sie uns
       


Red Dead Redemption 2 auf der Xbox One X - Golem.de live

Wir zeigen auf zahlreich geäußerten Wunsch Red Dead Redemption 2 im Livestream auf der Xbox One X. In der Aufzeichung kommen die Details des zum Teil in 4K hereingezoomten Bildausschnittes gut zur Geltung.

Red Dead Redemption 2 auf der Xbox One X - Golem.de live Video aufrufen
Red Dead Online angespielt: Schweigsam auf der Schindmähre
Red Dead Online angespielt
Schweigsam auf der Schindmähre

Der Multiplayermodus von Red Dead Redemption 2 schickt uns als ehemaligen Strafgefangenen in den offenen Wilden Westen. Golem.de hat den handlungsgetriebenen Einstieg angespielt - und einen ersten Onlineüberfall gemeinsam mit anderen Banditen unternommen.

  1. Spielbalance Updates für Red Dead Online und Battlefield 5 angekündigt
  2. Rockstar Games Red Dead Redemption 2 geht schrittweise online
  3. Games US-Spielemarkt erreicht Rekordumsätze

IMHO: Valves Ka-Ching mit der Brechstange
IMHO
Valves "Ka-Ching" mit der Brechstange

Es klingelt seit Jahren in den Kassen des Unternehmens von Gabe Newell. Dabei ist die Firma tief verschuldet - und zwar in den Herzen der Gamer.
Ein IMHO von Michael Wieczorek

  1. Artifact im Test Zusammengewürfelt und potenziell teuer
  2. Artifact Erste Kritik an Kosten von Valves Sammelkartenspiel
  3. Virtual Reality Valve arbeitet an VR-Headset und Half-Life-Titel

IT: Frauen, die programmieren und Bier trinken
IT
Frauen, die programmieren und Bier trinken

Fest angestellte Informatiker sind oft froh, nach Feierabend nicht schon wieder in ein Get-together zu müssen. Doch was ist, wenn man kein Team hat und sich selbst Programmieren beibringt? Women Who Code veranstaltet Programmierabende für Frauen, denen es so geht. Golem.de war dort.
Von Maja Hoock

  1. Software-Entwickler CDU will Online-Weiterbildung à la Netflix
  2. Job-Porträt Cyber-Detektiv "Ich musste als Ermittler über 1.000 Onanie-Videos schauen"
  3. Bundesagentur für Arbeit Ausbildungsplätze in der Informatik sind knapp

    •  /