Abo
  • Services:
Anzeige
"Aus Fuchs gemacht, in Säure gepackt" heißt es auf einer Folie der NSA.
"Aus Fuchs gemacht, in Säure gepackt" heißt es auf einer Folie der NSA. (Bild: Spiegel Online)

NSA-Skandal Das Säurebad für die Internet-Füchse

Schon seit einiger Zeit ist bekannt, dass die Geheimdienste mit manipulierten Webseiten den überwachten Nutzern Spähprogramme unterschieben. Neue NSA-Dokumente zeigen nun detailliert das Vorgehen der Dienste, unter anderem mit "Fuchssäure".

Anzeige

Neue Dokumente aus dem Archiv des Whistleblowers Edward Snowden zeigen die umfangreichen Möglichkeiten der NSA zum weltweiten Angriff auf Rechner. Spiegel Online veröffentlichte dazu am Montag eine ausführliche Sammlung von Präsentationen, in denen die Fähigkeiten der US-Geheimdienste erläutert werden. Mit dem Programm "Quantumtheory" und seinen diversen Komponenten ist es demnach möglich, Internetanfragen von Zielpersonen abzufangen, die Anfrage auf eine manipulierte Seite umzuleiten und über diese dann Spähsoftware auf den Zielrechner einzuschleusen.

Wie der britische Geheimdienst GCHQ mit der Methode "Quantum Insert" den belgischen Provider Belgacom attackierte, hatte der Spiegel bereits im September und November berichtet. Der US-Sicherheitsexperte Bruce Schneier hatte im Oktober erläutert, wie die NSA mit einem sogenannten Man-on-the-side-Angriff die Nutzer des Anonymisierungsnetzwerks Tor angreift. Dabei wurden unter anderem Sicherheitslücken im Firefox-Browser ausgenutzt, um die Nutzer auf den bezeichnenderweise Foxacid genannten Server der NSA umzuleiten. Der Foxacid-Server wird von der Spezialtruppe Tailored Access Operations (TAO) betrieben. Aus den neuen Dokumenten geht aber nicht hervor, welche Browser neben Firefox ebenfalls attackiert werden können.

Größter Erfolg gegen Yahoo und Facebook

Die von Schneier beschriebene Methode nutzt die NSA auch bei der "Quantumtheory". Entscheidend für den Erfolg der Attacke ist der unmittelbare Zugriff des Geheimdienstes auf den weltweiten Internetverkehr, um Anfragen eines Ausspähziels ohne Verzögerung abfangen zu können. So kann die NSA den Aufruf einer Seite wie Yahoo.com simulieren und dem Nutzer mit einer gefälschten Seite gleichzeitig ein Spähprogramm unterschieben, indem Sicherheitslücken in den Browsern ausgenutzt werden. Dieses "Implantat" ermöglicht es dem Geheimdienst später, verschiedene andere Programme nachzuladen. "NSA Quantum hat den größten Erfolg gegen Yahoo, Facebook und statische IP-Adressen", heißt es in einer der Folien, die Spiegel Online veröffentlichte. Auch weitere Bereiche wie Twitter, Youtube und LinkedIn könnten attackiert werden. Über ein Partnerprogramm mit dem GCHQ lassen sich weitere Anbieter attackieren, darunter Gmail. Die Mailadressen oder Accountangaben der Zielpersonen erhalten die Analysten dabei aus Datenbanken wie Marina.

Als Türöffner für die NSA fungierte längere Zeit eine Software mit dem Namen Validator, die später durch Commondeer ersetzt werden sollte. Über Validator ließen sich speziellere Spähprogramme wie Olympus oder Unitdrake nachladen, steht in einer weiteren Folie. Das Programm Olympusfire erlaube "kompletten Zugriff zu dem Ziel-PC", schreibt die NSA. Der Rechner kontaktiere dann automatisch einen "Horchposten" bei der NSA oder beim US Secret Service und erhalte von dort weitere Befehle. Dazu zählten das Erstellen von Ordnerverzeichnissen oder die Suche nach Dateien.

Die "Quantentheorie" der NSA kann aber noch mehr. Laut Spiegel Online lassen sich mit Quantumbot Rechnernetze übernehmen. Mit Quantumcopper können Software-Up- und -Downloads korrumpiert werden. Wichtig für den Erfolg der Attacke ist eine möglichst schnelle Reaktion auf die Nutzeranfrage. Das System QFire soll dazu dienen, die Angriffe auf Internetverbindungen dezentral und damit möglichst nah an den Zielen zu ermöglichen, wie aus einer weiteren Präsentation hervorgeht. Dazu agieren verschiedene Programme mit den Namen Turmoil und Turbine zusammen, um den Zieltraffic aufzuspüren und über die passende Beantwortung zu entscheiden.

Für weitere Hintergründe zur NSA-Affäre aktualisiert Golem.de fortlaufend diese beiden Artikel:

Chronologie der Enthüllungen

Glossar zur NSA-Affäre


eye home zur Startseite
sku 02. Jan 2014

Obwohl ich "dies" hier nicht zu deuten vermag, ja. Lieber von denen.

TC 02. Jan 2014

Zeichner des linken Bilds guckt zu viel Simpsons

i.like.webm 02. Jan 2014

Chrome = Chromium + Chrome logos + paar Codecs + Flash + PDF plugin Opera = Chromium...

/mecki78 02. Jan 2014

Firefox ist OpenSource. Welcher andere Browser ist noch OpenSource? IE? Nein. Da ist...

sku 01. Jan 2014

Hmm, nur der Kaspersky is russisch und warum sollte eine russiche Firma mit der NSA...



Anzeige

Stellenmarkt
  1. Fresenius Netcare GmbH, Bad Homburg
  2. SICK AG, Waldkirch bei Freiburg im Breisgau
  3. MBtech Group GmbH & Co. KGaA, Stuttgart, Sindelfingen, Neu-Ulm, Ulm
  4. Detecon International GmbH, Köln, Frankfurt am Main, München


Anzeige
Hardware-Angebote
  1. 246,94€
  2. 619,00€
  3. 184,90€ + 3,99€ Versand (Bestpreis!)

Folgen Sie uns
       


  1. Classic Factory

    Elextra, der Elektro-Supersportwagen aus der Schweiz

  2. Docsis 3.1

    AVM arbeitet an 10-GBit/s-Kabelrouter

  3. Upspin

    Google-Angestellte basteln an globalem File-Sharing-System

  4. Apple Park

    Apple bezieht das Raumschiff

  5. Google Cloud Platform

    Tesla-Grafik für maschinelles Lernen verfügbar

  6. Ryzen

    AMDs Achtkern-CPUs sind schneller als erwartet

  7. Deutsche Glasfaser

    Gemeinde erreicht Glasfaser-Quote am letzten Tag

  8. Suchmaschine

    Google macht angepasste Site Search dicht

  9. Hawkspex mobile

    Diese App macht das Smartphone zum Spektrometer

  10. Asus Tinker Board im Test

    Buntes Lotterielos rechnet schnell



Haben wir etwas übersehen?

E-Mail an news@golem.de


Anzeige
Apple: Planet der affigen Fernsehshows
Apple
Planet der affigen Fernsehshows
  1. Noch 100 Tage Unitymedia schaltet Analogfernsehen schrittweise ab
  2. Streaming Vodafone GigaTV ermöglicht Fernsehen unterwegs
  3. Kabelnetz Unitymedia hat neue Preise für Internetzugänge

Mobile-Games-Auslese: Schiffbruch auf der Milchstraße für mobile Spieler
Mobile-Games-Auslese
Schiffbruch auf der Milchstraße für mobile Spieler

München: Wie Limux unter Ausschluss der Öffentlichkeit zerstört wird
München
Wie Limux unter Ausschluss der Öffentlichkeit zerstört wird
  1. Fake News Für Facebook wird es hässlich
  2. Nach Angriff auf Telekom Mit dem Strafrecht Router ins Terrorcamp schicken oder so

  1. Re: bewerbungsfragen... mal zum self assessment. :-)

    rugel | 20:28

  2. benötigte Leistung ...

    cicero | 20:27

  3. Re: Andere Linuxe oder gar Windows möglich?

    nille02 | 20:25

  4. Re: Biete Job für Linux-Profi in Bremen

    quineloe | 20:25

  5. Re: Plan9 wird irgendwann Linux, und später...

    Gromran | 20:23


  1. 18:05

  2. 16:33

  3. 16:23

  4. 16:12

  5. 15:04

  6. 15:01

  7. 14:16

  8. 13:04


  1. Themen
  2. A
  3. B
  4. C
  5. D
  6. E
  7. F
  8. G
  9. H
  10. I
  11. J
  12. K
  13. L
  14. M
  15. N
  16. O
  17. P
  18. Q
  19. R
  20. S
  21. T
  22. U
  23. V
  24. W
  25. X
  26. Y
  27. Z
  28. #
 
    •  / 
    Zum Artikel