NSA-Skandal: Chef des CERT der Telekom fürchtet eingeschleuste Spione

Zwei Security-Experten der Deutschen Telekom geben eines der seltenen Interviews aus dem Bereich. "Hier im CERT würde ich nur sehr zögernd jemanden einstellen, der keinen deutschen Pass hat", sagte CERT-Chef Bernd Esser.

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Honeypot der Telekom
Honeypot der Telekom (Bild: Achim Sawall/Golem.de)

Laut dem Chef des Cyber Emergency Response Teams (CERT) der Deutschen Telekom wächst im Konzern die Angst vor eingeschleusten Spionen. "Hier im CERT würde ich nur sehr zögernd jemanden einstellen, der keinen deutschen Pass hat", sagte CERT-Chef Bernd Esser dem NDR. Gegen derlei Spionage helfe keine äußere Firewall.

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"Da bekomme ich irgendwann eine Bewerbung von jemandem, der perfekt qualifiziert ist und genau auf die Stelle passt, der wahrscheinlich auch gar keine hohen Lohnforderungen hat, aber vielleicht sein Gehalt auch noch von anderen bezieht."

Die Bedrohung mit Cyberwaffen sei für viele Unternehmen in Deutschland real. Thomas Tschersich, Leiter IT-Sicherheit der Telekom, sagte dem NDR: "Wir kennen durchaus Fälle, in denen erfolgreich mit Cyberwaffen angegriffen worden ist, um gezielt Informationen abzugreifen. Das Spektrum reicht vom Mittelstand bis zu Industrieunternehmen. Letzten Endes ist jeder betroffen."

"Wir wissen das, weil wir selbst Kundenunternehmen dabei unterstützen, ihre Systeme wieder zu sichern", so Tschersich. Die Grenze zwischen Cyberkriminellen und ausländischen Spionen würde verschwimmen. "Es ist unheimlich schwer zu sagen, wer das ist, ob mutmaßlich nachrichtendienstliche Täter dahinter waren oder ein Onlinekrimineller, der sich nur eine verfügbare Angriffssoftware kopiert hat. Anhand der Waffen ist die Motivation gar nicht mehr zu unterscheiden."

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Die Diskussion über die Aktivitäten des US-Geheimdienstes NSA begrüßte Tschersich. "Der Vorteil der Debatte ist, dass der Stein ins Rollen gekommen ist." Der Wirtschaft empfehle er eine IT-Nachbarschaftshilfe: "Wenn Sie wissen, wie bei Ihrem Nachbarn eingebrochen worden ist, dann sind Sie in der Lage, Ihre Fenster und Türen besser zu sichern."

Laut einer aktuellen Bitkom-Studie hat sich das Wachstum bei der Cloud-Nutzung im Unternehmen wegen des NSA-Skandals abgeschwächt. Im Jahr 2013 haben 40 Prozent der Unternehmen in Deutschland Cloud Computing genutzt. Im Vergleich zum Vorjahr ist das ein Anstieg um 3 Prozentpunkte. Für 31 Prozent ist Cloud Computing derzeit kein Thema, so die Umfrage unter 403 Unternehmen durch die Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft KPMG für den Bitkom. Das Wachstum hat sich im Vergleich zum Vorjahr allerdings abgeschwächt, als die Cloud-Nutzung der Unternehmen um 9 Punkte auf 37 Prozent gestiegen war. "Der Trend zum Cloud Computing ist ungebrochen, aber die NSA-Affäre hat dem Wachstum einen Dämpfer versetzt", sagte Bitkom-Präsident Dieter Kempf. Laut Umfrage haben 13 Prozent der Unternehmen konkret geplante Cloud-Projekte zurückgestellt und 11 Prozent sogar bestehende Cloud-Lösungen aufgegeben.

Der mobile Honeypot im Bild kommt im Mobilfunknetzwerk der Telekom zum Einsatz. Der Honeypot wurde innerhalb eines Jahres mehr als 300.000-mal attackiert. Das Unternehmen fängt pro Tag bis zu 800.000 Cyberangriffe auf seine Netzwerke ab und analysiert sie.

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NeoCronos 04. Feb 2014

"Jeder" passt hier einfach nicht. Korrekter wäre wohl eher: Es findet sich immer jemand...

derdiedas 03. Feb 2014

Denn das Risiko das jemand von vornherein als Spion in die Firma geht, oder das eingene...

arilink 02. Feb 2014

Spionageabwehr wäre Auftrag des BfV gewesen. Das ist echt eine Bankrotterklärung nach der...

Youssarian 02. Feb 2014

Nein. Versuch es einfach noch einmal von vorn.



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