Abo
  • IT-Karriere:

NSA: Huawei sieht US-Kampagne wegen fehlender Hintertüren

Nicht wegen vorhandener, sondern wegen fehlender Hintertüren für den Geheimdienst NSA stehe Huawei im Zentrum einer Kampagne der US-Regierung, sagt der Rotating Chairman Guo Ping. Dazu komme der technologische Rückstand der USA bei 5G.

Artikel veröffentlicht am ,
Guo Ping, Rotating Chairman von Huawei Technologies, spricht auf dem MWC in Barcelona.
Guo Ping, Rotating Chairman von Huawei Technologies, spricht auf dem MWC in Barcelona. (Bild: PAU BARRENA/AFP/Getty Images)

Die Kampagne der USA gegen Huawei habe andere Gründe als Sicherheitsbedenken, schreibt Guo Ping, Rotating Chairman von Huawei Technologies, in einem Gastkommentar für die Financial Times (Paywall). Die Dokumente des Whistleblowers Edward Snowden zeigten, dass der Geheimdienst NSA "Corporate Partnerships" mit bestimmten US-amerikanischen Technologie- und Telekommunikationsunternehmen unterhalte, die es dem Geheimdienst ermöglichten, "Zugang zu leistungsstarken internationalen Glasfaserkabeln, Switches und/oder Routern auf der ganzen Welt zu erhalten."

Stellenmarkt
  1. UDG United Digital Group, Karlsruhe, Mainz
  2. JENOPTIK AG, Jena

Huawei sei in mehr als 170 Ländern tätig und erwirtschafte die Hälfte seines Umsatzes im Ausland, der Hauptsitz des Konzerns befindet sich in China. Dadurch würden die Chancen auf "Corporate Partnerships" mit der NSA deutlich reduziert. "Wenn die NSA Router oder Switches modifizieren will, um abzuhören, wird ein chinesisches Unternehmen wahrscheinlich nicht mit ihnen zusammenarbeiten. Dies ist ein Grund, warum sich die NSA in Huawei-Server gehackt hatte", erklärte Guo.

"Viele unserer Zielobjekte kommunizieren über Huawei-Produkte", heißt es in einem NSA-Dokument von 2010. "Wir wollen sicherstellen, dass wir wissen, wie man diese Produkte ausnutzen kann."

Je mehr Huawei-Geräte in den Telekommunikationsnetzen der Welt installiert seien, desto schwieriger werde es für die NSA, "alles zu erfassen". Huawei behindere die Bemühungen der USA, auszuspionieren, wen sie wollten. Dies sei der erste Grund für die US-Kampagne gegen Huawei.

Am Dienstag wiederholte eine US-Delegation unter der Leitung des Vorsitzenden der Federal Communications Commission (FCC), Ajit Pai, auf dem Mobile World Congress den Aufruf, Huawei aus 5G-Netzen herauszuhalten. Laut Informationen von Golem.de wurden auf Fragen der Journalisten nach Beweisen für Hintertüren erneut keine Fakten genannt.

US-Vizepräsident Mike Pence sprach kürzlich vor der Nato von "der Bedrohung durch Huawei", und Außenminister Mike Pompeo warnte die Verbündeten, dass die Verwendung von Huawei-Ausrüstung es den USA erschweren würde, "mit ihnen zusammenzuarbeiten". Laut Guo ist Huawei bei 5G anderen Herstellern um etwa ein Jahr voraus. Dies hatte auch der Lobbyist Gerhard Schindler, der ehemalige Präsident des Bundesnachrichtendienstes (BND), zuvor erklärt.

Nokia und Ericsson in China Nachbarn Huaweis

Guo schreibt: "Wenn die USA Huawei aus den 5G-Netzen der Welt heraushalten kann, indem sie uns als Sicherheitsbedrohung darstellen", können andere Länder 5G nicht frühzeitig einführen. "Die gegen Huawei gerichteten Salven sind das direkte Ergebnis der Erkenntnis Washingtons, dass die USA bei der Entwicklung einer strategisch wichtigen Technologie im Rückstand sind. Die globale Kampagne gegen Huawei hat wenig mit Sicherheit zu tun und alles mit dem Wunsch Amerikas, einen erstarkenden technologischen Konkurrenten zu unterdrücken".

Tatsächlich haben die USA keinen führenden Mobilfunkausrüster mehr, besonders im Bereich Radio. Lucent Technologies fusionierte im Jahr 2006 mit der französischen Alcatel. Das Gemeinschaftsunternehmen wurde von Nokia gekauft. Das Mobilfunknetzgeschäft von Motorola Solutions wurde im Jahr 2010 von Nokia Siemens Networks übernommen.

Die in den USA als Netzwerkausrüster tätigen europäischen Ausrüster Nokia und Ericsson produzieren beide in direkter Nachbarschaft mit Huawei im chinesischen Shenzhen, wie die Linken-Abgeordnete Anke Domscheit-Berg kürzlich betonte.



Anzeige
Spiele-Angebote
  1. 3,99€
  2. 2,22€
  3. 38,99€

Arsenal 28. Feb 2019

Fünf Haarpartys?

Kommentator2019 28. Feb 2019

Unterscheide wie die Wirtschaft u.a. in kritische Infrastruktur und Konsumartikel...

Dcs69S 28. Feb 2019

Ceterum censeo Carthaginem esse delendam

maverick1977 28. Feb 2019

Machtgierig, überheblich, selbstgefällig und auf dem besten Wege, der Abschaum der Welt...

Legendenkiller 27. Feb 2019

Hat bisher nur keiner so direkt darauf hingewißen.


Folgen Sie uns
       


Katamaran Energy Observer angesehen

Die Energy Observer ist ein Schiff, das ausschließlich mit erneuerbaren Energien betrieben wird und seinen Treibstoff zum Teil selbst produziert. Wir haben es in Hamburg besucht.

Katamaran Energy Observer angesehen Video aufrufen
e.Go Life: Ein Auto, das lächelt
e.Go Life
Ein Auto, das lächelt

Das Auto ist zwar klein, bringt aber sogar gestandene Rennfahrer ins Schwärmen: Das Aachener Unternehmen e.Go Mobile hat seine ersten Elektroautos ausgeliefert. In einer Probefahrt erweist sich der Kleinwagen als sehr dynamisch.
Ein Bericht von Werner Pluta

  1. Eon-Studie Netzausbau kostet maximal 400 Euro pro Elektroauto
  2. EZ-Pod Renault-Miniauto soll Stadtverkehr in Kolonne fahren
  3. Elektromobilität EnBW will weitere 2.000 Schnellladepunkte errichten

LTE-V2X vs. WLAN 802.11p: Wer hat Recht im Streit ums Auto-WLAN?
LTE-V2X vs. WLAN 802.11p
Wer hat Recht im Streit ums Auto-WLAN?

Trotz langjähriger Verhandlungen haben die EU-Mitgliedstaaten die Pläne für ein vernetztes Fahren auf EU-Ebene vorläufig gestoppt. Golem.de hat nachgefragt, ob LTE-V2X bei direkter Kommunikation wirklich besser und billiger als WLAN sei.
Eine Analyse von Friedhelm Greis

  1. Vernetztes Fahren Lobbyschlacht um WLAN und 5G in Europa
  2. Gefahrenwarnungen EU setzt bei vernetztem Fahren weiter auf WLAN

Bundestagsanhörung: Beim NetzDG drohen erste Bußgelder
Bundestagsanhörung
Beim NetzDG drohen erste Bußgelder

Aufgrund des Netzwerkdurchsetzungsgesetzes laufen mittlerweile über 70 Verfahren gegen Betreiber sozialer Netzwerke. Das erklärte der zuständige Behördenchef bei einer Anhörung im Bundestag. Die Regeln gegen Hass und Hetze auf Facebook & Co. entzweien nach wie vor die Expertenwelt.
Ein Bericht von Justus Staufburg

  1. NetzDG Grüne halten Löschberichte für "trügerisch unspektakulär"
  2. NetzDG Justizministerium sieht Gesetz gegen Hass im Netz als Erfolg
  3. Virtuelles Hausrecht Facebook muss beim Löschen Meinungsfreiheit beachten

    •  /