NSA: Auch die Bahamas werden vollständig erfasst
Die beschaulichen Karibikinseln der Bahamas werden seit 2013 vollständig von der NSA überwacht. Sie gehören damit zu den bislang vier bekannten Staaten, deren Metadaten aus dem Telekommunikationsverkehr laut Unterlagen aus dem Snowden-Fundus komplett in den Datenbanken der US-Geheimdienste landen. Die Bahamas gelten als ein Umschlagplatz für Rauschgift aus Mexiko, Mittel- und Südamerika. Bereits letztes Jahr wurde bekannt, dass die NSA mit der US-Drogenfahndungsbehörde DEA kooperiert.
Die Abhörmaßnahmen werden bei der NSA unter dem Namen Mystic geführt. Zu den weiteren überwachten Staaten gehören neben Mexiko auch Kenia und die Philippinen. In diesen Ländern sollen sämtliche Metadaten gesammelt werden. Allerdings wird Mystic als "Voice Interception Program" bezeichnet.
Auch ein weiterer Staat werde vollständig abgehört. Der Name des Staates werde aber aus Sorge nicht veröffentlicht, die Nachricht könne dort Unruhen auslösen, schreibt der Journalist Glenn Greenwald(öffnet im neuen Fenster). Dort und auf den Bahamas würden auch Telefongespräche aufgezeichnet – im NSA-Jargon heiße das Full-Take, schreibt Glenn Greenwald. Bei der NSA werde die Aktion unter dem Namen Somalget geführt. Audiodaten würden für durchschnittlich 30 Tage gespeichert. Sie könnten aber in nahezu Echtzeit analysiert werden, heißt es in den Unterlagen der NSA.
Die Bahamas liegen auf gut halbem Weg zwischen Kuba und dem US-Bundesstaat Florida. Der demokratische Inselstaat ist Mitglied im britischen Commonwealth. Die Einwohnerzahl liegt bei etwa 350.000. Viele US-Prominente haben dort Domizile, darunter auch Bill Gates.
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