NSA-Affäre: US-Zeitung sollte Snowden-Unterlagen vernichten

Die britische Zeitung The Guardian arbeitet eng mit dem US-Blatt New York Times zusammen, um die Unterlagen des früheren US-Geheimdienstmitarbeiters Edward Snowden zu veröffentlichen. Mitte August 2013 war bekanntgeworden , dass der Guardian auf Druck des britischen Geheimdienstes einige Festplatten und ein Macbook Pro zerstören musste. Jetzt berichtet Zeit Online(öffnet im neuen Fenster) unter Bezug auf die Nachrichtenagentur Reuters, dass die New York Times zu einer ähnlichen Aktion aufgefordert worden ist.
Ein ranghoher Vertreter der britischen Botschaft sei bei Chefredakteurin Jill Abramson vorstellig geworden und habe verlangt, dass von Snowden bereitgestellte Dokumente vernichtet würden. Die Zeitung habe den Wunsch schlicht ignoriert, seitdem habe es keine ähnlichen Aufforderungen mehr gegeben. Öffentlich hat sich die New York Times selbst bislang nicht zu der Sache geäußert.
Unterdessen berichtete der Spiegel, dass der US-Geheimdienst NSA auch französische Diplomaten und Mitarbeiter des arabischen Nachrichtensenders Al Jazeera ausspioniert haben soll. Der Spiegel beruft sich dabei auf Dokumente, die offenbar von Snowden stammen.
Der Spionageangriff auf das französische Außenministerium(öffnet im neuen Fenster) sei für 2010 belegt. Anscheinend sei es der NSA gelungen, sich in ein virtuelles privates Netzwerk einzuklinken, über das die Botschaften miteinander kommunizieren. Außerdem habe der US-Geheimdienst in der Botschaft in Washington Wanzen installiert, bei der UN-Vertretung in New York habe man Screenshots gesammelt.
Al Jazeera soll 2006(öffnet im neuen Fenster) im Visier der NSA gewesen sein. Ausdrücklich sei auch "die interne Kommunikation" abgegriffen worden – was bedeute, dass möglicherweise auch vertrauliche Quellen enthüllt worden seien. Ob der Geheimdienst immer noch lauscht, ist nach Spiegel-Angaben nicht bekannt.
Für weitere Hintergründe zur NSA-Affäre aktualisiert Golem.de fortlaufend diese beiden Artikel:



