Weitere Unternehmen ausspioniert
Bereits im Sommer war bekannt geworden, dass auch Unternehmen wie Eurocopter und EADS von der NSA ausspioniert wurden. In dem Bericht sollen jetzt 70 Telefonnummern der beiden Firmen erwähnt worden sein. Außerdem gebe es weitere Ziele: Graulich sprach von Spezialbauunternehmen, etwa einem Tunnelbauer. Namen nannte er jedoch nicht. Nach Angaben von Graulich sei nicht klar, ob es sich um Wirtschaftsspionage handele, oder um eine Ausspähung zu militärischen Zwecken. Die Zusammenarbeit der Geheimdienste sei für die deutsche Seite aber weder transparent noch steuerbar gewesen.
Laut Graulich habe die NSA mit den übermittelten Selektoren gegen das Memorandum of Understanding aus dem Jahr 2002 verstoßen - dieses geheime Abkommen verbiete ein Ausspähen der eigenen Bürger. Schon die NSA hätte also alle Telefonnummern mit der Vorwahl 0049 aussortieren müssen. Er habe versucht, von der NSA eine Erklärung für die illegalen Selektoren zu bekommen, sagte Graulich. Die US-Amerikaner hätten aber nicht auf die Anfragen des deutschen Sonderermittlers reagiert.
Sonderermittler war umstritten
Die Einsetzung eines Sonderermittlers war unter den Bundestagsfraktionen umstritten. Vor allem die Oppositionsparteien forderten einen eigenen Zugriff auf die Liste. Mit Blick auf den jetzt fertiggestellten Bericht resümiert der SPD-Obmann des parlamentarischen Untersuchungsausschusses, Christian Fliesek: "Der NSA-Untersuchungsausschuss hat mit der Benennung des pensionierten Bundesrichters Kurt Graulich als unabhängiger Vertrauensperson den richtigen Weg gewählt. Schon sein knapp 300 Seiten umfassender öffentlicher Bericht zeugt von einer akribischen und fachkundigen Untersuchung und von einer im Bereich der Nachrichtendienste noch nie dagewesenen Transparenz". Der Umfang und die Tiefe der Prüfung seien von den Mitgliedern des Ausschusses ohnehin nicht leistbar gewesen, heißt es in dem Statement weiter.
Auch die Bundesregierung kommentiert den Bericht: "In ihrer Bewertung vom 23. April 2015 sieht sich die Bundesregierung darin bestätigt, dass es nach wie vor keine Hinweise auf eine massenhafte Ausspähung deutscher und europäischer Staatsbürger gibt. Gleichwohl bestanden im Bereich der strategischen Fernmeldeaufklärung des Bundesnachrichtendienstes technische und organisatorische Defizite. Zur Behebung dieser hat das Bundeskanzleramt bereits im Frühjahr entsprechende Weisungen erteilt. Auch die Erkenntnisse aus dem Bericht fließen in die laufende Rechts- und Fachaufsicht über den Bundesnachrichtendienst ein."
Die Oppositionsparteien haben für 13:30 eine gemeinsame Pressekonferenz in Berlin angekündigt. Die Pressekonferenz hat mittlerweile stattgefunden, hier ist unser Bericht.
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| NSA-Affäre: Sonderermittler Graulich erhebt schwere Vorwürfe gegen NSA |
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...ist auf Seite 1 des 263-seitigen Berichtes. Drei Ausführungen, eine davon nur für das...
http://tinyurl.com/oq96rlo
Wie es so schön heißt, Ergebniss offen ermittelt
Es wurde als Grund wohl bad guys finden genannt und nicht erwähnt das man mit einem...