NSA-Affäre: Snowden stellt sich den Fragen aus dem Netz
Eine Stunde lang will Ex-NSA-Mitarbeiter Edward Snowden am Donnerstag Fragen zu den Spionageprogrammen der Geheimdienste beantworten. Am 23. Januar stehe Snowden um 21 Uhr MEZ den Nutzern zur Verfügung, teilte die Unterstützerkampagne Free Snowden mit(öffnet im neuen Fenster). Die Fragen können per Twitter unter dem Hashtag #AskSnowden(öffnet im neuen Fenster) gestellt werden. Die Antworten werden dann auf der Seite www.freesnowden.is/asksnowden/(öffnet im neuen Fenster) veröffentlicht.
Zuletzt hatte Snowden am 17. Juni 2013 über die Website des britischen Guardian für solch eine Fragerunde zur Verfügung gestanden(öffnet im neuen Fenster). Nur wenige Tage, nachdem er seine Identität als Whistleblower enthüllt hatte. Am Donnerstag will Snowden offenbar auf die Rede Barack Obamas eingehen, in der der US-Präsident zwar Reformen der Geheimdienste angekündigt hatte, im Wesentlichen aber die Spähprogramme der NSA verteidigte.
Angst um sein Leben
Snowden-Berater Ben Wizner hatte Ende 2013 angedeutet, dass sich der 30-Jährige in diesem Jahr stärker in die aktuellen Debatten zur Geheimdienstüberwachung einschalten könnte. Unklar ist aber weiterhin, ob Snowden dem Untersuchungsausschuss des EU-Parlaments per Liveübertragung Fragen zur NSA-Affäre beantworten wird. Das teilte das Büro des Grünen-Abgeordneten Jan Philipp Albrecht auf Anfrage mit. Snowden lehnt aufgrund von Sicherheitsbedenken bislang eine Livebefragung ab, da er befürchtet, auf diese Weise an seinem Aufenthaltsort ausfindig gemacht werden zu können.
Nach Angaben seines Anwalts Anatoli Kutscherena nimmt Snowden angebliche Drohungen aus US-Geheimdienstkreisen durchaus ernst. Es gebe "da draußen reale Bedrohungen seines Lebens, die sehr aktuell sind", sagte er dem russischen Staatssender Westi 24 laut Medienberichten(öffnet im neuen Fenster). Forderungen nach körperlicher Bestrafung ließen um Leben und Wohlergehen Snowdens fürchten. Das US-Portal Buzzfeed.com hatte jüngst mehrere Geheimdienstmitarbeiter zitiert(öffnet im neuen Fenster), die Snowden am liebsten umbringen würden. Snowden hält sich seit Anfang August an einem unbekannten Ort in Russland auf. Dort erhielt er einjähriges Asyl, nachdem er auf seiner Flucht aus den USA auf dem Moskauer Flughafen Scheremetjewo hängengeblieben war.
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