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Angela Merkel hat recht

Angela Merkel hatte daher recht, als sie im vergangenen Jahr das Internet als "Neuland" bezeichnete, denn sie outete sich damit nicht als ahnungslos, wie Teile der "Netzgemeinde" vermuteten, sondern gab korrekt den Status quo in Deutschland wieder. Deutschland kennt nicht nur die Kanzlerin, die Kanzlerin kennt auch ihr Land. MP3 und Youtube? Gut und schön, nutzt man doch gern ab und zu. Aber Diskussionen über Privatsphäre, Startups und neue Finanzierungsmodelle im Journalismus, neues Denken, Visionen und Ideen, gar Abschiede von liebgewonnenen Traditionen wie der Tageszeitung oder dem gemeinsamen TV-Event am Samstagabend? Mühsam, abstrakt, weit weg, kurz: wenn überhaupt, dann etwas für Experten.

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Man wartet mit Entscheidungen, bis es nicht mehr anders geht. Inhaltlich sind deshalb Amerika und Asien maßgebend, und solange sich daran nichts ändert, wird auch Deutschland allerhöchstens die zweite Geige im digitalen Konzert spielen und sich zahlreiche digitale Zumutungen schlicht und ergreifend bieten lassen müssen. Das führt dann eben zu so schizophren anmutenden Handlungen wie lautstarken Beschwerden über die NSA einerseits und dem Hochladen sämtlicher Urlaubsfotos ins eigene Facebook-Profil andererseits - in der absurden Hoffnung, dass die NSA sich nicht für einen interessiert und Facebook ausgerechnet die eigenen Fotos von der Werbenutzung verschont. Abgesehen davon ist das aber auch egal, man hat ja schließlich nichts zu verbergen.

Schallende Ohrfeige von Snowden

Dabei steht eines glasklar fest: Jeder von Digitalisierung betroffene Mensch muss sich grundlegend Gedanken über diese revolutionäre Entwicklung machen - und damit beschränkt sich der Kreis der Betroffenen nicht auf einige wenige Experten, sondern schließt jeden ein. Die Anerkennung dieser Tatsache dürfte letztlich der einzig wirklich erfolgversprechende Weg sein, den oktroyierten Spielregeln der anderen entschlossen zu begegnen: mitmischen, eigene Ideen präsentieren, eigene Angebote wagen, Kompetenz aneignen und zeigen. Das ist unbequem, mühsam, langwierig, gar keine Frage. Aber es funktioniert, wie der Europäische Gerichtshof mit dem Recht auf Vergessen erst jüngst gezeigt hat.

Europa ist stark, über eine halbe Milliarde Menschen haben selbstverständlich das Potenzial, Digitalisierung intelligent zu gestalten und etwas zu verändern - und die deutsche Gesellschaft hat zweifellos die Kraft, hier beispielhaft voranzugehen. Es erscheint deshalb realistischer, diesen Wandel tagtäglich in Deutschland und Europa Schritt für Schritt individuell wie auch gemeinsam voranzutreiben, als nur nach der Politik zu rufen oder auf bessere Angebote von Konzernen zu setzen. Denn solange Angela Merkel keinen Willen zur digitalen Veränderung in Deutschland und Europa erkennt, wird sie ihren Kurs nicht ändern. Die deutsche Gesellschaft kann jedoch ohne jeden Zweifel Digitalisierung gestalten. Sie ist intelligent und gebildet genug, aber sie muss es auch wollen. Nie war der Zeitpunkt günstiger als jetzt. Und nie war es zugleich dringender. Edward Snowden lieferte uns keinen Weckruf, sondern eine schallende Ohrfeige. Nicht nur für Politik und Wirtschaft, sondern für uns alle.

 Wirtschaft dominiert die digitale Welt
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spiderbit 07. Jun 2014

Du bist die Schitzofrenie der Piratenkritik in Person. Wollte zuerst schreiben andere...

spiderbit 06. Jun 2014

selten so viel blödsinn gelesen: 1. "die piraten sind still", nur weil keiner hin hört...

spiderbit 06. Jun 2014

ich kanns nimmer hören, die bösen Politiker die uns vorher irgendwie weiß gott was vor...

spiderbit 06. Jun 2014

irgendwie seit ihr alle Realitätsgestört. Ponader ist schon ewig lange zurück getreten...

TraxMAX 06. Jun 2014

Mal im ernst, schon bei jedem Telefonat weiß man doch dass irgendwer mithören kann und...


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