Wirtschaft dominiert die digitale Welt

Auch aus technischer Sicht ist Digitalisierung eine Revolution, die für enorme Umwälzungen sorgt und Freiheit wie auch Sicherheit auf die Probe stellt. Wenn Vor- und Nachteile beispielsweise im Falle der Nutzung sozialer Netzwerke nicht mehr nach den alten Regeln - Datenschutzgesetze, Urheberrecht, Störerhaftung - durchdeklinierbar sind, müssen letztlich neue Denkmodelle her. Dominiert wird die digitale Welt ganz klar von der Wirtschaft. Auch wenn die NSA oder andere Geheimdienste sich einmischen mögen, um Verschlüsselungsstandards aufzuweichen oder Backdoors einzubauen, so ist und bleibt seit mehreren Jahrzehnten die Wirtschaft der Treiber des Internets.

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Wir haben uns schließlich längst von einem Internet der Services (World Wide Web, Chats, FTP) zu einem Internet der Konzerne (Google, Twitter, Facebook) bewegt. Und Konzerne wollen letztlich nur eines: Geld verdienen. Das ist völlig legitim, jedoch hat der Kunde hier ein Wörtchen mitzureden. Einmischung ist deshalb der richtige Ansatz im Falle technischer Entwicklungen, wobei man zuerst bei sich selbst anfangen muss. Man kann nicht gleichzeitig sein Leben bei Facebook präsentieren und trotzdem über zunehmende Überwachung schimpfen.

Wer der NSA und anderen Diensten das Abhören erschweren möchte, muss selbst aktiv werden und beispielsweise von Whatsapp zu anderen Chatanbietern wechseln, die nachprüfbar sicherer sind. Diese Abstimmung mit den Füßen hat schon in vordigitalen Zeiten funktioniert (Stichwort: Brent Spar) und dürfte auch jetzt erfolgreicher sein, als alle Hoffnungen vorrangig auf die Regierungskoalition oder die Politik im Allgemeinen zu setzen. Dafür muss man allerdings bereit sein, Unbequemlichkeiten in Kauf zu nehmen. Und da hapert es derzeit noch.

Ist Deutschland "alt, satt und bequem"?

Die größte Herausforderung, zugleich aber auch der wohl chancenreichste Ansatz zur erfolgreichen Gestaltung von Digitalisierung, liegt deshalb im Bereich der Kultur. Die letzte große Firma, die im Digitalen innovativ und weltweit reüssieren konnte und aus Deutschland kam, war SAP. Das ist nun über 40 Jahre her. Im digitalen Zeitalter eine Ewigkeit. Seitdem kann höchstens Rocket Internet, der börsenreife Copyshop des Samwer-Clans, als Erfolgsgeschichte herhalten. Vorausgesetzt, man betrachtet den Import von erfolgreichen Ideen bereits als Kreativleistung. Deutschland hat inhaltlich wenig zu bieten in Sachen Digitalisierung. Viel zu wenig, um in diesem Themenfeld überhaupt ernst genommen zu werden.

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Das hat vor allem kulturelle und soziale Gründe: Grundlegende Merkmale wie Risikoscheue, Konservativismus und "German Angst" stehen einer erfolgreichen digitalen Gesellschaft im Wege, die Optimismus, Wagemut und nonkonformistische Visionen braucht. Nicht umsonst kursiert seit Jahren in Wirtschaft und Wissenschaft der Satz, dass Fraunhofer zwar MP3 erfand, mit dem iPod das weltweit erfolgreiche Produkt dazu jedoch von Visionär und Apple-Ikone Steve Jobs kam. Hinter vorgehaltener Hand ist manchmal sogar zu hören, dass die Deutschen "alt, satt und bequem" seien und sich für Digitalisierung deshalb nicht richtig interessieren würden. Wozu mit revolutionären Entwicklungen auseinandersetzen, wenn man doch alles hat und das Leben so, wie es ist, eigentlich ganz okay ist?

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 Ohne Geheimdienste geht es nichtAngela Merkel hat recht 
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spiderbit 07. Jun 2014

Du bist die Schitzofrenie der Piratenkritik in Person. Wollte zuerst schreiben andere...

spiderbit 06. Jun 2014

selten so viel blödsinn gelesen: 1. "die piraten sind still", nur weil keiner hin hört...

spiderbit 06. Jun 2014

ich kanns nimmer hören, die bösen Politiker die uns vorher irgendwie weiß gott was vor...

spiderbit 06. Jun 2014

irgendwie seit ihr alle Realitätsgestört. Ponader ist schon ewig lange zurück getreten...



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