Abo
  • Services:
Anzeige
Glenn Greenwald
Glenn Greenwald (Bild: Eduardo Munoz/Reuters)

NSA-Affäre: Greenwald hofft auf Hilfe der Bundesregierung

In Hamburg erzählte NSA-Enthüller Glenn Greenwald von seinem ersten Treffen mit Edward Snowden seit einem Jahr. Dessen Zukunft hänge auch von der Bundesregierung ab.

Anzeige

Zum ersten Mal seit dem ersten persönlichen Kontakt in Hongkong im Juni vergangenen Jahres hat der US-Journalist Glenn Greenwald den Whistleblower Edward Snowden getroffen. Am Donnerstag besuchten Greenwald und die Dokumentarfilmerin Laura Poitras Snowden in Moskau. Das erzählte Greenwald auf einer Zeit-Veranstaltung zur Vorstellung seines Buches in Hamburg. Im Laufe des Tages hatte Greenwalds Lebenspartner David Miranda bereits Bilder des Treffens auf Facebook gepostet.

"Edward Snowden geht es erstaunlich gut und er ist sehr glücklich", sagte Greenwald. Noch vor einem Jahr sei es unwahrscheinlich gewesen, dass Snowden nicht in einem amerikanischen Gefängnis landete. Inzwischen schlendere er sogar größtenteils unerkannt durch Moskau. "Er sieht dabei aus wie ein Austauschschüler aus Idaho", witzelte Greenwald.

Vor allem sei Snowden froh darüber, dass er weiterhin an der Debatte teilnehmen kann, die er mit seiner Aktion auslöste. Am 5. Juni vergangenen Jahres veröffentlichte Glenn Greenwald im britischen Guardian die erste Enthüllungsgeschichte über den US-Geheimdienst NSA. Die geheimen Dokumente hatte er wenige Tage zuvor von Edward Snowden in Hongkong überreicht bekommen. Wie Greenwald in seinem Buch Die globale Überwachung schreibt, hatten er und Snowden bis zu ihrem Treffen nur über verschlüsselte Chats Kontakt.

Für Greenwald ist es denkbar, dass Snowden noch längere Zeit in Moskau bleibt. Zwar läuft Snowdens Visum im August ab, die russische Regierung hatte aber bereits angedeutet, es verlängern zu wollen. Ob Snowden Russland eines Tages verlassen könnte, hängt nach Greenwalds Ansicht auch an Ländern wie Brasilien oder Deutschland.

Scheindiskussion um Snowden-Befragung

In Deutschland hatten die Abgeordneten des NSA-Untersuchungsausschusses Anfang Mai dafür gestimmt, Edward Snowden als Zeugen zu befragen. Allerdings gibt es unter den Vertretern von Opposition und Regierungsparteien noch Unklarheiten darüber, wo die Befragung stattfinden soll. Grüne und die Linke möchten Snowden gerne in den Bundestag laden. CDU und SPD lehnen das aus diplomatischen Gründen ab.

Für Greenwald ist das ohnehin nur Scheindiskussion. "Ich glaube, dass einige Abgeordnete gar nicht scharf darauf sind, Edward Snowden nur wenige Meter weiter im Raum sitzen zu haben anstatt ihn auf einer Videoleinwand zu sehen", sagt Greenwald. Für ihn sei eine Befragung vor Ort die bessere Wahl. Im Interview mit Zeit Online gab Greenwald vor einigen Wochen an, dass er an Snowdens Stelle vor dem Ausschuss aussagen würde.

Doch für Greenwald ist die entscheidende Frage nicht, ob Snowden vor Ort aussagen müsse, sondern ob die Bundesregierung ihrerseits Verantwortung übernehmen möchte. "Die Frage ist, ob Snowden überhaupt einer Regierung helfen möchte, die nicht bereit ist, seine Grundrechte zu wahren", sagte Greenwald in Hamburg.

Gestörte Diplomatie als Erfolg der Enthüllungen

Nur durch das persönliche Risiko, das Snowden auf sich genommen hat, hätten die deutsche Bevölkerung und Wirtschaft überhaupt erst über die Eingriffe in die Privatsphäre und Grundrechte erfahren. Entscheidend sei nun, ob die deutsche Regierung das gleiche Opfer für Edward Snowden bringen möchte; ob sie die diplomatischen Beziehungen mit den USA zumindest ein Stück weit riskieren könne, um Edward Snowden Asyl zu geben.

Nicht zuletzt sieht Greenwald das gestörte diplomatische Verhältnis zwischen den USA und ihren wichtigen Partnern wie Deutschland als "ein positives Ergebnis der Enthüllungen". Die Ansicht eines Teilnehmers im Publikum, dass sich in den vergangenen zwölf Monaten nichts geändert habe, wies Greenwald vehement zurück. "Ich denke nicht, dass die Menschen bei diesem Thema inzwischen innerlich abschalten", sagte Greenwald, "letztlich geht es nicht um die Frage nach Überwachung, sondern darum, was es heißt, ein freier Mensch zu sein".


eye home zur Startseite
spiderbit 25. Mai 2014

Und genau deshalb schützt unsere Verfassung (Grundgesetz) das Wohle des Individuums jeden...

spiderbit 25. Mai 2014

Sorry das ist Bullshit, es gibt irgendwelche Papiere wo irgendwas drauf steht, und es...

hroessler 23. Mai 2014

Das Arschloch der Amis kann noch so klein sein, diese Bundesregierung wird es immer dort...

Rababer 23. Mai 2014

Lawl, irgendwie finde ich das nicht gut. Sehr traurig sowas zu hören.

Acid 303 23. Mai 2014

+ 1 in your face germany !!!



Anzeige

Stellenmarkt
  1. MBtech Group GmbH & Co. KGaA, Stuttgart
  2. Engelhorn KGaA, Mannheim
  3. Robert Bosch GmbH, Plochingen
  4. Radeberger Gruppe KG, Frankfurt am Main


Anzeige
Top-Angebote
  1. (heute u. a. mit LG TVs, DX Racer Stühlen und reduzierten Blu-ray-Neuheiten)
  2. (u. a. Sony Xperia L1 für 139€)
  3. 139€

Folgen Sie uns
       


  1. Fahrdienst

    London stoppt Uber, Protest wächst

  2. Facebook

    Mark Zuckerberg lenkt im Streit mit Investoren ein

  3. Merged-Reality-Headset

    Intel stellt Project Alloy ein

  4. Teardown

    Glasrückseite des iPhone 8 kann zum Problem werden

  5. E-Mail

    Adobe veröffentlicht versehentlich privaten PGP-Key im Blog

  6. Die Woche im Video

    Schwachstellen, wohin man schaut

  7. UAV

    Matternet startet Drohnenlieferdienst in der Schweiz

  8. Joint Venture

    Microsoft und Facebook verlegen Seekabel mit 160 Terabit/s

  9. Remote Forensics

    BKA kann eigenen Staatstrojaner nicht einsetzen

  10. Datenbank

    Börsengang von MongoDB soll 100 Millionen US-Dollar bringen



Haben wir etwas übersehen?

E-Mail an news@golem.de


Anzeige
Parkplatz-Erkennung: Bosch und Siemens scheitern mit Pilotprojekten
Parkplatz-Erkennung
Bosch und Siemens scheitern mit Pilotprojekten
  1. Community based Parking Mercedes S-Klasse liefert Daten für Boschs Parkplatzsuche

Optionsbleed: Apache-Webserver blutet
Optionsbleed
Apache-Webserver blutet
  1. Apache-Sicherheitslücke Optionsbleed bereits 2014 entdeckt und übersehen
  2. Open Source Projekt Oracle will Java EE abgeben

Lenovo Thinkstation P320 Tiny im Test: Viel Leistung in der Zigarrenschachtel
Lenovo Thinkstation P320 Tiny im Test
Viel Leistung in der Zigarrenschachtel
  1. Adware Lenovo zahlt Millionenstrafe wegen Superfish
  2. Lenovo Smartphone- und Servergeschäft sorgen für Verlust
  3. Lenovo Patent beschreibt selbstheilendes Smartphone-Display

  1. Re: Was hat das mit "Die PARTEI" zui tun?

    Zeroslammer | 10:43

  2. Re: Und bei DSL?

    sneaker | 10:42

  3. Re: Der starke Kleber

    ArcherV | 10:36

  4. Re: und die anderen 9?

    ArcherV | 10:34

  5. Re: 197 MBit/s über vodafone.de Speedtest - 30...

    DerDy | 10:24


  1. 15:37

  2. 15:08

  3. 14:28

  4. 13:28

  5. 11:03

  6. 09:03

  7. 17:43

  8. 17:25


  1. Themen
  2. A
  3. B
  4. C
  5. D
  6. E
  7. F
  8. G
  9. H
  10. I
  11. J
  12. K
  13. L
  14. M
  15. N
  16. O
  17. P
  18. Q
  19. R
  20. S
  21. T
  22. U
  23. V
  24. W
  25. X
  26. Y
  27. Z
  28. #
 
    •  / 
    Zum Artikel