Abo
  • Services:

NSA-Affäre: Deutsche Nutzer vertrauen der Datensicherheit am wenigsten

Mehr als andere Nationen bewegt die NSA-Affäre die Deutschen, nirgends sonst ist das Vertrauen in die Sicherheit der Daten so gering. Doch Konsequenzen ziehen nur die wenigsten daraus.

Artikel veröffentlicht am ,
Nicht nur der Dokumentarfilm Citizenfour machte Edward Snowden in Deutschland sehr bekannt.
Nicht nur der Dokumentarfilm Citizenfour machte Edward Snowden in Deutschland sehr bekannt. (Bild: Citizenfour)

Der US-Whistleblower Edward Snowden ist in Deutschland so bekannt wie in keinem anderen Land der Welt. Wie aus einer Umfrage des kanadischen Centre for International Governance Innovation & Ipsos hervorgeht, haben 94 Prozent der befragten Internetnutzer schon etwas über den früheren NSA-Mitarbeiter gehört, dessen Enthüllungen eine weltweite Debatte über die Massenüberwachung durch die Geheimdienste ausgelöst haben. Damit liegt Deutschland vor Schweden und China, wo 86 beziehungsweise 85 Prozent der Nutzer den 31-Jährigen kennen. Selbst in seinem Heimatland USA haben nur gut drei von vier Nutzern von ihm gehört. Befragt wurden knapp 24.000 Personen in 24 Staaten.

Stellenmarkt
  1. Visteon Electronics Germany GmbH, Karlsruhe
  2. connect IT-Solutions GmbH, Darmstadt

In vielen anderen Punkten der Umfrage nimmt Deutschland aber den letzten Platz ein. So halten nur 15 Prozent der Nutzer ihre privaten Informationen im Netz für "sehr sicher". In den USA sind dies 31 Prozent, in Nigeria sogar 58 Prozent. Schlusslicht ist Deutschland auch in der Frage, ob eine Speicherung der persönlichen Daten auf einem sicheren Server gewünscht ist. Dies wird hierzulande nur von jedem dritten Nutzer befürwortet (34 Prozent), während in fast allen anderen Staaten zwei Drittel der Nutzer dies wünschen, in China sogar 87 Prozent. Auch auf eine Speicherung der Daten auf einem heimischen Server legen die Nutzer in Deutschland am wenigsten Wert (47 Prozent). In diesem Fall ist der Anteil in anderen Staaten wie den USA oder Großbritannien mit rund 75 Prozent ebenfalls deutlich höher.

Das Vertrauen in die Fähigkeit von Institutionen, das Internet zu verwalten und zu regulieren, ist in Deutschland sehr schwach ausgeprägt. Nicht einmal jeder vierte deutsche Nutzer spricht diese Fähigkeit den Technikfirmen zu - der weltweit niedrigste Wert. Kaum höher (27 Prozent) liegt das Vertrauen in die Vereinten Nationen, wo Deutschland im Vergleich ebenfalls das Schlusslicht bildet. Der eigenen Regierung vertraut immerhin jeder Dritte. Praktisch kein Vertrauen mehr genießen in dieser Beziehung die USA bei deutschen Nutzern: Der Wert von 13 Prozent liegt deutlich am Ende der Skala.

Recht geringe Unterschiede gibt es hingegen, was die Bedeutung des Netzes für die beruflichen und privaten Interessen der Nutzer betrifft. So finden neun von zehn Befragte das Netz für den Zugriff auf Informationen und wissenschaftliche Erkenntnisse wichtig. Deutschland liegt dabei mit 85 Prozent am unteren Ende der Skala, die von Kenia mit 98 Prozent angeführt wird. Sehr wichtig für die Nutzer ist das Internet auch für die freie Meinungsäußerung, Freizeitvergnügen und Erholung sowie für soziale Kommunikation. Auch in diesen Fällen liegt Deutschland aber mit Werten um die 75 Prozent am unteren Ende der Skalen.

Trotz der Bekanntheit Snowdens unter deutschen Internetnutzern hat die Mehrheit von ihnen keine Schritte unternommen, ihre Privatsphäre und Sicherheit besser zu schützen. Der Anteil von 39 Prozent liegt im Vergleich zu anderen westlichen Staaten jedoch noch am höchsten und beispielsweise doppelt so hoch wie in Schweden. In Ländern wie Indien, Mexiko und China haben jedoch rund zwei Drittel der Nutzer den Schutz verstärkt.



Anzeige
Blu-ray-Angebote
  1. 4,99€
  2. (u. a. Deadpool, Alien Covenant, Assassins Creed)
  3. (2 Monate Sky Ticket für nur 4,99€)

Anonymer Nutzer 26. Nov 2014

Ich hatte ja die Hoffnung,beim teilen der Teilnehmerzahl durch die entsprechenden Länder...

Wallbreaker 26. Nov 2014

So etwas lässt sich nicht von angesurften Seiten ermitteln, wer welche Erweiterungen...

zufälliger_Benu... 25. Nov 2014

Ich würde wirklich gerne glauben dass fast 40% plötzlich mehr für ihre Privatsphäre tun...

M.Kessel 25. Nov 2014

"Schlusslicht ist Deutschland auch in der Frage, ob eine Speicherung der persönlichen...

Schnapsbrenner 25. Nov 2014

Es gibt doch genug Quellen, die man verlinken könnte, dann würde es sich doch genau in so...


Folgen Sie uns
       


Fahrt mit Alstoms Brennstoffzellenzug - Bericht

Wasserstoff statt Diesel: Der Nahverkehrszug der Zukunft soll sauber fahren. Der französische Konzern Alstom hat einen Zug mit einem Brennstoffzellenantrieb entwickelt, der ohne Oberleitung elektrisch fährt. Wir sind eingestiegen.

Fahrt mit Alstoms Brennstoffzellenzug - Bericht Video aufrufen
Xperia XZ2 Compact im Test: Sonys kompaktes Top-Smartphone bleibt konkurrenzlos
Xperia XZ2 Compact im Test
Sonys kompaktes Top-Smartphone bleibt konkurrenzlos

Sony konzentriert sich beim Xperia XZ2 Compact erneut auf die alte Stärke der Serie und steckt ein technisch hervorragendes Smartphone in ein kompaktes Gehäuse. Heraus kommt ein kleines Gerät, das kaum Wünsche offenlässt und in dieser Größenordnung im Grunde ohne Konkurrenz ist.
Ein Test von Tobias Költzsch

  1. Xperia XZ2 Premium Sony stellt Smartphone mit lichtempfindlicher Dualkamera vor
  2. Sony Grundrauschen an Gerüchten über die Playstation 5 nimmt zu
  3. Playstation Sony-Chef Kaz Hirai verabschiedet sich mit starken Zahlen

HTC Vive Pro im Test: Das beste VR-Headset ist nicht der beste Kauf
HTC Vive Pro im Test
Das beste VR-Headset ist nicht der beste Kauf

Höhere Auflösung, integrierter Kopfhörer und ein sehr bequemer Kopfbügel: Das HTC Vive Pro macht alles besser und gilt für uns als das beste VR-Headset, das wir bisher ausprobiert haben. Allerdings ist der Preis dafür so hoch, dass kaufen meist keine clevere Entscheidung ist.
Ein Test von Oliver Nickel

  1. SteamVR Tracking 2.0 36 m² Spielfläche kosten 1.400 Euro
  2. VR-Headset HTCs Vive Pro kostet 880 Euro
  3. HTC Vive Pro ausprobiert VR-Headset hat mehr Pixel und Komfort

Datenschutz: Der Nutzer ist willig, doch die AGB sind schwach
Datenschutz
Der Nutzer ist willig, doch die AGB sind schwach

Verbraucher verstehen die Texte oft nicht wirklich, in denen Unternehmen erklären, wie ihre Daten verarbeitet werden. Datenschutzexperten und -forscher suchen daher nach praktikablen Lösungen.
Ein Bericht von Christiane Schulzki-Haddouti

  1. Soziales Netzwerk Facebook will in Deutschland Vertrauen wiedergewinnen
  2. Denial of Service Facebook löscht Cybercrime-Gruppen mit 300.000 Mitgliedern
  3. Facebook-Anhörung Zuckerbergs Illusion von der vollen Kontrolle

    •  /