• IT-Karriere:
  • Services:

NSA-Affäre: Das geheime Budget der US-Geheimdienste

Alleine 35.000 Mitarbeiter kümmern sich um Überwachung und Kryptologie: Durch die Enthüllungen Edward Snowdens sind die Ausgaben für die US-Geheimdienste bekannt geworden.

Artikel veröffentlicht am , /
Brisantes Dokument: Die Haushaltsvorlage 2013 für die US-Geheimdienste
Brisantes Dokument: Die Haushaltsvorlage 2013 für die US-Geheimdienste (Bild: washingtonpost.com)

In der NSA-Affäre geben neue Dokumente erstmals einen detaillierten Einblick in die Schwerpunkte und Ausgaben der 16 US-amerikanischen Geheimdienste. Den Unterlagen zufolge, die die Washington Post veröffentlichte, sollte der Auslandsgeheimdienst CIA mit 14,7 Milliarden Dollar in diesem Jahr über das größte Budget innerhalb der Dienste verfügen. Der Militärgeheimdienst NSA erhält 2013 demnach 10,5 Milliarden Dollar, der Satellitenaufklärungsdienst NRO wird mit 10,3 Milliarden Dollar bedacht. Seit 2001 habe sich das Gesamtbudget damit auf rund 52,6 Milliarden Dollar verdoppelt, heißt es weiter. Rund 107.000 Mitarbeiter würden davon bezahlt.

Stellenmarkt
  1. Web Service Kaupa - HomepageWartung24, Remscheid
  2. J. Bauer GmbH & Co. KG, München

Das 178-seitige Dokument diente dazu, gegenüber dem US-Kongress die Ausgaben für die Geheimdienste im Haushaltsjahr 2013 zu rechtfertigen. Es stammt aus der Datensammlung des früheren NSA-Informatikers Edward Snowden. Die Washington Post veröffentlichte nach Rücksprache mit Regierungsvertretern die Dokumente nur auszugsweise, da sie von "sensiblem Material durchdrungen" seien. Die Geheimdienstler beschreiben demnach, welche wichtigen Ziele sie bei der Spionage verfolgen und wo die größten Lücken bei der Auslandsaufklärung bestehen. So wissen die US-Spione offenbar wenig über die Atomwaffenpläne Nordkoreas und die Pläne der Regierungen Russlands, Chinas und Irans.

"Bahnbrechende kryptoanalytische Fähigkeiten"

Auch mit Blick auf die NSA-Überwachungspraktiken gibt der Haushaltsentwurf neue Details preis. So haben die US-Geheimdienste hohe Summen in das sogenannte Gemeinsame Kryptologie-Programm (Consolidated Cryptologic Program) investiert. Satte elf Milliarden Dollar - etwa 21 Prozent des Gesamtbudgets - erhält das Programm, dessen 35.000 Mitarbeiter sich mit Verschlüsselung und Überwachung beschäftigen.

Dabei wollen die Experten bei der NSA und den Teilstreitkräften "bahnbrechende kryptoanalytische Fähigkeiten" entwickeln, um gegnerische Verschlüsselung zu knacken und Internetdaten auszuwerten, heißt es in dem Dokument. Die Erkenntnisse sollen gegen hochrangige Ziele eingesetzt werden - auch gegen ausländische Führungen.

Von dem Budget geht der Großteil mit 26 Prozent an Verwaltung und Support und 15 Prozent gehen in die IT-Infrastruktur. 23 Prozent werden von der Datensammlung und dem operativen Betrieb, 14 Prozent von der Analyse von Daten und 15 Prozent von der Verarbeitung und der Ausbeutung der Daten in Anspruch genommen. Lediglich vier Prozent fließen in die Forschung. Das sind immerhin noch mehr als 300 Millionen Dollar.

Die Zahlen belegen abermals, dass die Geheimdienste aktiv versuchen, verschlüsselte Daten auszuwerten. Welche Verschlüsselungen sie aber tatsächlich bereits knacken können, bleibt unbekannt. Gewiss ist, dass ältere Verschlüsselungstechniken wie RSA 1024 bereits mit einigem Rechenaufwand entschlüsselt werden können. Einige Unternehmen wie Facebook nutzen RSA 1024 noch für ihre SSL-Verbindungen. Offenbar können sie aber nicht alle knacken, denn aus Berichten geht hervor, dass die Geheimdienste von Unternehmen Master-Keys für SSL angefordert haben. Das deutete auch der Lavabit-Chef an, über dessen Dienst Edward Snowden E-Mails verschickt hatte.

Hunderte Millionen gehen an die Provider

Ebenfalls geht aus den Dokumenten hervor, dass die NSA jährlich hunderte Millionen Dollar den Telekommunikationsfirmen bezahlt, um Zugang zu deren Netzwerken zu erhalten. Der Haushaltsvorlage für 2013 zufolge belaufen sich die Ausgaben für das Programm auf 278 Millionen Dollar. Die Datensammlungen mit den einzelnen Firmen tragen die Codenamen Fairview, Stormbrew, Blarney und Oakstar, wie aus früheren Enthüllungen Snowdens bereits hervorging.

Davon entfallen rund 66 Millionen Dollar auf Blarney, rund 95 Millionen Dollar auf Fairview, 46 Millionen Dollar auf Stormbrew und knapp 9,5 Millionen Dollar auf Oakstar. Blarney wird in früheren Berichten mit dem Telefonkonzern AT&T in Verbindung gebracht. Auch wird eine Zahlung in Höhe von 56,6 Millionen Dollar an einen "ausländischen Partner" erwähnt, der nicht näher spezifiziert wird. Laut Washington Post finden sich aber in den Unterlagen keine Angaben dazu, ob die NSA auch für das Prism-Programm Zahlungen an Firmen wie Google, Facebook und Amazon leistet.

Bitte aktivieren Sie Javascript.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
  • ohne Werbung
  • mit ausgeschaltetem Javascript
  • mit RSS-Volltext-Feed


Anzeige
Spiele-Angebote
  1. (u. a. Persona 4 - Golden Deluxe Edition für 14,99€, Bayonetta für 4,99€, Catherine Classic...
  2. 23,99€
  3. (u. a. Heavy Rain für 8,99€, Beyond: Two Souls für 8,99€, Detroit: Become Human für 24...

Tamashii 31. Aug 2013

Wie vielen Menschen man damit ein besseres Leben ermöglichen könnte... Damit könnte man...

Wakarimasen 31. Aug 2013

Dennoch ist es ein regime. Wäre es eine demokratie würde ich den leuten hier zustimmen...

spiderbit 31. Aug 2013

ich finde es immer schwierig wenn ein generelles gefrustetet bashing über die Masse der...


Folgen Sie uns
       


Android Smartphone als Webcam nutzen - Tutorial

Wir erklären in einem kurzen Video, wie sich das Smartphone für Videokonferenzen unter Windows nutzen lässt.

Android Smartphone als Webcam nutzen - Tutorial Video aufrufen
Mario Kart Live im Test: Ein Klempner, der um Konsolen kurvt
Mario Kart Live im Test
Ein Klempner, der um Konsolen kurvt

In Mario Kart Live (Nintendo Switch) fährt ein Klempner durchs Wohnzimmer. Golem.de hat das Spiel mit einem Konsolen-Rennkurs ausprobiert.
Von Peter Steinlechner

  1. Nintendo Entwickler arbeiten offenbar an 4K-Updates für Switch Pro
  2. Nintendo Switch Mario Kart Live schickt Spielzeugauto auf VR-Rennstecke
  3. 8bitdo Controller macht die Nintendo Switch zum Arcade-Kabinett

Energiewende: Wie die Begrünung der Stahlindustrie scheiterte
Energiewende
Wie die Begrünung der Stahlindustrie scheiterte

Vor einem Jahrzehnt suchte die europäische Stahlindustrie nach Technologien, um ihren hohen Kohlendioxid-Ausstoß zu reduzieren, doch umgesetzt wurde fast nichts.
Eine Recherche von Hanno Böck

  1. Wetter Warum die Klimakrise so deprimierend ist

Big Blue Button: Das große blaue Sicherheitsrisiko
Big Blue Button
Das große blaue Sicherheitsrisiko

Kritische Sicherheitslücken, die Golem.de dem Entwickler der Videochat-Software Big Blue Button meldete, sind erst nach Monaten geschlossen worden.
Eine Recherche von Hanno Böck


      •  /