NRW: Microsoft verweigert bei Cloudausbau Gespräche mit BUND

Die Umweltschutzorganisation BUND in Nordrhein-Westfalen hat Microsoft aufgefordert, für den geplanten Bau von bis zu vier Rechenzentren im Rheinischen Revier in Bedburg und Bergheim keinen fruchtbaren Ackerboden zu überbauen. "Nicht mehr benötigte Kraftwerksareale, die vorbelasteten Tagebauflächen und andere Industriebrachen eignen sich viel besser als Standorte für Industrieansiedlungen" , erklärte die Organisation.
Tiere und Pflanzen, Wasser, der Boden und Agrarflächen könnten so geschützt werden. Der technische Fortschritt und der Strukturwandel würden so weiter vorangetrieben, ohne die Klimawandelanpassung zu gefährden, erklärte der BUND in einer Petition auf der Kampagnenplattform Weact(öffnet im neuen Fenster) , die über 79.000 Menschen unterstützen.
Die Ansiedlung von Microsoft sei grundsätzlich positiv, aber der Bau von Rechenzentren auf der "grünen Wiese" bedeute die unwiderrufliche Zerstörung von Böden, die für die Landwirtschaft unerlässlich seien.
Es sei auch fraglich, ob die energieintensiven Rechenzentren aus 100 Prozent erneuerbaren Energien versorgt werden könnten. Außerdem fehle für die Abwärmenutzung noch ein überzeugendes Konzept. Darüber hinaus sei schon jetzt der Grundwasserspiegel im Rheinischen Revier auf Jahrhunderte abgesenkt. Wo das Wasser für die Kühlung der Server herkommen solle, sei unklar.
Microsoft weigerte sich laut BUND bisher, die 79.000 Unterschriften der Petition entgegenzunehmen. Auch ein Termin sei bislang trotz Vorschlägen des BUND nicht zustande gekommen.
Microsoft stellt Vorgang komplett anders dar
Microsoft Deutschland erklärte(öffnet im neuen Fenster) der Nachrichtenagentur dpa, man stehe seit Monaten in regelmäßigem Austausch mit dem BUND in NRW. Geplant sei, dass die Anlagen nach ökologischen Kriterien betrieben werden. Die Rechenzentrumsregion im Rheinischen Revier soll laut Microsoft die Cloud- und KI-Kapazität für ganz Deutschland steigern.
"Durch einen geschlossenen Kühlkreislauf wird kein Wasser verbraucht" , behauptete das Unternehmen. Die Abwärmenutzung werde den gesetzlichen Vorgaben entsprechen.



