NRW: Bundesland kann angeblich Funklöcher nicht ermitteln

Noch vor wenigen Tagen konnte das Landesministerium für Wirtschaft in Nordrhein-Westfalen die Vorteile des Mobilfunkpaktes loben und die Erfolge ausweisen. Was noch zu tun ist, weiß die Behörde aber nicht.

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Funklöcher sind gar kein Geheimnis.
Funklöcher sind gar kein Geheimnis. (Bild: Deutsche Telekom/ Screenshot: Golem.de)

Das Landesministerium für Wirtschaft in Nordrhein-Westfalen kann Funklöcher nicht ermitteln. Das sagte eine Sprecherin Golem.de auf Anfrage. "Eine Quantifizierung der Funklöcher aus Nordrhein-Westfalen ist uns aus unterschiedlichen Gründen nicht möglich, denn der Mobilfunkempfang an einem bestimmten Standort hängt von verschiedenen Faktoren ab."

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Vor wenigen Tagen hatte Wirtschafts- und Digitalminister Andreas Pinkwart (FDP) erklärt, dass ein halbes Jahr vor Auslaufen des Mobilfunkpaktes in Nordrhein-Westfalen die Ziele fast erreicht seien. Es seien 90 Prozent der zugesagten 1.350 Neuerrichtungen und rund 85 Prozent der angestrebten 5.500 Umrüstungen realisiert worden. Zudem seien rund 7.000 Kapazitätserweiterungen an bestehenden LTE-Standorten vorgenommen worden. Die verbliebenen Funklöcher kann das Bundesland dennoch nicht spezifizieren.

Dies hänge ab von der Nutzung des Endgeräts oder vom abgeschlossenen Vertrag mit einem der Mobilfunknetzbetreiber. "Wenn zwei Nutzer am selben Standort sind, ist es somit möglich, dass ein Nutzer mit seinem Endgerät LTE-Empfang hat, der andere jedoch nicht", erklärte die Sprecherin.

Funklöcher: Wie könnte man sie bloß erkennen?

Das ist sicherlich zutreffend, doch solange National Roaming nicht überall vereinbart ist, weisen die Netzwerkbetreiber ihre Funklöcher über die Karte der Bundesnetzagentur aus. Dem Vodafone-Nutzer ist wenig damit geholfen, wenn Telefónica oder die Deutsche Telekom LTE anbieten, solange sie nicht zusammenarbeiten. Nationales Roaming bedeutet die Verpflichtung der Mobilfunkbetreiber, das eigene Netz für die Konkurrenz zu öffnen. Das haben die Telefónica mit der Deutschen Telekom und Vodafone jedoch am 19. Januar 2021 vereinbart. Danach bieten die Betreiber gemeinsame 4G-Zugänge auf dem 800-MHz-Frequenzband an.

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Auch die Bundesnetzagentur kann Funklöcher feststellen: "Mit der Breitbandmessung/Funkloch-App können Endkunden die augenblickliche Netzverfügbarkeit ihres Mobilfunknetzes erfassen und so vorhandene Funklöcher ermitteln. Bei der Erfassung der Netzverfügbarkeit wird in Form einer Messreihe ortsbasiert festgestellt, ob und in welcher Technologie ein Mobilfunknetz vorliegt. Richtig ist, dass die Erfassung sowohl vom jeweiligen Vertrag als auch vom Endgerät abhängen kann", gab die Behördensprecherin zu bedenken.

In einem Bericht vom Januar 2021 legte die Deutsche Telekom detailliert dar, welche Funklocher an der ICE-Strecke Berlin-Hamburg nicht geschlossen werden können. Und natürlich kann die Software jedes Netzbetreibers Funklöcher exakt darstellen: Doch das Landesministerium für Wirtschaft in Nordrhein-Westfalen hat offenbar nicht die Macht oder den Willen, dies abzufragen.

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