Privathaushalte werden schutzlos
Zumindest das Argument für ein Ende der Einspeisevergütung ab 2027 gebauter privater Photovoltaikanlagen sitzt. Auch bei Überproduktion wird der eingespeiste Strom weiterhin bezahlt, während andernorts Anlagen abgeregelt werden müssen. Das zu beenden, ist richtig.
Auch richtig ist, nicht wie ursprünglich geplant direkt den Rotstift anzusetzen, sondern Übergangsregelungen zu schaffen. Bis 2030 sollen noch Zahlungen fließen, dann gibt es einen Zuschuss zur Direktvermarktung.
Gleichzeitig fehlen echte Alternativen. Bei der Direktvermarktung stehen Privathaushalte großen Marktteilnehmern gegenüber. Das kann nur für eine Seite gut ausgehen. Und die Chance, die Problematik wie in Österreich per Energy Sharing zu lösen, wurde schlicht verpasst. Das zugehörige Gesetz, das den Aufbau von Energiegemeinschaften hätte vorantreiben können, gilt längst als Fehlschlag zugunsten der Netzbetreiber.
Komplett unberührt bleiben immerhin Balkonkraftwerke, die maximal 800 Watt direkt in die Steckdose einspeisen. Zumal die Regelung mittlerweile alle Erzeugungsarten umfasst, somit auch Batteriespeicher. Ähnlich verhält es sich bei größeren Anlagen, wenn diese mit einem Speicher verbunden sind. Wer den größten Teil seines Stroms selbst verbraucht, belastet nicht das Netz und ist zudem auf keine zusätzliche Vergütung angewiesen, die bei geringer Einspeisung ohnehin niedrig ausfallen würde.
Kein Mut, kaum Pragmatismus, wenig Effizienz
Und dennoch nimmt man am Ende zukünftigen Solaranlagenbesitzern eine verlässliche Förderung, ohne alternative Wege zu bereiten. Man lässt Windkraftanlagenbetreiber, die sich längst durch bürokratische Wirren kämpfen müssen, ein höheres Risiko tragen. Ein kluger Netzausbau wird dagegen weiter auf sich warten lassen.
Wo Kapazitäten vorhanden sind, zumindest die meiste Zeit, werden sie nicht konsequent genutzt, und der Impuls für eine schnellere Digitalisierung, damit auch Haushalte ihre Stromkosten durch gezieltes Verbrauchen steuern können, bleibt aus.
So sieht keine effiziente Nutzung eines der stabilsten Stromnetze der Welt aus. Die Novelle des EEG zeugt eher von Mutlosigkeit, auch die großen Betreiber und Erzeuger in die Pflicht zu nehmen, denn von Pragmatismus bei der Energiewende, die eigentlich die Resilienz der Netze erhöhen und die Abhängigkeit von Energieimporten verringern soll.
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