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Nova-C: Südkorea nimmt an Mondmission von Intuitive Machines teil

Südkorea wird 2024 an einer der nächsten Mond -Missionen teilnehmen. Diesmal nicht mit einer eigenen Raumsonde, sondern an Bord des Mondlanders Nova-C von Intuitive Machines.
/ Patrick Klapetz
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Reiner Gamma befindet sich westlich des Äquators auf der erdnahen Seite des Mondes und scheint aufgrund von Mustern wellenförmig zu sein, ist aber eigentlich ein flaches Gebiet. (Bild: KASI(Korea Astronomy and Space Science Institute))
Reiner Gamma befindet sich westlich des Äquators auf der erdnahen Seite des Mondes und scheint aufgrund von Mustern wellenförmig zu sein, ist aber eigentlich ein flaches Gebiet. Bild: KASI(Korea Astronomy and Space Science Institute)

Der südkoreanische Mond-Umwelt-Monitors Lusem(öffnet im neuen Fenster) (Lunar Space Environment Monitor; Monitor für die Weltraumumgebung auf dem Mond) ist vor einigen Tagen auf die Reise in die Vereinigten Staaten gegangen. Er soll sich im Jahr 2024 an Bord der Weltraummission Nova-C des kommerziellen Raumfahrtunternehmens Intuitive Machines befinden.

Das Nova-C-Landegerät wird in der niedrig gelegenen Region Reiner Gamma auf der erdzugewandten Seite des Mondes landen – ein Gebiet mit ungewöhnlicher Helligkeit im Oceanus Procellarum (lat.: Ozean der Stürme). Die Region ist der große dunkle Fleck am westlichen Mondrand.

Bei Lusem handelt es sich um eine wissenschaftliche Nutzlast, die von der Kasi und der Clps-Initiative entwickelt wurde. Die Kasi ist das koreanische Institut für Astronomie und Weltraumwissenschaften (Korea Astronomy and Space Science Institute) und Clps steht für den kommerziellen Nutzlastservice für den Mond ( Commercial Lunar Payload Services(öffnet im neuen Fenster) ) der US-Raumfahrtbehörde Nasa. Mit diesem Programm will die Nasa jedes Jahr unbemannte Nutzlastmissionen zum Mond schicken, um diesen zu erforschen. Es geht aber auch um die kommerzielle Erschließung des Mondes.

Das ist die Lusem-Nutzlast

Lusem ist mit einem Sensor ausgestattet, der hochenergetische Teilchen mit Energien von 50 Kiloelektronenvolt (50 keV) und mehr aufspüren kann. Anders als die Erdoberfläche ist die Mondoberfläche nicht durch eine Atmosphäre oder ein Magnetfeld geschützt, so dass hochenergetische Teilchen aus der Tiefe des Weltraums direkt nachgewiesen werden können.

Diese hochenergetischen Teilchen können Auswirkungen auf die Gesundheit der zukünftigen Astronauten haben. Zudem kann die Weltraumstrahlung die Funktionsfähigkeit der Raumfahrtelektronik und die strukturelle Integrität von Raumfahrzeugen stören.

Die Sensoreinheit besteht aus zwei Festkörperteleskopen (SST), die bidirektionale Beobachtungen ermöglichen – eines ist nach oben und das andere nach unten gerichtet. Jedes dieser Teleskop-Paare detektiert entweder Elektronen oder Ionen. Die nach oben gerichteten Sensoren erfassen die aus dem Weltraum kommenden Teilchen, während die nach unten gerichteten die von der Mondoberfläche reflektierten Teilchen erkennen. Zudem besteht Lusem aus einer Elektronikbox, die unter anderem die Sensoreinheit steuert, Signale verarbeitet und Strom liefert.

Vier Nutzlasten aus Südkorea

Insgesamt plant die Kasi vier Nutzlasten für die Nasa. Neben dem Lusem sollen auch das Magnetometer für die Mondoberfläche Lsmag (Lunar Surface Magnetometer) an Bord des Landefahrzeugs sein, mit dem die magnetische Flussdichte (Magnetfeld) auf dem Erdtrabanten gemessen werden soll.

Die dritte Nutzlast werden die Graincams(öffnet im neuen Fenster) (Lunar Regolith-grain Camera; Mondregolith-Kornkamera) sein – eine Reihe von zwei Lichtfeldkameras (Surfcam und Levcam) zur Untersuchung der Regolithstruktur und der Staubpartikel auf der Mondoberfläche . Das wissenschaftliche Ziel der Surfcam ist die Untersuchung der Eigenschaften der 3D-Mikrostruktur des oberen Mondregoliths. Das Ziel der Levcam ist die Erkennung der elektrostatisch aufgewirbelten Staubpartikel in der Nähe der Mondoberfläche.

Die vierte Nutzlast aus Südkorea wird der Strahlungsdosimeter für Mondfahrzeuge, Lvrad(öffnet im neuen Fenster) (Lunar Vehicle Radiation Dosimeter), sein. Er besteht aus vier Strahlungsdetektoren, um die Strahlungsumgebung auf der Mondoberfläche zu quantifizieren und ihre potenziellen Auswirkungen auf die menschliche Biologie zu bewerten.

" Nach den Erfolgen von Danauri ist diese kontinuierliche Zusammenarbeit zwischen Südkorea und den Vereinigten Staaten auf dem Gebiet der Weltraumforschung wirklich ermutigend" , erklärte Cho Sun-hak laut Pressemitteilung(öffnet im neuen Fenster) . Er ist der Generaldirektor des Büros für Weltraum-, Nuklear- und große Wissenschaftspolitik im Ministerium für Wissenschaft und IKT (Information und Kommunikationstechnologie). "Wir werden uns bemühen, den Umfang der Beteiligung unseres Landes am Artemis-Programm zu erweitern und den Horizont der internationalen gemeinsamen Weltraumforschung weiter auszubauen."


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