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Nouveau: Nvidias Verhalten gefährdet freien Linux-Treiber

Mit deutlichen Worten kritisieren die Nouveau-Entwickler Nvidia für das zögerliche Verhalten im Umgang mit signierter Firmware. Ändert sich nichts, hätte dies wohl auch gravierende Folgen für Nvidia selbst.

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Für die 10.000 US-Dollar teure Tesla P100 steht Firmware bereit - für Consumer-Karten aber noch nicht.
Für die 10.000 US-Dollar teure Tesla P100 steht Firmware bereit - für Consumer-Karten aber noch nicht. (Bild: Nvidia)

Dass sich der Nvidia-Angestellte Andy Ritger genötigt sieht, bei der Linux-Community für seinen Arbeitgeber um Entschuldigung zu bitten, ist sicherlich kein gutes Zeichen. Nach dem Vortrag der Entwickler des freien Nouveau-Treibers auf der X.org Developers Conference (XDC) bleibt Ritger wohl aber nicht viel anderes übrig. Immerhin sieht das Nouveau-Team die Weiterentwicklung seines Treibers akut gefährdet.

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So erläutert Entwickler Martin Peres nach der Zusammenfassung, was das Nouveau-Team im vergangenen Jahr erreicht hat, das weiterhin angespannte Verhältnis der Community zu Nvidia. Größter Kritikpunkt von Peres ist dabei die deutlich verzögerte Veröffentlichung von Firmware durch Nvidia. Diese sei zwingend notwendig, da die Firmware mittlerweile signiert ist und der Treiber ohne diese schlicht nicht entwickelt werden könne.

Abwärtsspirale für Nutzer und Entwickler

Allerdings stehe die signierte Firmware teilweise erst eineinhalb oder zwei Jahre nach Veröffentlichung der Hardware bereit. Für einige bestimmte Teilbereiche steht eine Veröffentlichung der Firmware gar noch aus, etwa für die Einheit zur Energieverwaltung und Lüftersteuerung. Durch die Firmware-Signierung sei ein Reverse Engineering zudem kaum noch umsetzbar.

Das sei nicht nur "nervig" für die Nutzer, die ihre Hardware nicht mit dem freien Treiber nutzen könnten, sondern führe auch dazu, dass das Entwicklerteam laut Peres feststecke. Falls sich diese Situation nicht grundlegend ändere, werde das Nouveau-Projekt schlimmstenfalls scheitern. Schließlich verlieren die Entwickler ebenso wie die Nutzer das Interesse an dem Treiber, da sie ihre Hardware nicht nutzen könnten. Das könne zu einer Abwärtspirale führen, sodass der Code nur noch sporadisch gepflegt werde.

Da aber auch Nvidia für seine Tegra-Chips massiv von dem Nouveau-Code profitiere, müsste das Unternehmen wohl langfristig selbst für die Unterstützung neuer Hardware im Linux-Kernel sorgen. Dazu müsste das Unternehmen die Community wohl aber zunächst davon überzeugen, dass es langfristig die Pflege des Codes übernehmen werde. Darüber hinaus könne das Unternehmen nicht erwarten, dass "neuer Code einfach aufgenommen wird", so Peres.

Die Community arbeitet schlicht anders und hat wohl kein Interesse daran über viele Jahre gewachsenen Code durch Eigenentwicklungen aus dem Hause Nvidia zu ersetzen.

Klare und einfache Wünsche der Community

Es gibt aber auch eindeutige Vorstellungen davon, wie diese Situation entschärft werden könnte. So fordern die Nouveau-Entwickler bereits seit 2013 eine öffentliche Richtlinie zum Umgang und zur Veröffentlichung der Firmware umzusetzen. Peres vermutet aber, dass dies absehbar nicht passiere.

Was dem Team aber wirklich helfen würde, wäre ein frühzeitiger Zugang zu neuer Hardware ebenso wie der Firmware, um den Treiber anpassen zu können. Dafür würde das Team sogar Non-Disclosure-Agreements (NDA) akzeptieren, die in der Open-Source-Community sonst wenig verbreitet sind. Einzige Bedingung für die Akzeptanz von NDA müsse aber sein, dass die darüber erlangten Informationen und der damit erstellte Code zum Tag der freien Verfügbarkeit der Hardware veröffentlicht werden dürfe.

Ebenso müsse es dem Nouveau-Team erlaubt sein, die Firmware-Komponenten eigenständig weiterverteilen zu dürfen. Bisher muss die Firmware teilweise über Skripte umständlich aus dem proprietäre Treiber extrahiert werden, sofern dies überhaupt möglich ist.

Das Team fordert außerdem weiterhin mehr öffentlich zugängliche Dokumentation etwa zur Funktionsweise des VBIOS oder zur ABI der Firmware sowie eine Möglichkeit diese Dokumentation verifizieren zu können. Letztlich wäre all die Arbeitskraft der Nouveau-Entwickler weiterhin kostenlos für Nvidia.

Ritger hat dem Team für diese klare Liste gedankt. Er hoffe, dass diese ihm helfen werde, die Situation bei Nvidia unternehmensintern zu verbessern, da diese auch für das Management einfach verständlich sein könne. Ob die Verantwortlichen bei Nvidia allerdings künftig stärker im Sinne der Community handeln, bleibt abzuwarten.



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tangonuevo 27. Sep 2016

Es gibt einige Gründe, warum Leute möglichst viel (oder alles) als Open Source haben...

tangonuevo 27. Sep 2016

Ich auch. Nur das ich jetzt zeitweise (auf ubuntu 14.04) auch fglrx nutze (einfaches...

/usr/ 23. Sep 2016

Nouveau war für mich leider nie nutzbar, da dies immer mit einem Systemcrash endete...

CptSparky 23. Sep 2016

Ahhh okay jetzt hab auch ich es kapiert! Damit verstehe ich jetzt die ganze Aufregung...

throgh 23. Sep 2016

Natürlich! :) Einig sind wir uns dahingehend wohl schon die ganze Zeit. Ich schaue nur...


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