Nouveau: Chrome-Entwickler blockieren freien Nvidia-Treiber

Offenbar wegen dauerhaft schlechter Qualität haben sich die Chrome-Entwickler dazu entschieden, den freien Nvidia-Treiber für Linux, Nouveau, über eine Blacklist zu blockieren. Die vorgeschlagenen Lösungen scheinen unterdessen wenig praktikabel.

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Der freie Linux-Treiber für Nvidia-Grafikkarten erfüllt nicht die Qualitätsansprüche der Chrome-Entwickler.
Der freie Linux-Treiber für Nvidia-Grafikkarten erfüllt nicht die Qualitätsansprüche der Chrome-Entwickler. (Bild: Marc Sauter/Golem.de)

Mit der aktuellen Version 71 des Chrome-Browsers können Linux-Nutzer den freien Nvidia-Treiber Nouveau nicht mehr standardmäßig für Hardwarebeschleunigung verwenden, das berichtet der Nouveau-Entwickler Ilia Mirkin. Die zuständigen Entwickler bei Google haben den Treiber dazu auf eine sogenannte Blacklist gesetzt, die die Verwendung des Treibers verhindert. Als Grund dafür wird auf die dauerhaft schlechte Qualität des Treibers verwiesen.

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Der Entwickler Ilia Mirkin zeigt sich wenig begeistert von dieser Vorgehensweise. Da in der Diskussion des Chrome-Teams keine einfach reproduzierbaren Probleme genannt werden und damit wohl auch keine direkt umsetzbaren Lösungen, sieht Mirkin derzeit keinen einfachen Weg zurück zu dem Standardverhalten, in dem der Nouveau-Treiber eingesetzt wird.

Der Entscheidung des Chrome-Teams vorausgegangen war die standardmäßige Aktivierung und Empfehlung von Nouveau in Ubuntu 18.04 LTS statt des bisher genutzten proprietären Nvidia-Treibers. Nouveau ist jedoch nicht fehlerfrei, so dass die Entwickler des Treibers regelmäßig Updates dafür empfehlen.

Doch selbst wenn neuere Versionen von Nouveau einige Fehler beheben würden, wäre es aus Sicht der Chrome-Entwickler "nicht akzeptabel, als Voraussetzung zum Einsatz von Chrome die Nutzer zu bitten, ihre Treiber zu aktualisieren". Ebenso werden die Prioritäten des Chrome-Teams klar formuliert: "Wir wollen zuerst einen stabilen und sicheren Browser und erst dann einen mit Hardwarebeschleunigung".

Keine einvernehmliche Lösung in Sicht

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Eine erste Idee Mirkins, um die Blockade des Chrome-Browsers herum zu arbeiten, ist es, einfach einen zufälligen String als Treibername zu generieren. Dieser kann dann natürlich nicht auf einer Blacklist landen. Die Chrome-Entwickler bezeichnen das aber als "Bärendienst" und dass dies wohl mehr kaputt mache als behebe. Auch der Linux-Grafiktreiber-Entwickler Rob Clark hält dies für eine "schlechte Idee".

Clark schlägt stattdessen vor, funktionierende Kombinationen aus Hardwaregeneration und Mesa-Grafiktreiber zur Wiederaufnahme in Chrome vorzuschlagen. Die Funktionsfähigkeit soll durch die WebGL-Testsuite der Khronos-Gruppe ermittelt werden. Laut Mirkin hat aber auch diese einige Fehler, was unter anderem daran liege, dass diese noch recht jung sei.

Dazu kommen noch weiterreichende Vorschläge, die etwa vorsehen, eine Art automatisiertes Fuzz-Testing für Nouveau einzurichten, die gefundenen Fehler zu beheben und auch auch das Rendering mit Nouveau in Chrome zu testen. Laut Mirkin ist das für das kleine Nouveau-Team mit seinen wenigen Ressourcen jedoch nicht umzusetzen.

Darüber hinaus werde damit auch der Fokus der Diskussion in eine falsche Richtung verschoben, so Mirkin. Immerhin habe sich eine Distribution für die Verwendung von Nouveau entschieden. Das Chrome-Team setze sich aber einfach über die Entscheidung hinweg und nutze seine eigenen Regeln.

Nutzer, die die Entscheidung des Chrome-Teams betreffen, den Nouveau-Treiber aber weiter benutzen wollen, können dafür die Kommandozeilenoption --ignore-gpu-blacklist verwenden. Die Einstellung kann auch über die sogenannten Flags im Chrome-Browser aktiviert werden.

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