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Notpetya: USA klagen russische Staatshacker an

Die sechs Angeklagten sollen für etliche Angriffe verantwortlich sein, darunter die Ransomware Notpetya, die weltweit Schäden angerichtet hatte.

Artikel veröffentlicht am , / dpa
Ein Richterhammer (engl. Gavel)
Ein Richterhammer (engl. Gavel) (Bild: Tingey Injury Law Firm/Unsplash)

Die US-Behörden haben sechs mutmaßliche Hacker aus dem russischen Militärgeheimdienst GRU im Zusammenhang mit mehreren prominenten Cyberattacken der vergangenen Jahre vor einem US-Bundesgericht angeklagt. Darunter ist auch der Angriff mit der Ransomware Notpetya im Juni 2017, der weltweit den Betrieb von Tausenden Unternehmen und Behörden lahmgelegt hat, darunter die Reederei Maersk und der Nivea-Hersteller Beiersdorf. Außerdem gehört dazu eine Attacke von Dezember 2015, die die Stromversorgung in Teilen der Ukraine unterbrach, wie aus der am Montag veröffentlichten Anklage hervorgeht.

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Dort wird den Angeklagten vorgeworfen, Teil einer staatlichen Hackergruppe zu sein, die als Sandworm bekannt ist. Diese soll im Auftrag der Einheit 74455 des russischen Militärgeheimdienstes GRU arbeiten. Den Beschuldigten werden jeweils sieben Anklagepunkte zur Last gelegt, darunter Verschwörung zur Durchführung von Computerbetrug und -missbrauch und schwerer Identitätsdiebstahl.

"Ziel der Verschwörung war es, durch unbefugten Zugriff ('Hacking') auf den Computern der Opfer destruktive Schadsoftware einzusetzen und andere störende Maßnahmen zum strategischen Vorteil Russlands zu ergreifen", heißt es in der Anklageschrift. Vertreter des US-Justizministeriums äußerten sich am Montag nicht dazu, wieso die Anklage genau jetzt - rund zwei Wochen vor der US-Präsidentenwahl - präsentiert wurde.

Russland dementiert

Zu den anderen Anklagepunkten gehören auch die Cyberattacke auf die Olympischen Winterspiele 2018 in Südkorea sowie auf die Partei von Emmanuel Macron vor der französischen Präsidentenwahl 2017. Laut britischen Behörden spähte die Hacker-Einheit auch Organisatoren der Olympischen Sommerspiele in Tokio in diesem Jahr aus - die wegen der Coronapandemie verschoben wurden.

Auch die Untersuchung der Nervengasvergiftung von Sergei Skripal, seiner Tochter und mehrerer britischer Staatsbürger soll im April 2018 von Sandworm angegriffen worden sein. Die Vergiftung des ehemaligen russischen Geheimdienstmitarbeiters und britischen Überläufers wurde mit dem russischen Nervengift Nowitschok durchgeführt.

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Eine Reaktion aus Russland kam prompt, mit klaren Zurückweisungen. Die Vorwürfe gegen sechs russische Bürger, die angeblich GRU-Mitarbeiter gewesen seien, würden nicht belegt, sagte der Vorsitzende des Auswärtigen Ausschusses im Parlament, Leonid Sluzki, der Agentur Interfax zufolge.

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Wlad 20. Okt 2020 / Themenstart

Im den Fällen wo die Russen beschuldigt werden, gilt das Strafrecht bekanntlich nicht.

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