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Nothing Phone (2a) im Test: Nothing probiert die günstige Mittelklasse für 330 Euro

Nothings erstes Mittelklassemodell Phone (2a) startet mit einem attraktiven Preis. Das Gesamtpaket überzeugt im Test, trotz kleiner Abstriche.
/ Tobias Költzsch
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Das Nothing Phone (2a) mit aktivierter Glyph-Beleuchtung (Bild: Tobias Költzsch/Golem.de)
Das Nothing Phone (2a) mit aktivierter Glyph-Beleuchtung Bild: Tobias Költzsch/Golem.de

Nothing hat sein erstes Smartphone mit einem Preis von unter 400 Euro vorgestellt: Das Phone (2a) soll nach Angaben des Herstellers das Phone (1) als preiswerten Einstieg in Nothings Smartphone-Welt ablösen, dabei jedoch günstiger und leistungsfähiger sein. Abstriche gibt es unter anderem bei den Materialien, der Kamera und der Glyph-Beleuchtung auf der Rückseite. Insgesamt lohnt sich das Gesamtpaket aber, wie der Test von Golem.de zeigt.

Für das Phone (2a) verwendet Nothing ein Design, das zu den ursprünglichen Vorschlägen für das Phone (1) gehörte. Für das erste Nothing-Smartphone aus dem Jahr 2022 entschied man sich letztlich für ein anderes Design – jetzt kommt der Entwurf beim Phone (2a) zum Einsatz. Wie bei allen bisherigen Nothing-Smartphones ist vor allem die Rückseite interessant.

Auch Phone (2a) hat eine transparente Rückseite, wahlweise komplett durchsichtig oder dunkel getönt. In beiden Fällen können Nutzer Elemente unter der rückseitigen Abdeckung erkennen, die beim Phone (2a) anders als bei den beiden anderen Nothing-Smartphones aus Kunststoff ist. Der Grund ist, dass die transparente Abdeckung einen 90-Grad-Winkel mit einer abgerundeten Fase hat, was mit Glas offenbar nicht so einfach – oder im Kostenrahmen – zu realisieren war.

Rückseite fühlt sich nicht besonders hochwertig an

Das Ergebnis ist durchaus interessant: Die klare Rückseite sitzt eher wie ein Deckel mit Rand auf dem Rahmen und nicht wie ein Inlay, wie bei vielen anderen Smartphones. Nachteil des Kunststoffs ist, dass er sich etwas billig anfühlt und Fingerabdrücke und Staub nahezu magisch anzieht. Die Dualkamera auf der Rückseite ist mittig und nahtlos in einer Beule verbaut. Deshalb wackelt das Phone (2a) nicht, wenn wir es mit der Rückseite auf den Tisch legen – anders als die bisherigen Nothing-Smartphones.

Unter der transparenten Abdeckung hat sich Nothing wieder eine Besonderheit ausgedacht: In der unteren Hälfte ist eine Art Schlange zu erkennen, zu dem Design inspirierte Nothing zufolge die New Yorker U-Bahn-Karte. Es handelt sich um ein Flachbandkabel, das das Motherboard mit dem Display, dem SIM-Steckplatz und dem USB-C-Anschluss verbindet. Es handelt sich also nicht nur um ein Dekoelement.

In der oberen Hälfte ist rings um die Kamera die NFC-Spule zu erkennen. Drumherum sind drei LED-Streifen angebracht. Verglichen mit den anderen Nothing-Smartphones stellen diese die reduzierte Glyph-Beleuchtung dar. Bis auf die Anzahl der Leuchtflächen verfügt die Beleuchtung beim Phone (2a) über die gleichen Funktionen: Wir können uns Benachrichtigungen und Anrufe mit Lichtzeichen anzeigen lassen. Darüber hinaus gibt es Funktionen wie eine Timer-Anzeige oder eine Art Diskobeleuchtung, wenn wir Musik abspielen.

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Wie beim Phone (1) und Phone (2) können wir in den Glyph-Einstellungen festlegen, dass das Smartphone sich stumm schaltet, wenn wir es auf das Display legen. Dann werden wir ausschließlich über die Glyph-Beleuchtung über eingehende Nachrichten und Anrufe informiert. Wem die vorinstallierten Klingeltöne samt Beleuchtung nicht gefallen, kann über den Composer eigene Sounds und Lichteffekte erstellen. Insgesamt ist die Glyph-Beleuchtung beim Phone (2a) aufgrund der geringeren Zahl an Leuchtelementen dezenter, was manchen Käufern vielleicht sogar gefällt.

Gutes Amoled-Display und Dualkamera

Drehen wir das Phone (2a) um, schauen wir auf das 6,7 Zoll große Amoled-Display mit einer Auflösung von 2.412 x 1.084 Pixel. Damit ist der Bildschirm so groß wie der des Phone (2) und etwas größer als der des Phone (1). Das Display unterstützt Bildraten zwischen 30 und 120 Hz, es handelt sich allerdings nicht um einen LTPO-Bildschirm. Die durchschnittliche Maximalhelligkeit soll bei 700 cd/m² liegen, im Freien bei 1.100 cd/m² und bei HDR-Inhalten bei 1.300 cd/m².

Voreingestellt ist der Farbmodus Lebendig, der sich in den Einstellungen in den Standardmodus ändern lässt. Die Farbsättigung ist dann immer noch recht hoch. Die Schärfe ist mit 394 ppi hoch, die Blickwinkelstabilität ist sehr gut. Insgesamt gefällt uns der Bildschirm des Phone (2a) sehr gut, vor allem auch angesichts des Preises des Smartphones.

Die Kamera besteht auf der Rückseite aus einer Hauptkamera und einer Superweitwinkelkamera, beide verwenden Sensoren mit 50 Megapixel. Die Hauptkamera hat eine Blende von f/1.88 und einen optischen Bildstabilisator, die Superweitwinkelkamera hat eine Blende von f/2.2 und einen Bildwinkel von 114 Grad.

Digitalzoom ist qualitativ nicht berauschend

Eine Telekamera hat das Phone (2a) nicht, die in der Kamera-App angezeigte 2x-Vergrößerung wird wie der darüber hinausgehende Zoom digital erzeugt. Die Hauptkamera macht bei Tageslicht Bilder mit guten, natürlichen Farben und durchschnittlicher Schärfe. Mit der von Oberklasse-Smartphones kann sie nicht mithalten, ist im Vergleich für den Preis des Phone (2a) aber in Ordnung. Bei stärkerer Vergrößerung sind nicht mehr viele Details vorhanden.

Verwenden wir den zweifachen Zoom der Kamera-App, werden die Details schlechter. Der Bildalgorithmus glättet das Bild stark, um Kanten ist ein helles Band zu erkennen. Wir finden bei Stadt- und Landschaftsaufnahmen die Bildqualität besser, wenn wir ganz normal ein Bild mit der Hauptkamera aufnehmen und anschließend in der Galerie einen Ausschnitt auswählen. Der zweifache Zoom der Kamera-App ist qualitativ schlechter.

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Auch bei größeren Zoomstufen können wir einfach einen Ausschnitt aus einer Bilddatei machen, die wir mit der Standardbrennweite der Hauptkamera aufnehmen. Die Bilder werden zwar sichtlich bearbeitet, eine wirkliche Verbesserung bringt das aber nicht. Mehr als den zweifachen Digitalzoom würden wir für ernsthafte Fotografie mit dem Phone 2a nicht verwenden.

Die Superweitwinkelkamera macht Bilder, die an den Rändern erfreulich scharf sind. Der Bildeindruck ist in der Regel so wie bei der Hauptkamera, es gibt keine großen Farbveränderungen. Bei bestimmten Lichtverhältnissen, zum Beispiel in der Abendsonne, hat das Phone (2a) grundsätzlich ein paar Probleme mit dem Weißabgleich – der ist manchmal etwas zu warm.

Volle Auflösung ist wenig hilfreich

Standardmäßig machen beide Kameras Bilder mit 12,5 Megapixel, jeweils vier Pixel werden zu einem zusammengefasst. Wir können die Kameras auch bei voller Auflösung verwenden, die Schärfe wird dann minimal besser – allerdings nicht so viel besser, dass sich dieser Extraschritt lohnt.

Die Frontkamera hat 32 Megapixel und zoomt in der Standardeinstellung etwas ins Bild. Drücken wir eine Schaltfläche, wird der Bildwinkel noch ein wenig erweitert. Die Qualität ist gut, im Porträtmodus schafft die Frontkamera eine gute Trennung zwischen Vorder- und Hintergrund.

Videos beherrscht das Phone (2a) mit einer maximalen Auflösung von 4K bei 30 fps, 60 fps sind nur bei 1080p drin. Die automatisch aktivierte Stabilisierung eignet sich gut für Schwenks. Im 1080p-Modus gibt es noch den sogenannten bewegten Modus, der stärkere Wackler besser ausbügelt. Dafür wird das Bild reichlich beschnitten.

Nachtmodus mit guter Belichtung – und Artefakten

Das Phone (2a) hat einen Nachtmodus, um auch bei schlechter Beleuchtung Fotos machen zu können. Mit der Hauptkamera bekommen wir Fotos, die zwar ordentlich belichtet sind, aber auch viele Artefakte haben und unscharf sind. Die Bildqualität der Superweitwinkelkamera im Nachtmodus ist nicht gut genug, so dass wir die Funktion nicht regelmäßig nutzen würden.

Insgesamt eignet sich die Kamera des Phone (2a) für Bilder bei ausreichender Beleuchtung, auch Videos lassen sich gut mit dem Smartphone aufnehmen. Die Bildqualität ist durchschnittlich gut und dem Preis des Smartphones angemessen. Abstriche gibt es bei den Nachtaufnahmen und in puncto Vielseitigkeit: Ein Tele hat das Phone (2a) nicht, und der Digitalzoom ist nur im untersten Brennweitenbereich sinnvoll nutzbar – wenn überhaupt.

Im Innern des Phone (2a) steckt Mediateks Dimensity 7200 in einer Pro-Version, die Nothing mit Mediatek entwickelt hat. Der in einem 4-nm-Verfahren gefertigte Prozessor hat acht Kerne und eine maximale Taktfrequenz von 2,8 GHz. In den Benchmark-Ergebnissen schneidet er bei den CPU-Ergebnissen auf dem Niveau anderer Mittelklasse-Smartphones ab. So erreicht er im Geekbench 6 ein Single-Core-Ergebnis von 1.150 Punkten, was etwas mehr ist als bei Motorolas Razr 40, das einen Snapdragon 7 Gen 1 eingebaut hat.

Für tägliche Anwendungen ist der Dimensity 7200 schnell genug, auch viele Spiele laufen problemlos auf dem Phone (2a). Ein Gaming-Smartphone ist das Gerät nicht, aber das soll es auch nicht sein. Mit KI-Funktionen wirbt Nothing nicht, lediglich bei den Porträts soll es eine KI-Verbesserung geben. Im Geekbench ML kommt das Smartphone im Tensorflow-Lite-CPU-Test auch nur auf einen Wert von 468 Punkten. Das ist ungefähr ein Drittel dessen, was das Galaxy S24 Ultra von Samsung erreicht.

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Akku mit langer Laufzeit

Der Akku des Phone (2a) hat eine Nennladung von 5.000 mAh und lässt sich mit 45 Watt per Kabel laden. Drahtloses Laden ist nicht möglich. Einen Full-HD-Film können wir gut 15 Stunden wiederholt abspielen, ein sehr guter Wert.

Ausgeliefert wird das Phone (2a) mit Android 14 und Nothings Android-Fork Nothing OS. Nothing OS zeichnet sich durch eine recht minimalistische Benutzeroberfläche aus. Zu Nothings Minimalismus zählt auch, dass der Hersteller kaum Bloatware vorinstalliert, neben den Google-Anwendungen gibt es nur drei Nothing-Anwendungen.

Nothing hat einige eigene Widgets installiert, die mitunter ungewöhnlich sind. So gibt es die Möglichkeit, einen Shortcut auf die Kamera-App zu legen, die dann in einer zuvor gewählten Brennweite startet. Somit können wir die Kamera beispielsweise immer mit einer auf das Kleinbild umgerechneten Brennweite von 35 mm starten, was einer 1,4-fachen Vergrößerung entspricht.

Insgesamt vier Jahre Updates

Leider nimmt sich Nothing zumindest aktuell noch kein Beispiel an der Konkurrenz, was die Dauer der Software-Updates betrifft. Neue Android-Versionen bekommen Käufer des Phone (2a) nur drei Jahre, Sicherheitsaktualisierungen gibt es vier Jahre. Google und Samsung haben die Updatezeiträume gerade auf jeweils sieben Jahre verlängert, Fairphone versucht sogar, auf zehn Jahre zu kommen. Ehrlicherweise muss auch gesagt werden, dass Samsungs Einsteigermodelle keinen derart langen Updatezeitraum bekommen.

Verfügbarkeit und Fazit: Nothing Phone (2a)

Das Nothing Phone (2a) wird in zwei Varianten in Deutschland auf den Markt kommen. Die Version mit 8 GByte RAM und 128 GByte Flash-Speicher kostet 330 Euro, einen Steckplatz für Speicherkarten gibt es nicht. Die Variante mit 12 GByte Arbeitsspeicher und 256 GByte Flash-Speicher kostet 380 Euro. Das Smartphone soll ab 12. März 2024 erhältlich sein.

Fazit

Nothing hat mit dem Phone (2a) ein interessantes Smartphone für den preiswerteren Mittelklassemarkt vorgestellt. Das Gerät vereint einige der Funktionen der teureren Nothing-Smartphones, wie die Glyph-Beleuchtung und das Design – wenn auch in reduzierter Form.

Bei der Beleuchtung auf der Rückseite finden wir diese Zurückhaltung nicht schlecht: Das Phone (1) und Phone (2) waren schon ziemlich auffällig. Wer die Glyph-Beleuchtung mag, aber weniger auffallen möchte, ist mit dem Phone (2a) besser bedient. Funktionen wie Timer und lautlose Benachrichtigungen gibt es auch beim neuen Modell.

Technische Daten des Nothing Phone (2a)
Nothing Phone (2a)
Display 6,7 Zoll AMOLED, 2.412 x 1.084 Pixel. 30 - 120 Hz Bildrate, maximale HDR-Helligkeit 1.300 cd/qm
Prozessor Mediatek Dimensity 7200 Pro
Speicher 8 GByte RAM und 128 GByte Flash oder 12 GByte RAM und 256 GByte Flash
Kamera 50 Megapixel Hauptkamera mit f/1.88 und OIS, 50 Megapixel Superweitwinkelkamera mit 114 Grad Bildwinkel
Frontkamera 32 Megapixel
Akku 5.000 mAh, Laden mit 45 Watt, kein drahtloses Laden möglich
Netzwerk 5G, Wifi, Bluetooth
Größe 162 x 76,5 x 9 mm
Gewicht 190 Gramm
Betriebssystem Android 14, Nothing OS

Das Design der Rückseite mit der transparenten Abdeckung gefällt uns gut. Auch der Umstand, dass die Rückseite wie ein Deckel auf dem Rahmen sitzt, gefällt uns. Das verwendete Material fühlt sich allerdings etwas billig an und zieht Staub und Fingerabdrücke nahezu magisch an.

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Dass die Kameras auf der Rückseite mittig angebracht sind, ist von Vorteil: Das Phone (2a) wackelt nicht, wenn es auf dem Tisch liegt und bedient wird. Die Kameraqualität ist durchschnittlich gut und dem Preis angemessen. Wunder sollten Käufer nicht erwarten, die Bilder sind alles in allem aber ok – vor allem bei Tageslicht.

Das Phone (2a) dürfte Nothing beim Ausbau seiner Marke helfen. Das preiswertere Marktsegment hat das Unternehmen bislang auch mit dem Phone (1) nicht bedient, es kostete immer noch mindestens 470 Euro. Im Gespräch mit Golem.de hat das Unternehmen bestätigt, dass künftige Topmodelle eher im Preisbereich zwischen 700 bis 1.000 Euro liegen werden. Das Phone (2a) ist damit die deutlich günstigere Möglichkeit, in Nothings Produktpalette einzusteigen. Mit den preisbedingten Abstrichen können Nutzer nicht viel falsch machen.


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