Volle Auflösung ist wenig hilfreich
Standardmäßig machen beide Kameras Bilder mit 12,5 Megapixel, jeweils vier Pixel werden zu einem zusammengefasst. Wir können die Kameras auch bei voller Auflösung verwenden, die Schärfe wird dann minimal besser – allerdings nicht so viel besser, dass sich dieser Extraschritt lohnt.
Die Frontkamera hat 32 Megapixel und zoomt in der Standardeinstellung etwas ins Bild. Drücken wir eine Schaltfläche, wird der Bildwinkel noch ein wenig erweitert. Die Qualität ist gut, im Porträtmodus schafft die Frontkamera eine gute Trennung zwischen Vorder- und Hintergrund.
Videos beherrscht das Phone (2a) mit einer maximalen Auflösung von 4K bei 30 fps, 60 fps sind nur bei 1080p drin. Die automatisch aktivierte Stabilisierung eignet sich gut für Schwenks. Im 1080p-Modus gibt es noch den sogenannten bewegten Modus, der stärkere Wackler besser ausbügelt. Dafür wird das Bild reichlich beschnitten.
Nachtmodus mit guter Belichtung – und Artefakten
Das Phone (2a) hat einen Nachtmodus, um auch bei schlechter Beleuchtung Fotos machen zu können. Mit der Hauptkamera bekommen wir Fotos, die zwar ordentlich belichtet sind, aber auch viele Artefakte haben und unscharf sind. Die Bildqualität der Superweitwinkelkamera im Nachtmodus ist nicht gut genug, so dass wir die Funktion nicht regelmäßig nutzen würden.
Insgesamt eignet sich die Kamera des Phone (2a) für Bilder bei ausreichender Beleuchtung, auch Videos lassen sich gut mit dem Smartphone aufnehmen. Die Bildqualität ist durchschnittlich gut und dem Preis des Smartphones angemessen. Abstriche gibt es bei den Nachtaufnahmen und in puncto Vielseitigkeit: Ein Tele hat das Phone (2a) nicht, und der Digitalzoom ist nur im untersten Brennweitenbereich sinnvoll nutzbar – wenn überhaupt.
Im Innern des Phone (2a) steckt Mediateks Dimensity 7200 in einer Pro-Version, die Nothing mit Mediatek entwickelt hat. Der in einem 4-nm-Verfahren gefertigte Prozessor hat acht Kerne und eine maximale Taktfrequenz von 2,8 GHz. In den Benchmark-Ergebnissen schneidet er bei den CPU-Ergebnissen auf dem Niveau anderer Mittelklasse-Smartphones ab. So erreicht er im Geekbench 6 ein Single-Core-Ergebnis von 1.150 Punkten, was etwas mehr ist als bei Motorolas Razr 40, das einen Snapdragon 7 Gen 1 eingebaut hat.
Für tägliche Anwendungen ist der Dimensity 7200 schnell genug, auch viele Spiele laufen problemlos auf dem Phone (2a). Ein Gaming-Smartphone ist das Gerät nicht, aber das soll es auch nicht sein. Mit KI-Funktionen wirbt Nothing nicht, lediglich bei den Porträts soll es eine KI-Verbesserung geben. Im Geekbench ML kommt das Smartphone im Tensorflow-Lite-CPU-Test auch nur auf einen Wert von 468 Punkten. Das ist ungefähr ein Drittel dessen, was das Galaxy S24 Ultra von Samsung erreicht.
Akku mit langer Laufzeit
Der Akku des Phone (2a) hat eine Nennladung von 5.000 mAh und lässt sich mit 45 Watt per Kabel laden. Drahtloses Laden ist nicht möglich. Einen Full-HD-Film können wir gut 15 Stunden wiederholt abspielen, ein sehr guter Wert.
Ausgeliefert wird das Phone (2a) mit Android 14 und Nothings Android-Fork Nothing OS. Nothing OS zeichnet sich durch eine recht minimalistische Benutzeroberfläche aus. Zu Nothings Minimalismus zählt auch, dass der Hersteller kaum Bloatware vorinstalliert, neben den Google-Anwendungen gibt es nur drei Nothing-Anwendungen.
Nothing hat einige eigene Widgets installiert, die mitunter ungewöhnlich sind. So gibt es die Möglichkeit, einen Shortcut auf die Kamera-App zu legen, die dann in einer zuvor gewählten Brennweite startet. Somit können wir die Kamera beispielsweise immer mit einer auf das Kleinbild umgerechneten Brennweite von 35 mm starten, was einer 1,4-fachen Vergrößerung entspricht.
Insgesamt vier Jahre Updates
Leider nimmt sich Nothing zumindest aktuell noch kein Beispiel an der Konkurrenz, was die Dauer der Software-Updates betrifft. Neue Android-Versionen bekommen Käufer des Phone (2a) nur drei Jahre, Sicherheitsaktualisierungen gibt es vier Jahre. Google und Samsung haben die Updatezeiträume gerade auf jeweils sieben Jahre verlängert, Fairphone versucht sogar, auf zehn Jahre zu kommen. Ehrlicherweise muss auch gesagt werden, dass Samsungs Einsteigermodelle keinen derart langen Updatezeitraum bekommen.