Nothing Phone (1) im Hands-on: Nothing setzt auf die Rückseite und den Preis

In den vergangenen Wochen hat Nothing bei seinem ersten Smartphone Phone (1) auf altbewährte Hype-Taktiken von Oneplus gesetzt – kein Wunder, wurde Nothing doch vom Oneplus-Mitbegründer Carl Pei gegründet. Besonders die Rückseite mit ihrem LED-Muster weckte dabei viel Interesse. Nun sind keine Geheimnisse mehr offen: Nothing hat das Phone (1) offiziell vorgestellt.
Golem.de konnte sich das Phone (1) bereits in einem ersten kurzen Test anschauen. Dabei liegt der Fokus auf dem Design und der leuchtenden Glyph-Rückseite. Ein ausführlicherer Test mit Benchmark-Ergebnissen, Kameratest und genauer Betrachtung des Android-Systems wird in den kommenden Tagen folgen.
Auffälligstes Merkmal des Phone (1) ist die Rückseite mit den LED-Leisten und Bauteilen, die deutlich erkennbar sind. Es handelt sich allerdings nicht um eine wirklich transparente Rückseite – bis auf ein Flachbandkabel sind keine echten Bauteile im Inneren des Smartphones erkennbar. Der Fokus von Nothing lag beim Design darauf, ein interessantes Bild zu schaffen und nicht, tatsächlich einen Blick in das Innere des Smartphones zu gewähren.
Glyph-Beleuchtung ist ein Hingucker
Auffällig ist das allemal, auch, wenn die Beleuchtung aus ist. Fängt das Phone (1) dann auch noch an zu blinken, ist das Smartphone ein ziemlicher Hingucker. Die sogenannte Glyph-Beleuchtung lässt sich in den Einstellungen konfigurieren. Nothing stellt insgesamt zehn eigene Klingeltöne samt passenden Lichtmustern zur Verfügung. Dabei handelt es sich nicht um klassische Klingeltöne, sondern eher um Klangkaskaden, die mitunter an Zirpen oder elektrisches Rauschen erinnern.

Zusammen mit den sehr guten Vibrationsmotoren sind Benachrichtigungen auf dem Phone (1) ein Erlebnis, das wir so von keinem anderen Smartphone kennen. Wer seine Ruhe vor Klingeltönen haben will, kann das Gerät einfach auf die Displayseite legen. Dann schaltet es sich stumm, bei Benachrichtigungen leuchten dann nur noch die Glyph-LEDs.







So einzigartig die Rückseite des Smartphones ist, so vertraut kommt uns das restliche Design vor. Legen wir ein iPhone 13 daneben, sind die Parallelen unübersehbar: Im Rahmen aus Aluminium liegen die Lautstärkeregler und der Einschalter an der gleichen Position wie beim iPhone, die Form entspricht im Grunde der des Apple-Smartphones.
Auffällig ist auch, dass Nothing den Rahmen rund um das 6,55 Zoll große OLED-Display so gestaltet hat, dass er auf allen vier Seiten gleich groß ist – wie beim iPhone. Das Display hat eine Auflösung von 2.400 x 1.080 Pixeln, unterstützt HDR sowie eine Bildrate von 120 Hz und macht in unserem ersten Kurztest einen sehr guten Eindruck.
Auch das Design der beiden Kameras auf der Rückseite erinnert ein wenig an ein aktuelles iPhone.
Dualkamera und Snapdragon-Prozessor
Auf der Rückseite des Phone (1) ist eine Dualkamera verbaut, deren Hauptkamera 50 Megapixel hat und einen Sony-Sensor verwendet (IMX766). Die Kamera hat einen optischen Bildstabilisator und eine Anfangsblende von f/1,88. Unterstützt wird sie von einer Superweitwinkelkamera mit ebenfalls 50 Megapixeln, verwendet wird dort ein JN1-Sensor von Samsung. Die Frontkamera hat 16 Megapixel. Der erste Bildeindruck ist gut, genaueres kann aber erst ein Vergleich im Test des Smartphones zeigen.
Beim Prozessor setzt Nothing auf einen Snapdragon 778G+, ein SoC aus Qualcomms Oberklasseserie. An die Leistung der Top-Prozessoren der Snapdragon-8-Serie kommt dieser nicht heran, stellt aber einen guten Kompromiss aus Leistung, Preis und Akkubelastung dar. Mit dem aufgeräumt wirkenden Android 12 ohne Bloatware reagiert das Phone (1) flink auf unsere Eingaben und hinterlässt sowohl bei alltäglichen Nutzungsszenarien als auch beim Gaming einen guten Eindruck.
Nothing verspricht drei Jahre lang Android-Updates und vier Jahre lang Sicherheitsaktualisierungen. Diese sollen alle zwei Monate ausgeliefert werden. Der Akku hat eine Nennladung von 4.500 mAh und lässt sich mit 33 Watt aufladen. Auch drahtloses Laden ist möglich, dann mit maximal 15 Watt. Das Phone (1) kann auch drahtlos andere Geräte laden, etwa Nothings In-Ear-Kopfhörer Ear (1). Entsperren lässt sich das Smartphone mit Hilfe eines flinken Fingerabdrucksensors.
Fazit
Das Phone (1) gefällt uns im ersten Hands-on sehr gut. Das Smartphone ist hochwertig verarbeitet, hat einen sehr guten Bildschirm, bietet gute Leistung im Alltag und hat eine aufsehenerregende Rückseite. Wie gut es im Detail ist, wird sich in unserem ausführlichen Test zeigen.







Dass das Gerät von vorne und von der Seite aussieht wie ein iPhone, stört uns nicht, auch, wenn die Ähnlichkeit wirklich sehr deutlich ist. Dank der auffälligen Rückseite empfinden wir das Smartphone dennoch nicht als iPhone-Kopie – dafür sind zu viele Gedanken in die Glyph-Beleuchtung geflossen.
Preislich dürfte das Phone (1) für viele attraktiv sein: Ganz wie bei den frühen Oneplus-Smartphones setzt Carl Pei die Preise eher niedrig an. Das Modell mit 8 GByte Arbeitsspeicher und 128 GByte Flash-Speicher kostet 470 Euro, die Variante mit 8 GByte RAM und 256 GByte Speicher 500 Euro.
Das teuerste Modell kommt mit 12 GByte RAM und 256 GByte Speicher und kostet 550 Euro. Obwohl das Phone (1) von der Ausstattung her kein absolutes Top-Smartphone ist und daher entsprechende Preise nahe der 1.000 Euro nicht realistisch sind, empfinden wir die Preise angesichts der Ausstattung und der Verarbeitung als tendenziell eher günstig.
T-Mobile bietet Phone (1) mit Vertrag an
Das Phone (1) wird in Deutschland mit Vertrag exklusiv bei T-Mobile erhältlich sein; in den Telekom-Läden wird es das Smartphone auch zum Ausprobieren geben. Außerdem wird das Smartphone ohne Vertrag über die Webseite von Nothing sowie über die Onlinehändler Amazon, Otto, Mobilcom Debitel, Congstar, Dein Handy und Sparhandy erhältlich sein. Der Verkaufsstart ist der 21. Juli 2022.