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Der Headphone (1) Pro hat einen vorzüglichen Transparenzmodus

Der Transparenzmodus im H1 Pro klingt dabei angenehm natürlich, lediglich bei Gesprächen mit anderen Personen wirkt alles ein wenig gedämpft. Aber wir können andere immer gut verstehen. Bleibt als kleiner Nachteil ein sehr leises Grundrauschen, das noch leiser als beim WH-1000XM6 und nicht mehr wahrnehmbar ist, sobald Musik oder etwas anderes läuft.

Schade ist, dass der H1 Pro rund um den Transparenzmodus keine Komfortfunktionen kennt. Sie werten die Sony-Kopfhörer im Vergleich zur Konkurrenz auf. Ein Nebenaspekt: Nothing optimierte beim bisherigen H1 den Transparenzmodus, so dass er nun ähnlich natürlich klingt wie mit dem H1 Pro.

Wie bei den Sony-Kopfhörern vermissen wir beim H1 Pro die Technik Active Sense, die nur in Bose-Kopfhörern zu finden ist. Sie reduziert im Transparenzmodus plötzlich auftretende laute Geräusche wie eine Feuerwehrsirene oder laute Maschinen an einer Baustelle, um das Ohr zu schonen. Das hätten wir gerne bei allen ANC-Kopfhörern.

Sehr gute Sprachqualität auch in lauten Umgebungen

Beim H1 Pro wurde die Technik für Telefonate im Vergleich zum H1 verbessert: Wir können damit in lauten Umgebungen telefonieren, ohne dass dieser Krach von der anderen Seite gehört wird. Noch mehr Lärmquellen werden komplett unterdrückt als beim H1. Wenn eine andere Person im gleichen Raum spricht, ist das für die Gegenseite nicht zu hören.

Wenn solche Technik nicht verwendet wird, verursacht ein vorbeifahrendes Auto bereits so viel Lärm, dass die Gegenseite einen schwerer oder gar nicht mehr versteht. Beim H1 Pro wird die Sprachqualität bei sehr viel Krach in der Umgebung abgehackt, die Verständlichkeit leidet. Hier schneidet der WH-1000XM6 etwa vor einer lauten Baustelle ein wenig besser ab, das Ergebnis des H1 Pro gehört dennoch zum Spitzenfeld in dieser Disziplin.

Draußen werden mit dem H1 Pro auch pfeifende Windgeräusche für die Gegenseite wirksam unterdrückt, was viele andere Kopfhörer nicht können. Dadurch wird das Telefonieren für andere zur Tortur. Sehr vorbildlich: Nothing denkt auch wieder an eine Mikrofonsteuerung in Telefonaten, auch wenn die Funktion – wie erwähnt – erst selbst in der App aktiviert werden muss. Viele andere Kopfhörerhersteller denken nicht an so eine wichtige Funktion.

Der Headphone (1) Pro klingt toll

Der H1 Pro nutzt drei getrennte Treiber, um eine möglichst gute Klangqualität zu erzielen. Dabei ist die Abstimmung zwischen Höhen, Mitten und Bass gelungen, und falls nötig liefert der Kopfhörer einen intensiven Tiefbass. Er schafft eine gute Räumlichkeit und bildet viele Details ab. Das Klangbild ähnelt vielfach dem des WH-1000XM6 und ist deutlich besser als beim H1.

Beim neuen H1 Pro integrierte Nothing wieder Spatial-Audio-Technik, um Stereomaterial nachträglich per Softwareanpassungen ein 3D-Klangbild zu verleihen. Damit sollen Songs so klingen, als ob sie für Dolby Atmos aufgenommen wurden. Beim H1 überzeugten uns die Ergebnisse nicht, weil alle Songs hohler, topfiger und dumpfer klingen.

Nothing überarbeitet Spatial-Audio-Technik

Mit dem H1 Pro wurden diese Algorithmen offenbar von Grund auf überarbeitet. Mit dem neuen Modell sind die Ergebnisse nicht so enttäuschend, das Klangbild wird nicht so stark verändert. Gesang bleibt weiterhin verständlich und die Räumlichkeit nimmt zu.

Im Zuge der Anpassung gibt es fünf unterschiedliche Profile, die jeweils eine andere Räumlichkeit widerspiegeln sollen. Dazu gehören Musikclub oder Konzertsaal. Für alle Profile kann eine Head-Tracking-Funktion dazugeschaltet werden, das finden wir bei Musik allerdings meist unpassend. Einen speziellen Kinomodus für Filme gibt es nicht, im Standardmodus verändert sich nur wenig. Hier überzeugt uns der Kinomodus des WH-1000XM6 mehr.

Bei Spatial Audio bleibt es Geschmackssache, ob einem derart aufgemotzte Musik gefällt. Leider unterstützt der H1 Pro im Unterschied zum WH-1000XM6 keine Wiedergabe von Dolby-Atmos-Material.

Nothing bietet vorzügliche Auracast-Unterstützung

Der Kopfhörer ist mit Bluetooth 6.1 ausgestattet und bietet abschaltbares Bluetooth-Multipoint mit bis zu zwei Geräten. Gut gelöst: Bei einer Multipoint-Verbindung kann die App auf beiden Geräten genutzt werden. Er beherrscht die Bluetooth-Codecs SBC, AAC, LC3 sowie den HD-Codec LDAC.

Auracast gibt es in einer praxisnahen Umsetzung, wobei der Kopfhörer sogar als Sender verwendet werden kann. Sobald Auracast aktiv ist, kann Bluetooth-Multipoint nicht mehr genutzt werden. Nutzer werden darüber vorbildlich informiert. Der H1 kann weiterhin kein Auracast.

Die meisten Auracast-fähigen Kopfhörer benötigen auch ein Auracast-fähiges Smartphone, damit die Technik genutzt werden kann. Da solche Smartphones noch Mangelware sind, bedeutet das für viele, dass sie Auracast nicht verwenden können. Daher gebührt Nothing großes Lob für die gelungene Auracast-Implementierung.

Wir können mit jedem Smartphone innerhalb der Nothing-App eine Auracast-Verbindung mit dem Kopfhörer aufbauen. Andere Auracast-fähige Kopfhörer oder Lautsprecher können dabei mit dem H1 Pro verbunden werden und die gleiche Musik hören. Das probierten wir mit mehreren Auracast-fähigen Kopfhörern aus, und es funktionierte prima.

Lediglich beim Aufbau einer Auracast-Verbindung vom H1 Pro aus sind wir auf eine unnötige technische Beschränkung gestoßen: Die Nothing-App erlaubt bei der Kennworteingabe ausschließlich Zahlen. Wenn also ein Auracast-Stream mit einem Kennwort aus Buchstaben versehen ist, und sich das nicht ändern lässt, ist keine Anmeldung möglich.

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Wer den H1 Pro im Kabelbetrieb nutzen möchte, hat die Wahl zwischen 3,5-mm-Klinke und USB-C. Bei der Wiedergabe über das 3,5-mm-Klinkenkabel lässt sich die Lautstärke verändern, alle anderen Funktionen zur Musiksteuerung sind nicht nutzbar. Im USB-C-Betrieb stehen alle Befehle zur Verfügung. Das ist ein großer Vorteil gegenüber der Sony-Konkurrenz: Sogar die aktuellen Modelle beherrschen noch immer keine USB-C-Wiedergabe.

Gute Nothing-App startet schnell

Die Nothing-App für Android und iOS benötigt weder ein Benutzerkonto noch GPS oder Internet und ist schnell gestartet. Die Struktur ist übersichtlich, und es gibt einen erweiterten Equalizer mit mehr Voreinstellungen als beim H1. Wie andere Hersteller denkt auch Nothing nicht an Tablet-Nutzer, die App ist immer nur im Hochformat nutzbar.

Updates lassen sich manuell durchführen und sind nach wenigen Minuten installiert. Die App zeigt den Ladestand des Akkus in Fünferschritten an. Das ist bei Geräten mit langer Akkulaufzeit entsprechend ungenau. Hier ziehen wir die genauere Anzeige der Sony-Konkurrenz vor.

Falls die Kopfhörer verlegt wurden, können wir sie piepen lassen. Allerdings wird diese Funktion durch eine nicht deaktivierbare Abschaltautomatik zunichte gemacht. Wie beim H1 schaltet sich der Pro-Kopfhörer nach 30 Minuten ab, falls er abgelegt und in der Zeit nicht bewegt wird.

Neuer Nothing-Kopfhörer hat eine gute Akkulaufzeit

Dann wird die Bluetoothverbindung beim Aufsetzen zwar wieder aktiviert, und wir können direkt weiter Musik hören, aber das Wiederfinden des Kopfhörers mittels Piepton ist dann unmöglich. Beim Annehmen eines eingehenden Anrufs kann es zu lange dauern, bis die Bluetoothverbindung wieder steht. Alternativ schaltet sich der Kopfhörer nach Drücken einer beliebigen Taste wieder ein.

Der H1 Pro soll im ANC-Betrieb bei AAC-Nutzung 30 Stunden Akkulaufzeit erreichen, im LDAC-Betrieb sind es 28 Stunden. Der H1 schafft hier jeweils ein paar Stunden mehr. Allerdings nehmen wir die minimal kürzere Akkulaufzeit für die vielen Verbesserungen des Pro-Modells gerne in Kauf. Das sind für diese Geräteklasse immer noch gute Werte. Positiv: Wir können die Kopfhörer laden und währenddessen weiterhin verwenden.


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