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Notfallkommunikation: EU plant gemeinsames Breitbandnetz für Einsatzkräfte

Die EU-Kommission will Einsatzkräfte grenzüberschreitend vernetzen. Erste Staaten sollen das neue EUCCS ab 2030 nutzen.
/ Nils Matthiesen
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EU plant 5G für Einsatzkräfte. (Symbolbild) (Bild: Michaela Stache / AFP via Getty Images)
EU plant 5G für Einsatzkräfte. (Symbolbild) Bild: Michaela Stache / AFP via Getty Images

Wie Heise Online berichtet(öffnet im neuen Fenster), hat die EU-Kommission das EU Critical Communication System (EUCCS) vorgeschlagen. Es soll Polizei, Feuerwehr, Rettungsdienste und Katastrophenschutz über Landesgrenzen hinweg vernetzen. Laut Kommission setzt das Vorhaben eine Schlüsselmaßnahme der Strategie ProtectEU und der Preparedness Union Strategy um.

Das Problem: Bislang stoßen Einsatzkräfte bei grenzüberschreitenden Einsätzen an technische Grenzen. Denn die nationalen Funknetze basieren meist noch auf Schmalband-Standards wie Tetra und sind nicht miteinander vernetzt. Überschreiten Retter eine Landesgrenze, bricht der Funkkontakt oft ab. Für gemeinsame Aktionen tauschen sie deshalb etwa Funkgeräte aus.

Das neue System soll demnach mehr als fünf Millionen Einsatzkräfte in der EU erreichen. Alle Mitgliedstaaten sollen schrittweise auf Breitbandtechnik wie 5G wechseln. Einsatzkräfte könnten dann zum Beispiel Fotos, Live-Videos, Textnachrichten und Standortdaten über ein einziges Endgerät austauschen.

Europäische Technik statt Einzellösungen

Die Kommission setzt daher auf ein verteiltes "System der Systeme". Die Mitgliedstaaten behalten demnach die Kontrolle über ihre Netze, diese müssen aber interoperabel sein. Ein virtuelles Netzüberwachungszentrum soll die Verbindungen über ein zentrales Glasfasernetz zudem koppeln. Nicht zuletzt ist ein Sicherheitsüberwachungszentrum gegen Cyberrisiken und hybride Bedrohungen vorgesehen. Ausrüster mit hohem Sicherheitsrisiko bleiben im Kernnetz ausgeschlossen.

Fallen Mobilfunknetze aus, beispielsweise durch Stromausfälle, sollen Satelliten den Datenstrom absichern. Vorgesehen sind dafür Iris² und Govsatcom. Kommissionsvizepräsidentin Henna Virkkunen sagt, das EUCCS sei "nicht nur ein technologisches Upgrade", sondern "ein entscheidender operationaler Schutzschild".

Bis 2036 sollen alle Staaten angebunden sein

Die Gesamtkosten liegen bei rund 3,57 Milliarden Euro. Davon trägt die EU etwa 1,16 Milliarden Euro, die übrigen 2,42 Milliarden Euro entfallen auf die nationalen Netze. Eine erste Gruppe von Staaten soll das EUCCS ab 2030 nutzen. Spätestens 2036 müssen dann alle EU-Staaten und die assoziierten Schengen-Länder angebunden sein. Zuvor beraten allerdings EU-Parlament und Ministerrat über den Vorschlag.


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