Notebook: Warum ich jetzt wieder ein Thinkpad von 2012 nutze

Mit einigen Modifizierungen ist das Thinkpad T430 für mich die bessere Lösung als ein modernes Business-Notebook.

Ein Erfahrungsbericht von Herman Õunapuu veröffentlicht am
Mein Thinkpad T430 in voller Pracht
Mein Thinkpad T430 in voller Pracht (Bild: Herman Õunapuu)

Dieser Artikel ist eine Übersetzung. Das Original ist hier zu finden.

Inhalt:
  1. Notebook: Warum ich jetzt wieder ein Thinkpad von 2012 nutze
  2. Warum der T430 - und mit welchen Modifizierungen?

Ich habe in meinem Leben schon jede Menge unterschiedlicher Computer genutzt, hauptsächlich, weil mir immer wieder neue Ideen und Anforderungen einfallen, sobald ich mit meinem aktuellen Set-up mal zufrieden bin. Bei meiner letzten Änderung werden sich manche allerdings sehr wundern.

In meinem aktuellen Job hatte ich die Gelegenheit, neu auf den Markt gebrachte Laptops von Lenovo und Dell auszuprobieren. Ziel war es, diese Laptops in Bezug auf Workloads bei der Softwareentwicklung zu bewerten und eine Standardoption für neue Mitarbeiter auszuwählen.

Mein Arbeitslaptop zu der Zeit war das Lenovo Thinkpad T480 mit einer guten technischen Ausstattung und einer Nvidia-Geforce-MX-150-Grafikkarte, die etwas schwach war und unter Windows 10 automatisch gedrosselt wurde, wenn eine Temperatur von 70 Grad Celsius erreicht wurde, was den Laptop dann völlig nutzlos machte.

Was ich alles ausprobiert habe

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Ich probierte diverse Modelle von verschiedenen Herstellern aus: Lenovo Thinkpad P14/T14 (Generation 1 und 2) mit Konfigurationen der Serie Intel 11. Generation und AMD Ryzen 4000/5000, außerdem einige Dell Latitudes ebenfalls mit Intel-CPUs der 11. Generation. Und das Ergebnis? Eine große Enttäuschung.

Eine unvollständige Liste der Probleme, die bei diesen Computern unter Fedora Linux 34 auftraten:

  • Bei einem der Thinkpads funktionierte das Touchpad manchmal aus unerfindlichen Gründen nicht.
  • Bei den AMD-Modellen war die Leistung bei meinen Workloads nicht gerade berauschend und nicht viel besser als bei einem Laptop von 2018.
  • Bei den Intel CPUs gab es Drosselungsprobleme, so dass sie für grundlegende Dinge wie Gespräche über Google Meet nicht genutzt werden konnten, da die Leistung auf 400 Megahertz gedrosselt wurde.
  • Bei einem der Dell-Computer trat schnell eine Überhitzung des SSD-Speichers auf, was zur Drosselung der CPU auf 400 Megahertz führte. Genau, der Speicher sorgte für eine Drosselung des Prozessors.
  • Bei einem der Laptops funktionierte das WLAN/Bluetooth nicht, selbst wenn ich eine aktuelle Linux-Distribution nutzte. Das hatte wahrscheinlich mit dem verwendeten Adaptertyp (nicht Intel) zu tun.

Nach Abschluss des Experiments entschieden wir uns für die am wenigsten schrottige Version des Thinkpads mit einer AMD-Ryzen-CPU. Die klang wenigstens unter Last nicht wie ein Flugzeugtriebwerk und hatte nicht diese absurden Drosselungsprobleme.

Allerdings war auch nicht alles schlecht. Ich beschloss für mich, mein aktuelles Thinkpad T480 möglichst lang zu nutzen. Auch hier war der Start holprig, aber immerhin konnten alle Anfangsschwierigkeiten mit der Zeit ausgebügelt werden.

Wechsel zwischen Computern

Zu diesem Zeitpunkt hatte ich drei Computer:

  • Desktop-PC (für die Arbeit und persönliche Dinge)
  • Arbeitslaptop (nur für die Arbeit)
  • Persönlicher Laptop (natürlich nur für persönliche Dinge)

Der Arbeitslaptop war für die persönliche Nutzung nicht zuverlässig genug, da die Speicheroptionen eingeschränkt waren. Vielleicht bin ich ein Nerd, aber ich fühle mich überhaupt nicht wohl, wenn mein Rechner nur einen einzelnen SSD-Speicher hat, selbst wenn ich meine Daten auf meinem NAS und externen Sicherungslaufwerken sichere. Da meine Desktop-PC-Nutzung sich auch auf andere Workloads auswirkte, musste ich eine Lösung finden.

Lenovo ThinkPad E14 G4 - 14" FHD, Ryzen 5 5625U, 8GB RAM, 256GB SSD, Win11 Pro

Die Synchronisation der Daten zwischen den Computern war hier nicht das Problem. Syncthing ist ein wirklich wundervolles Open-Source-Tool, bei dem keinerlei Probleme mit Ordnern wie node_modules auftreten. Das Hauptproblem bestand darin, dass ich nicht immer zwei Laptops mit mir herumtragen und auch kein zusätzliches USB-C-Dock für zu Hause kaufen wollte.

Also ging ich ins Risiko und wechselte zurück zum Thinkpad T430 für die Nutzung im persönlichen Bereich und bei der Arbeit.

Thinkpad T430: die Historie

Mein Thinkpad T430 hat eine lange und interessante Historie. Ich habe es 2016 gekauft, um mein in die Jahre gekommenes Thinkpad T60 zu ersetzen. Als ich diesen Laptop bekam, fühlte sich das so ähnlich an wie damals, als ich 2006 meinen Desktop-PC mit Windows 98 durch ein Biest mit Dual-Core-Prozessor ersetzte.

Damals sanken meine Ladezeiten für Webseiten von 30 Sekunden auf eine Sekunde. Und als die Build-Zeiten der Android-Apps nicht mehr bei 60, sondern beim T430 nur noch bei etwa 10 Sekunden lagen, fühlte sich das genauso an.

Dieses ThinkPad T430 hat schon viel erlebt und überlebt:

  • Einen Fahrradunfall in einem Rucksack. Dabei ging der Verriegelungsmechanismus kaputt und die Handballenauflage bekam ein paar Risse, aber der Rest funktioniert noch einwandfrei.
  • Einen verschütteten Kaffee, der zum Glück aber nur die Verkleidung der beiden USB 3.0-Anschlüsse verfärbt hat.
  • Experimente mit flüssigem Metall, bei denen ich Schussel beinahe das gesamte System kurzgeschlossen hätte.
  • Kurzzeitige Nutzung als kostengünstigen Server mit wenig Leistung.

Fünf Jahre später ist es nach einem kurzen Abstecher bei einem Familienmitglied wieder in meinem Besitz.

Allerdings ist da natürlich noch mehr als nur eine lange Historie.

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DJravingMonkey 12. Sep 2022 / Themenstart

Ich bin vor fast zwei Jahrzehnten auf Z Books (damals Elitebook XXXXw) gekommen und bin...

Lachser 11. Sep 2022 / Themenstart

Ich hatte lange ein T430 und das war für die damalige Zeit echt gut. Irgendwann wurde...

freekymachine 11. Sep 2022 / Themenstart

Schön zu lesen. Persönlich mag ich alles nach dem T61p nicht mehr, halt kein IBM mehr...

Skaalian 11. Sep 2022 / Themenstart

Tja...andere können es. Sie auch? Wenn ich mir das OS Bashing so durchlese, sind Sie...

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