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Notebook Prozessor: AMD stellt die Ryzen-7040-Prozessoren mit C-Cores vor

Die erste echte Hybrid-CPU von AMD erscheint für Notebooks . Dabei unterscheidet sich AMDs Ansatz deutlich von Intel und ARM.
/ Martin Böckmann
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Jetzt ist es offiziell: Zwei Phoenix-APUs von AMD sind mit Zen-4C-Kernen ausgestattet. (Bild: AMD)
Jetzt ist es offiziell: Zwei Phoenix-APUs von AMD sind mit Zen-4C-Kernen ausgestattet. Bild: AMD

AMD hat diese Woche die Ryzen-7040U-Prozessoren vorgestellt. Der Ryzen 3-7440U hat einen Zen-4-Kern gepaart mit drei Zen-4C-Kernen, während der Ryzen 5 7545U zwei Zen-4-Kerne und vier Zen-4C-Kerne mitbringt. Beide Prozessoren sind mit einer integrierten AMD-Radeon-740M-GPU ausgestattet und haben eine TDP von 15 bis 30 Watt. Kurios ist, dass eine CPU schon vor der Vorstellung offiziell im Handel war.

Während Medien und teilweise auch Kunden schon wussten, dass es mindestens eine Phoenix-CPU mit Zen-4C-Kernen gibt, kennzeichnete AMD diese bisher nicht. Erst mit der jetzigen Ankündigung wurde offengelegt, welche Chips auf das hybride Design setzen sollen oder es bereits tun. Phoenix-1 beinhaltet ausschließlich die größeren Zen-4-Kerne, während Phoenix-2 auf eine Mischung aus Zen-4 und Zen-4C setzt.

Im Gegensatz zu den Hybrid-CPUs von Intel wählt AMD einen anderen Ansatz, wenn es um C-Cores geht. Dem Namen nach wurden diese als Cloud-Cores zuerst in AMDs Epyc-CPUs (Bergamo) für Cloudanwendungen auf den Markt gebracht. Sie sollen mehr Kerne und höhere Effizienz als eine reguläre Epyc-CPU ermöglichen und dabei voll kompatibel zu Mainboards und Software bleiben.

Identische CPU-Architektur

Anders als bei Intel, wo Performance- und Effizienz-Kerne jeweils auf einer anderen Architektur basieren, sind Zen-4 und Zen-4C eine einheitliche Architektur, bei gleichem Takt bieten sie daher auch die gleiche Rechenleistung, mit einer Einschränkung. Zen-4C-Kerne haben nur ein statt zwei Megabyte L3-Cache, was sie in sehr Cache-lastigen Anwendungen einschränkt.

Um die Effizienz zu steigern, wird zudem die Taktrate reduziert. Das ermöglicht es AMD, die CPU-Kerne kompakter zu bauen, je nach Bereich zwischen 35 und 50 Prozent. Für hohe Frequenzen müssen oft Kompromisse beim Layout getroffen werden, die mehr Platzbedarf mit sich bringen. Bei den Zen-4C geht AMD diesen Kompromiss in die andere Richtung ein: Sie sind kompakt gebaut, schaffen dafür aber keine sehr hohen Frequenzen.

Keine neue Software benötigt

Da bis auf die Taktrate und den Cache nichts verändert wurde, muss auch der Windows-Scheduler nicht angepasst werden. Leistungsintensive Anwendungen wurden auch bisher zuerst den Kernen mit der höchsten Taktrate zugewiesen. Dieses Prinzip funktioniert deshalb auch für Phoenix-2-Prozessoren.

Die Prozessoren sind verglichen mit vollwertigen Zen-4-Kernen physisch kleiner, was die Herstellungskosten für AMD senkt. Die vorgestellten Ryzen-3- und Ryzen-5-CPUs sind in erster Linie auch für günstige Notebooks vorgesehen.


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