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Norton Core: Symantec bietet sicheren Router mit Kreditkartenpflicht

CES 2017
Noch ein Unternehmen betritt den Markt für WLAN-Router: Symantec will mit Norton Core durch verbesserte Sicherheit auffallen, Updates sollen ohne Verbindungsverlust möglich sein, verursachen aber im zweiten Jahr Kosten. Die technischen Daten liegen im oberen Bereich, inklusive des üblichen WLAN-Schummelns.
/ Andreas Sebayang
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Der Norton Core hat ein ungewöhnliches Design. (Bild: Symantec)
Der Norton Core hat ein ungewöhnliches Design. Bild: Symantec

Mit Norton Core bietet auch Symantec im Laufe des Jahres einen WLAN-Router für Endanwender und kleinere Unternehmen an(öffnet im neuen Fenster). Einen besonderen Fokus legt das Unternehmen auf die Sicherheit und lässt sich das auch gut bezahlen. Neben dem Preis für die Hardware wird nach dem ersten Jahr nämlich eine Abogebühr für Norton Core Security Plus fällig, was Symantec auf der US-Seite deutlich macht und von Symantec Deutschland gar nicht erst erwähnt wird. Die Abogebühr wird automatisch nach der Einrichtung und dem Ablauf des kostenlosen ersten Jahres abgebucht. Immerhin gewährt Symantec in den USA 60 Tage nach der Abbuchung eine kostenfreie Stornierung. Eine Kreditkarte ist Pflicht, sonst lässt sich der Router in den USA nicht aktivieren.

Norton Core – Trailer
Norton Core – Trailer (01:38)

Wer die 10 US-Dollar pro Monat (ohne Steuern) bereit ist zu zahlen, der sichert damit laut den Lizenzbedingungen bis zu 20 Geräte mit iOS, Android, PCs und Macs ab. Windows 10 für Smartphones oder Konsolen wird nicht erwähnt, ist also offenbar kostenlos. Geschützt werden sollen im Übrigen auch Geräte des Internet of Things, insbesondere das Smart Home, die im Netzwerk kommunizieren. Aber auch Fernseher sollen so geschützt werden. Symantec versucht also auch, Angriffe auf Geräte ohne Sicherheitsupdates zu verhindern. Mit der Gebühr deckt Symantec die Sicherheitsfunktionen ab. Auf Anti-Virus-Software kann laut Symantec verzichtet werden. Regelmäßige Updates wird es geben und die Sicherheitssoftware des Norton Core soll jedes ein- und ausgehende Paket auf Angriffe hin untersuchen und gegebenenfalls abfangen. Interessanterweise verspricht Symantec, dass die automatischen Updates die Verbindung nicht beeinträchtigen.

Immerhin bedeutet das auch, dass der Router ein klares Mindesthaltbarkeitsdatum hat, da eine Aufgabe des Services seitens des Herstellers angekündigt werden muss. Das unterscheidet Norton Core von dem Gros der auf dem Markt befindlichen Router, die in der Regel ohne Support einfach weiterlaufen. Fraglich ist, ob Privatanwender, bei denen der Einsatz eines solchen Routers eine interessante Alternative wäre, bereit sind, diesen hohen Preis zu bezahlen.

Ohne Abo funktioniert der Router ohne Sicherheitsfunktionen

Sollte das Abo auslaufen, wird der Router aber nicht zu einer nutzlosen Box. Das System ist weiter als gut ausgestatteter WLAN-Router verfügbar. Beim Marketing dieser Funktionen übertreibt es Symantec aber ordentlich. So wird der Router als Zukunft des WLANs beschrieben und soll Datenraten von bis zu 2,5 GBit/s bieten. Das ist allerdings wie üblich geschummelt, denn Symantec addiert die Bänder. Ein Endgerät kann rein technisch diese Geschwindigkeiten nicht erreichen. Vermarktet wird der Router sogar als AC2600.

Norton Core mit guter Ausstattung, Länderblockade und Erstkonfiguration mit BLE

Die Aufteilung verrät, dass die Werte unrealistisch sind und Symantec nicht kaufmännisch rundet. So sind 1,733 GBit/s für das 5-GHz-Band reserviert. Auf dem unteren Band sind es gar 800 MBit/s, die möglich sein sollen. Prinzipiell wäre das mit proprietären QAM-Einstellungen bei 4x4-Konfiguration möglich. Geräte, die das verarbeiten können, gibt es unseres Wissens nach aber nicht. Es sei allerdings angemerkt, dass das Schummeln bei den Zahlen mittlerweile Standard im Routermarkt ist. Unterstützt werden 802.11a/b/g/n/ac mit einer 4x4-Antennenkonfiguration und Multi-User-Mimo. Sollte die Bandbreite nicht ausreichen, kann der Anwender einzelnen Geräten Prioritäten im Netzwerk zuweisen.

Zusätzlich beherrscht der Router Bluetooth Low Energy alias Bluetooth Smart. Das ist für die initiale Konfiguration zwingend notwendig. Es geht also nur mit einem Smartphone oder Tablet und der App für Android oder iOS. Normales Bluetooth reicht nicht aus und mit einem Rechner lässt sich der Router ebenfalls nicht einrichten.

Ein Modem braucht es extra

Hardwareseitig bietet der Router zudem vier GbE-Ports. Einer davon ist als WAN-Port für das Modem definiert, die anderen fürs LAN zuständig. Zudem gibt es zwei USB-3.0-Anschlüsse. Der Router hat einen 1,7-GHz-Zweikern-Prozessor, 1 GByte RAM und 4 GByte eMMC-Flashspeicher.

Softwareseitig bietet Symantec abseits der Sicherheitsfunktionen noch Optionen für Eltern, um etwa den Internetzugang für Kinder in der Schlafenszeit einzuschränken.

Das Gerät kommt zunächst auf den US-amerikanischen Markt, wurde von Symantec Deutschland jedoch bereits für den hiesigen Markt angekündigt, allerdings ohne genauen Termin und auch ohne einen Preis. In den USA wird Norton Core vermutlich Mitte 2017 auf den Markt kommen. Der Preis liegt bei rund 280 US-Dollar (netto), der Router wird derzeit aber für 200 US-Dollar angeboten. Laut Symantec wird der Betrieb in anderen Ländern verhindert(öffnet im neuen Fenster); wer also beispielsweise in Europa etwa in grenznaher Region wohnt und über die Grenze zieht, muss ein neues System kaufen, ein Novum im Routermarkt.


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