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Normal- und Prio-Brief: Deutsche Post will Briefe erst nach drei Tagen zustellen

Die Deutsche Post hat Vorschläge dazu gemacht, wie die Briefzustellung in Zukunft aussehen könnte. Dabei sind zwei Zustellgeschwindigkeiten geplant.
/ Ingo Pakalski , dpa
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Künftig könnten normale Briefe erst nach drei Tagen zugestellt werden. (Bild: Stephane De Sakutin/AFP via Getty Images)
Künftig könnten normale Briefe erst nach drei Tagen zugestellt werden. Bild: Stephane De Sakutin/AFP via Getty Images

Bei der von der Deutschen Post schon seit Längerem gewünschten Möglichkeit, Briefe in zwei Geschwindigkeiten zuzustellen, hat das Unternehmen seine Vorstellungen konkretisiert. "Es könnte einen Prio-Brief geben, der am Tag nach dem Briefeinwurf beim Adressaten ist, und einen Standardbrief, der erst nach drei Tagen ankommt" , sagte Post-Managerin Nikola Hagleitner der Welt am Sonntag(öffnet im neuen Fenster) .

Hagleitner verantwortet im Vorstand der Post das Brief- und Paketgeschäft. Derzeit schreibt eine Verordnung vor, dass im Jahresdurchschnitt mindestens 80 Prozent der Briefsendungen in Deutschland am folgenden Werktag ausgeliefert werden müssen, 95 Prozent müssen nach zwei Werktagen ankommen.

Die Ampelkoalition will das Postgesetz ändern und modernisieren. Das Bundeswirtschaftsministerium will dabei auch die Laufzeitvorgaben anpassen, wie aus Anfang 2023 vorgelegten Eckpunkten für die Novelle hervorgeht.

Prio-Brief würde mehr kosten

"Der Prio-Brief müsste höher liegen als das aktuelle Porto, aber wir reden nicht über eine Verdoppelung des Preises" , sagte Hagleitner weiter. Auch bei dem zukünftigen Standardbrief müsse die Bundesnetzagentur "das Preisverfahren nach oben hin" neu festsetzen, forderte sie. Sie begründete dies mit deutlich höheren Kosten.

Die Netzagentur lehnte im August 2023 einen Antrag der Post ab, das Briefporto schon 2024 vorzeitig zu erhöhen. Die Post habe die angeführten Kostensteigerungen nicht hinreichend nachgewiesen, teilte die Regulierungsbehörde zur Begründung mit.

Die Anzahl der Zustelltage will die Post nicht verändern. "Wir haben kein Interesse daran, an der Sechs-Tage-Zustellung etwas zu ändern" , sagte Hagleitner der Welt am Sonntag. In der Vergangenheit gab es immer wieder Überlegungen, Briefe nicht mehr an sechs Tagen in der Woche zuzustellen. Die Post wolle die Briefzustellung in Deutschland aufrechterhalten und den gesetzlichen Postuniversaldienst weiter erfüllen, heißt es aktuell.

"Doch dafür brauchen wir eine neue Entgeltregulierung, die uns eine Gewinnmarge ermöglicht, aus der wir jedes Jahr rund eine Milliarde Euro in die Zustellung investieren können" , sagte Hagleitner. In diesem Jahr erwartet die Post einen Rückgang der Briefmengen um sechs Prozent.


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