Mullvad, ProtonVPN & IVPN: Gute VPNs mit Open-Source-Apps

Im Unterschied zu vielen anderen VPN-Anbietern verzichten Mullvad, IVPN und ProtonVPN nicht nur auf Tracker in ihren Apps, sondern haben diese auch als Open-Source-Software veröffentlicht. Neben Windows, MacOS und Linux unterstützen die drei VPN-Anbieter auch iOS und Android. Bei letzterem sind die Apps nicht nur in Googles Play Store, sondern auch im alternativen App Store F-Droid zu finden.

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Mullvad ist ein inhabergeführtes Unternehmen aus Schweden, das sich der Privatsphäre im Internet verschrieben hat. Gegründet wurde Mullvad 2009 und gehört zu den Early Adopters in Sachen Wireguard, das es bereits mehrfach finanziell unterstützt hat. Die beiden Eigentümer geben an, das Unternehmen weiterführen und nicht verkaufen zu wollen. Unter Datenschützern hat sich Mullvad in den vergangenen Jahren einen Namen als Privacy-VPN gemacht. Auch der VPN-Dienst von Mozilla setzt auf Mullvad und dessen Server-Netz.

IVPN wurde 2009 von ehemaligen IT-Security-Studenten der Universität London gegründet. Das Unternehmen hat seinen Sitz auf Gibraltar, das zu Großbritannien gehört, aber besitzt auch Räumlichkeiten in Berlin und ist ebenfalls inhabergeführt. Bei IVPN wie bei Mullvad findet die Software-Entwicklung öffentlich auf Github statt und das Team wird auf der Webseite genannt, bei IVPN stellen sich die Angestellten sogar vor. IVPN und Mullvad geben an, nicht für Reviews zu bezahlen und lehnen Werbung und Überwachung mittels Google und ähnlichen Firmen ab.

ProtonVPN hat seinen Sitz in der Schweiz und gehört zu dem bekannten Protonmail. Letzteres wurde im Zuge der Snowden Leaks 2013 von Angestellten der Forschungseinrichtung CERN gegründet. Anfangs finanzierte sich das Unternehmen unter anderem über eine Crowdfundingkampagne, später aber auch über Venturekapital. Zur Kommunikation mit seinen Kunden setzt ProtonVPN auf die externe Plattform Zendesk.

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Nur IVPN gibt an seine komplette Infrastuktur inklusive des E-Mail-Servers selbst zu betreiben, während Mullvad in Sachen Mailserver ausgerechnet auf Google-Dienste zurückgreift. Mullvad und IVPN betreiben neben Twitter- auch Mastodon-Konten. Preislich schlagen alle drei mit rund fünf Euro im Monat zu Buche.

Wenig Wahl, viel Qual

Eines haben fast alle VPN-Anbieter gemeinsam: Sie wollen den Nutzern einreden, dass sie unbedingt gebraucht werden. Dabei scheuen sie nicht davor zurück, unhaltbare Versprechen in die Welt zu setzen, die auch jenseits von Privatsphäre und Sicherheit haarsträubend sind. So wirbt ExpressVPN beispielsweise mit "160 VPN-Serverstandorten in 94 Ländern", allerdings hat der Anbieter in etlichen der angegebenen Länder gar keine Server, sondern nur eine IP-Adresse. So wird beispielsweise der Traffic für den Serverstandort Argentinien über die Niederlande abgewickelt - mit einer argentinischen IP-Adresse.

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Die meisten der vielen bunten VPN-Angebote mit ihren wilden Versprechen können wir von vornherein ausschließen, zumindest wenn wir unserer Privatsphäre nicht mehr schaden als nützen wollen. Doch zum Glück gibt es mit Mullvad, IVPN und ProtonVPN auch mehrere seriöse Anbieter, deren Werbeaussagen zwar mitunter auch grenzwertig sind, wo aber immerhin die Technik stimmt. Sie setzen auf das moderne Wireguard-Protokoll, bieten Open-Source-Apps an, die wie ihre Webseiten keine Tracker enthalten. Ihre Apps und Infrastruktur haben sie einem externen Audit unterzogen und sie gehören keinen Firmen mit seltsamer Geschichte.

Leider spiegeln sich diese Kriterien kaum in den Vergleichstests von VPN-Anbietern wieder, bei denen häufig die Eigentümer oder Affiliate-Partner auf die ersten Plätze gelangen. Das mag aber auch daran liegen, dass lieber Geschwindigkeiten gemessen sowie die Server- und Länder-Anzahl verglichen werden als echter Datenschutz. Denn dieser lässt sich meist nur falsifizieren und nicht verifizieren: Denn am Ende müssen wir auch mit einem Audit auf die Einhaltung einer No-Log-Policy vertrauen.

Eine Frage sollte man sich auf jeden Fall vor dem Kauf noch einmal stellen: Brauche ich das wirklich und wenn ja wofür? Denn sicher gibt es gute Anwendungsfälle für ein VPN, beispielsweise kann ein VPN gemeinsam mit anderen Maßnahmen ein Baustein für mehr Sicherheit und Privatsphäre im Netz sein, er kann aber auch zur Umgehung von Zensur oder Geoblocking genutzt werden oder vor staatlicher Repression schützen. Das klappt aber teils mit dem spendenfinanzierten Tor-Netzwerk besser.

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 Wirklich datensparsame VPN-Anbieter
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CraWler 31. Mai 2022 / Themenstart

Dürften noch immer ein wichtiger Grund für VPN sein. Auch wenn das die Anbieter und...

gaym0r 30. Mai 2022 / Themenstart

Wird dir leider auch nicht helfen. https://www.amiunique.org/fp

Jominator 23. Mai 2022 / Themenstart

War das auch definitiv eine Sendung die sonst nicht empfanbar gewesen wäre? Z. B...

ZweiterUser 23. Mai 2022 / Themenstart

Ich bin schon seit 2 Jahren bei NordVPN Kunde. Das milterweile hinzugekommenene Split...

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