Nordsee-Windparks: BP und Total wollen Windkraftausbau ausbremsen
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Die Mineralölkonzerne BP und Total drängen auf eine Verlangsamung des Windkraftausbaus in der Nordsee. Das berichtet der NDR(öffnet im neuen Fenster) unter Berufung auf entsprechende Pläne der beiden Unternehmen. Diese befürchten, dass neue Windkraftanlagen den Ertrag der eigenen Windparks schmälern könnten.
BP und Total ersteigerten im Juli 2023(öffnet im neuen Fenster) für jeweils 6,74 beziehungsweise 3,75 Milliarden Euro die Rechte an drei Nordsee-Windparks mit einer Erzeugungsleistung von jeweils 2 Gigawatt. Total ersteigerte im Juni 2024(öffnet im neuen Fenster) für knapp zwei Milliarden Euro eine weitere Lizenz für 1,5 Gigawatt Leistung. "Die Erlöse aus den Offshore-Ausschreibungen fließen zu 90 Prozent in die Stromkostensenkung und zu jeweils fünf Prozent in den Meeresnaturschutz sowie die Förderung einer umweltschonenden Fischerei", schrieb die Bundesnetzagentur damals.
Windparkausbau gesetzlich vorgeschrieben
Dem NDR-Bericht zufolge drängen BP und Total nun darauf, den aktuellen Flächenentwicklungsplan(öffnet im neuen Fenster) (PDF) des Bundesamts für Seeschifffahrt und Hydrografie (BSH) abzuändern. Demnach soll die geplante Kapazität von 70 Gigawatt erst im Jahr 2057 und nicht schon im Jahr 2041 erreicht werden.
Allerdings widerspricht dies der gesetzlichen Vorgabe des sogenannten Windenergie-auf-See-Gesetzes(öffnet im neuen Fenster), das in Paragraf 1 vorschreibt: "Ziel dieses Gesetzes ist es, die installierte Leistung von Windenergieanlagen auf See, die an das Netz angeschlossen werden, auf insgesamt mindestens 30 Gigawatt bis zum Jahr 2030, auf insgesamt mindestens 40 Gigawatt bis zum Jahr 2035 und auf insgesamt mindestens 70 Gigawatt bis zum Jahr 2045 zu steigern."
Pläne führen zu weniger Windstrom
BP und Total begründen ihre Forderung mit einer Studie des Fraunhofer Instituts für Windenergiesysteme (IWES). Demnach führt der Windschatten der zusätzlich geplanten Windparks dazu, dass die eigenen Anlagen nicht so effizient betrieben werden können. Dadurch amortisierten sich die Investitionen später. Die Studie geht ohne den Windschatten von zwei bis zehn Prozent höheren Erträgen in den Flächen aus, die von BP und Total erworben wurden.
Allerdings halte die Studie fest, dass insgesamt deutlich weniger Windstrom produziert werde und die Erträge zeitweise um ein Drittel sinken könnten. "Der Re-Order-Plan führt natürlich zu einem deutlichen Einbruch der Offshore-Windenergieerträge in der deutschen Nordsee insgesamt", sagte Co-Autor Bernhard Stoevesandt vom Fraunhofer IWES und fügte hinzu: "Das ist eine Abwägung zwischen: Wie sehr soll sich das für die Firmen lohnen? und: Wie viel Strom soll der Offshore-Wind der Gesellschaft bringen?"
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