Nordrhein-Westfalen: Erfolg des Mobilfunkausbaus trotz 14.000 Funklöchern

NRW-Wirtschaftsminister Andreas Pinkwart lobt die Ergebnisse des Mobilfunk-Paktes. Doch eine Anfrage seines FDP-Parteifreundes Bernd Reuther kommt zu einem anderen Schluss.

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v.l.n.r.: Walter Goldenits (Telekom), Wirtschaftsminister Andreas Pinkwart, Hannes Ametsreiter (Vodafone), Alfons Lösing (Telefónica)
v.l.n.r.: Walter Goldenits (Telekom), Wirtschaftsminister Andreas Pinkwart, Hannes Ametsreiter (Vodafone), Alfons Lösing (Telefónica) (Bild: Deutsche Telekom)

Nordrhein-Westfalens Wirtschaftsminister Andreas Pinkwart (FDP) sieht das Bundesland unter den Flächenländern beim LTE-Mobilfunk an der Spitze. Mehr als zwei Drittel der im Mobilfunkpakt vor zwei Jahren zugesagten Ausbaumaßnahmen seien bereits umgesetzt worden, sagte Pinkwart am 3. September. Nirgendwo anders surften heute so viele Menschen so schnell im Netz wie in Nordrhein-Westfalen.

Nach Berechnungen von IT.NRW lag der Anteil der mit LTE versorgten Fläche in Nordrhein-Westfalen Mitte 2020 über alle Anbieter hinweg bei 98,46 Prozent. Die einzelnen Mobilfunknetze erreichen eine LTE-Flächenversorgung von bis zu 93,6 Prozent.

Mitte 2020 lag der Anteil der von der Deutschen Telekom und Vodafone mit LTE versorgten Haushalte in Nordrhein-Westfalen bei jeweils 99,4 Prozent. Telefónica kommt auf 97,3 Prozent und hat die LTE-Haushaltsversorgung in den vergangenen sechs Monaten deutlich verbessert. Ende 2019 lag der Betreiber erst bei 94,3 Prozent.

Den Angaben der Netzbetreiber zufolge wurden rund 970 LTE-Standorte neu errichtet und fast 3.700 Standorte auf LTE umgerüstet. "Allein die Telekom hat seit Mitte 2019 rund 550 neue Mobilfunkstandorte in NRW gebaut", sagte Walter Goldenits, Geschäftsführer Technik bei Telekom Deutschland.

Zusätzlich zu den im Mobilfunkpakt gegebenen Zusagen hätten die Betreiber fast 5.700 LTE-Kapazitätserweiterungen vorgenommen. Diese sind neben der Neuerrichtung und Umrüstung von Standorten besonders wichtig, um die ständig steigende Nachfrage nach mobilen Daten zu decken.

Nordrhein-Westfalen: Bundesverkehrsministerium zählte im Mai die Funklöcher

Bei der Mobilfunkverfügbarkeit in Nordrhein-Westfalen gibt es dennoch weiter deutliche Unterschiede. Während der Regierungsbezirk Münster gut versorgt ist, gibt es im Regierungsbezirk Arnsberg mehr Lücken, wie aus der Antwort des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur auf eine Anfrage des FDP-Bundestagsabgeordneten Bernd Reuther hervorgeht, die am 2. Mai 2020 vorgelegt wurde.

Reuther wollte wissen, wie viele Rasterzellen zur Erfassung der Mobilfunkabdeckung in Nordrhein-Westfalen in die Kategorie "kein Netz" fallen. Der Antwort zufolge gibt es in dem Bundesland rund 14.000 Funklöcher in bewohntem Gebiet. Das entspricht rund 2,6 Prozent aller etwa 546.000 Mobilfunk-Rasterzellen in Nordrhein-Westfalen. Als Rasterzellen ohne Mobilfunkverfügbarkeit wurden solche bewertet, in denen weniger als 50 Prozent der Haushalte mit 3G und 4G versorgt sind.

Im Regierungsbezirk Münster gelten demnach nur etwas über 0,1 Prozent der Zellen als nicht ausreichend mit Mobilfunk versorgt. Im Regierungsbezirk Arnsberg sind es etwa 6 Prozent. Dazwischen liegen die Regierungsbezirke Düsseldorf (1,3 Prozent), Detmold (2,3 Prozent) und Köln (2,9 Prozent). Die Zahlen zeigten, dass "unterbrechungsfreies Surfen und Telefonieren noch immer nicht selbstverständlich" sei, sagte Reuther.

Dies sei durch unterschiedliche Datenstände und Berechnungsmethoden begründet, erklärte das Wirtschaftsministerium Golem.de auf Anfrage: "Der Breitbandatlas des Bundes verwendet sogenannte 'Rasterzellen'. Eine 'Rasterzelle ohne Mobilfunkversorgung' liegt vor, wenn in dieser Rasterzelle weniger als 50 Prozent der Haushalte mit 3G und 4G versorgt werden. Versorgungslücken erstrecken sich hier nicht zwangsläufig auf die gesamte Rasterzelle."

Stand der Daten sei hier das Jahr 2019. Die Zahlen im Mobilfunk-Dashboard basierten auf Daten der Mobilfunknetzbetreiber zum Stichtag 30. Juni 2020.

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